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Di, 08:35 Uhr
10.11.2009

SV Medizin lud zum „Tag der offenen Tür“

Groß war die Zahl der Gäste nicht, die gestern zum „Tag der offenen Tür“ in die Turnhalle des Südharzkrankenhauses gekommen waren, um den Aktiven der Herzsportgruppe bei ihren Übungen zuzusehen. Keine Überraschung für Dr. Dieter Kornmann, dem die medizinische Betreuung obliegt...


Sport hält fit (Foto: J. Seifert) Sport hält fit (Foto: J. Seifert)

Jedes Jahr veranstaltet die Deutsche Herzstiftung eine Aktionswoche unter jeweils einem anderen Thema, das Herz als wichtigstes Organ im menschlichen Körper betreffend. Im vergangenen Jahr waren es die Herzklappen, um die es ging, diesmal ist es die Herzschwäche. nnz berichtete bereits am 3. November in einer Vorschau zur jeweiligen Beteiligung des Landkreises Nordhausen an dieser Aktion und zum Thema in diesem Jahr.

Die Veranstaltungen zeigen, dass sich das Interesse der Öffentlichkeit an diesen Veranstaltungen in Grenzen hält und eigentlich erst erwacht, wenn der Mensch Probleme mit seinem Herzen bekommt. Dabei ist es doch ganz wichtig, sich schon vorsorglich möglichst noch in gesunden Zeiten mit diesem Thema zu befassen. Umso mehr, als die Herzschwäche immer mehr zu einer wirklichen Volkskrankheit geworden ist. Und das in einem weiter zunehmenden Maße.

Dabei weiß man heute aufgrund der medizinischen Forschung, dass bei Herzschwäche Schonung ein Irrweg war. Studien zu körperlichem Training zeigen, dass Sport die Leistungsfähigkeit bei einer Herzschwäche je nach Trainingsumfang um 10-25 % verbessern kann. Außerdem lässt sich die Sterblichkeit um über 30 % verringern und Krankenhausaufenthalte aufgrund der Herzinsuffizienz um 28 % senken.

Sport hält fit (Foto: J. Seifert) Sport hält fit (Foto: J. Seifert)

Dr. Kornmann (links im Bild) wies in diesem Zusammenhang gestern auf die Wichtigkeit hin, mit den Werten des Belastungstests nicht einfach ins nächstbeste Fitnesszentrum zu gehen und mit dem Sport zu beginnen. „Bei einer festgestellten oder chronischen Herzinsuffizienz empfiehlt es sich, die ersten Einheiten stationär unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen”. Damit bestätigt er eigentlich nur die Erkenntnisse von Privatdozent Dr. med. Stephan Gielen, der an der Klinik für Kardiologie des Herzzentrums Leipzig als Oberarzt tätig ist und zusammen mit seinem Kollegen Dr. med. Marcus Sandri neulich einen umfangreichen Expertenbeitrag in der Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung HERZ HEUTE zum Thema Herzinsuffizienz und Sport verfasst hat. „Empfehlenswert ist vielmehr ein erfahrenes Herzzentrum oder eine Rehaklinik, wo Sport für Menschen mit einer Herzinsuffizienz angeboten wird.

Adressen von entsprechenden Einrichtungen sind in den meisten kardiologischen Praxen zu bekommen.” Für das weitere Training bieten sich dann Herzsportgruppen an, die hierzulande weit verbreitet sind und in vielen Fällen ein abgestimmtes Übungsprogramm unter Anwesenheit eines Arztes bieten. Wie das auch in Nordhausen der SV Medizin unter fachmännischer Leitung und der Aufsicht Dr. Kornmanns praktiziert.

Der allerdings im Gespräch mit den zur Veranstaltung gekommenen und interessierten Gästen darauf aufmerksam machte, dass es Wartelisten zur Beteiligung an einer dieser Übungsgruppen gibt. Derzeit sind es mehr als 70 Aktive, in Gruppen zu je etwa 15, eingeteilt nach körperlicher Verfassung bzw. Leistungsvermögen. Wichtig ist deshalb, sich nach einer behandelten Herzschwäche über den Hausarzt an die zuständige Krankenkasse zu wenden, um unter anderen die Frage einer Kostenübernahme zu klären.

Was man gestern aus dem Programm dieser Herzsportgruppen zu sehen bekam, waren gymnastische und Laufübungen, gefolgt von Ballspielen. Dr. Kornmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Herzschwäche vor allem Sport zu empfehlen ist, bei dem kein großer Kraftaufwand erforderlich ist. Was besonders dann zu beachten ist, wenn der Sport für sich, also außerhalb einer betreuten Gruppe ausgeübt wird. Also auch in Vorbereitung auf eine spätere Aufnahme in eine dieser Herzsportgruppen. Ideal sind je nach Intensität z. B. Spazieren gehen, längeres Wandern, Nordic-Walking, Radfahren und bei gut trainierten Patienten auch Skilanglauf und entsprechend anderer Sport.

Eher meiden sollte man bei einer Herzinsuffizienz dagegen Sport, der hohe muskuläre Belastungen erfordert, wie es etwa bei Liegestützen oder beim Training mit schweren Hanteln häufig vorkommt. Denn bei einem solchen Training erfolgt oft eine Pressatmung, die aufgrund des Druckanstiegs im Brustkorb zu einer akuten Verschlechterung der Pumpleistung des Herzens führen kann.

Ganz wichtig ist dabei, dass der Sport oder die Übungen unbedingt abgebrochen werden, wenn es während der Ausübung zu Symptomen wie Herzrhythmusstörungen, Schwindel oder starker Atemnot kommt. In solchen Fällen muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Wie in der Vorschau angekündigt, finden Vorträge zum Thema „Das schwache Herz – Diagnose und Herzinsuffizienz heute“ am 11. November um 15 Uhr von Dr. Sieglinde Hoy und Dr. Andre Hoy im Pflegeheim „Asternhof“ in Ellrich, Am Frauenberg 10 statt. Und am 12. November um 16.30 Uhr referiert Dr. Frank-Peter Held im Seminarraum des Südharz-Krankenhauses Nordhausen ebenfalls zu diesem Themenkomplex

Umfangreiches Informationsmaterial ist bei den Fachvorträgen sowie im Gesundheitsamt Nordhausen, Behringstraße 3, erhältlich. Für Fragen zur Herzwoche steht außerdem Kathrin Wolff im Gesundheitsamt telefonisch unter 03631/ 911 186 zur Verfügung.
Autor: nnz

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