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Mo, 10:01 Uhr
09.11.2009

Chancen verpasst

Am 12. November 1989 wurde der Personenzugverkehr auf der Südharzstrecke über die damalige innerdeutsche Grenze zwischen Walkenried (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen) wieder aufgenommen. Danach wurde aus sicht des Verkehrsclub Deutschland viele Chancen verpasst...


Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, sieht in dieser Strecke „ein Beispiel für die Chancen der deutschen Einheit, von denen aber viele verpasst wurden“, so VCD-Landesvorstandsmitglied Martin Mützel aus Göttingen.

„Man muss es schon fast als positiv sehen, dass die Strecke überhaupt in Betrieb ist“, so Mützel. Er erinnert daran, dass die besonders stilllegungsfreudige Bundesbahndirektion Hannover die Strecke Ende der 1980er Jahre loswerden wollte. „Viel später hätte die Grenze hier nicht mehr geöffnet werden können, weil dann der westliche Anschluss gefehlt hätte.“ Kurz nach der Wende erinnerten eine Bürgerinitiative, Politiker und Bahnfreunde daran, dass diese Strecke die kürzeste Verbindung zwischen Halle/Leipzig und dem Ruhrgebiet ist. „Statt dessen konzentrierte die Bahn die Ost-West-Verkehre auf Hannover und hat dort jetzt massive Kapazitätsprobleme,“ beklagt sich Mützel.

Mitte der 1990er Jahre wurde die westlich anschließende Sollingbahn von Northeim in Richtung Altenbeken auf ein Gleis reduziert, die sparsame Stellwerkstechnik zwingt Güterzüge zum Halt in Personenbahnhöfen. Damit ist durchgehender Verkehr unattraktiv gemacht worden. Die abzweigenden Strecken nach Duderstadt und Bad Lauterberg wurden aufgegeben. Auf der Südharzstrecke selber wurden notwendige Reparaturen immer wieder verschoben, so dass nicht nur der VCD eine Sperrung aus Sicherheitsgründen befürchtete.

Im Gegensatz zu einigen anderen Strecken in Thüringen blieb dies dieser Verbindung erspart. Mittlerweile wurde der größte Teil der Strecke erneuert, in Nordhausen zwingen aber bereits seit Monaten kaputte Weichen die Züge zur Schrittgeschwindigkeit. Mützel: „Man stelle sich ein paar hundert Meter Schlaglöcher mit Tempo 10 auf einer Fernstraße vor. Was dann wohl los wäre?“

Positiv sieht der VCD die gute Benutzung der modernen Züge. Mützel: „Dort, wo ein gutes Angebot besteht, fahren die Leute mit, auch und gerade in der sogenannten Fläche.“ Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird jedoch der Intercityanschluss in Northeim gestrichen. Wer dennoch so schnell wie bisher vom Südharz nach Hamburg will, darf den Umweg über Göttingen fahren und diesen voll bezahlen.
Autor: nnz

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