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So, 08:57 Uhr
15.11.2009

w(iethoffs)w(ilde)w(oche).nnz

Die heute vorwiegend besinnliche Zeitungsnachshow beschäftigt sich ausführlich mit der Stadt und ihrem Rat, Donnerstag dem 9.11.1989, der Trauer um Robert Enke und einem Wunsch für gute Meldungen.


Sonnabend bis Freitag

stritten die Nordhäuser mit ihren Stadträten, diese unter sich und alle mit den Bürgermeistern(-innen) über die Form, wie künftig die Stadt zu regieren ist.
Glückliches Nordhausen, aber nur, wenn das wirklich zurzeit das einzige Problem der Stadt ist.

Montag

Vor genau 20 Jahren, aber an einem Donnerstag, gab es im Theater die Generalprobe vor Erwachsenen von „Der Wasserkristall“ in der Regie von Wolfgang Jende. Eine sehr gelungene Vorstellung krönten Freunde, meine Frau und ich mit ein paar Glas Sekt. Wieder zu Hause noch ein kurzer Blick ins Fernsehen und dann die bange Frage: Wer hat jetzt zu viel getrunken? Schabowski, wir, die kollektiv in Ost und West jubelnden Menschen?

Dienstag - Martini

„Dann zogen die großen und kleinen Nordhäuser zum Rathausplatz, wo sie von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke begrüßt wurden. Auch Rinke erinnerte an die Geschichte des Teilens und warnte vor der immer noch vorhandenen Raffgier unter den Menschen. Und wie immer zum Abschluss der Feier wurden Raketen in den Himmel geschossen und erleuchteten für Minuten die Nordhäuser Innenstadt.“

Das klingt wie ein Zitat aus der nnz. Ist es aber nur fast, weil es etwas „verputzt“ werden musste. Teilen hin und her, aber wie teilt man Macht? Raketen erleuchteten für Minuten die Nordhäuser Innenstadt. Und wer erleuchtet nun Stadträte und ihre „Vorgesetzten“?

Mittwoch

Der Karneval beginnt in Görsbach und dem Rest der Welt richtig termingerecht. Der Görsbacher Karnevalverein startet in seine immerhin schon 55. Kampagne. Auch der Salzaer Carneval Club (SCC) weiß genau, wann es los geht. Nur im Nordhäuser Stadtrat hat man 5 Tage vorher und ganz ohne Schlüsselübergabe angefangen. Wäre aber auch teilweise schade gewesen, die schönen Büttenreden noch länger aufzubewahren. Früher konnte so etwas in den Gegenplan aufgenommen werden und brachte Punkte im sozialistischen Wettbewerb. Heute weiß man wenigstens, warum das Kollektiv jetzt Team heißt. Das ist die Abkürzung für: Toll, Ein Anderer Macht´s.

Donnerstag

Die „nnz-Betrachtung: Verhältnismässig?“ und der 1. Kommentar dazu gaben mir den Impuls, auch in dieser Umgebung das Thema „Trauer der Woche“ aufzugreifen. Bedingt durch den Job war ich einige Jahre Wahl-Ronnenberger. Das kleine Städtchen liegt 3 km vom südwestlichen Stadtrand Hannovers entfernt. Was liegt also näher, als gelegentlich als Anhänger gepflegten Fußballs zu Hannover 96 zu gehen. Hinter den Zäunen des Niedersachsen-Stadions (So wird es der Einheimische wahrscheinlich auch nach der x. Umbenennung zu Werbezwecken immer nennen.) werden die meisten der H96-Fans zu besseren Menschen. Noch freundlicher, aufgeschlossener, hilfsbereiter – eben echte Kumpel.

35000 von diesen Menschen trauern freiwillig und bei einem Wetter, das manchen über den Weg ins Stadion zum Spiel hätte grübeln lassen, um den Menschen, den sie, seine Sport- und privaten Freunde und die Fußball-Funktionäre über den Hannoverschen Tellerrand hinaus, als einen der Besten unter ihnen einschätzen. Robert Enke, ein Thüringer, war in der ganzen Region aufgrund seines sozialen Engagements und seiner sportlichen Leistungen (ich denke, auch in dieser Reihenfolge) vermutlich beliebter, als irgend ein anderer Zeitgenosse. Ich glaube schon, das ist eine Schlagzeile wert.

Ich vermute, die Menschen quälen, ob gleichfalls von Depressionen betroffen oder nicht (Medienberichten zufolge leidet jeder 5. Deutsche irgendwann in seinem Leben daran.), andere Fragen in diesem Zusammenhang: Was begreifen die Psychologen unter den Ärzten während ihrer Studienzeit? Was können sie danach leisten? Sie erkennen häufig nicht die Gefahr, die nach dem Strafvollzug weiter von Kinderschändern, Vergewaltigern, Mördern ausgeht. Sie merken nicht, wie vom Selbstmord gefährdet ein Mensch ist, den sie behandeln und können nicht einschätzen, dass und wie ein in dieser Form kranker Mensch, der der halben Welt seine Krankheit verschweigt, auch sie selbst über den Verlauf täuscht. Das ist noch ein Grund zur Trauer.

Freitag

„Die Sandkasten-Spiele zwischen der Spitze des Nordhäuser Rathauses und einer Mehrheit im Stadtrat gehen weiter. Jetzt ist wieder einmal Oberbürgermeisterin Barbara Rinke am Zug.“ Die Oberbürgermeisterin am Zug? Da kann doch nur der Dienstwagen kaputt sein. Oder ist es der Zug nach Erfurt und dort wartet ein neuer Dienstwagen?

Alles nur Spekulationen. Da ist es doch schön, wenn mal wieder ein „Enkeltrick-Betrüger gefasst“ wurde. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber über solche Meldungen freue ich mich das ganze Wochenende. Wie wär´s nächste Woche mit der Meldung „Betreiber betrügerischer Download-Seiten verurteilt“ oder „Betrügerisches Inkasso-Unternehmen aufgeflogen, Chef in Haft“?
Jürgen Wiethoff
Autor: nnz

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