Do, 13:35 Uhr
24.10.2002
Ist das noch normal?
Nordhausen (nnz). Boris Becker, das sportliche Idol in Deutschland, ist seit heute ein verurteilter Straftäter. Nun einige Stunden nach dem Urteil in München darf sich der ehemalige Tennisstar schon wieder im Fernsehen präsentieren...
Die TV-Stationen stehen vermutlich schon Schlange. Der Sieger im Gerangel steht fest: Es ist die öffentlich-rechtliche ARD. In einem Beckmann-Spezial will Becker über den Steuerprozeß und dessen Hintergründe sprechen.
Da stellt sich die Frage, was denn einen Fernsehsender, der von unseren Gebühren bezahlt wird, dazu veranlasst, dem Becker sofort ein Podium zu bieten. Was erwarten die Macher der ARD von diesem Frage- und Antwortspiel? Sind es neue Hintergründe, sind neue Ein- und Aussichten des Boris B.?
Eine der vielen Fragen, die sich da stellt: Geht es nur noch - auch im öffentlich-rechtlichen Medium - um Einschaltquoten? Warum wird nicht einem verurteilten Kleindealer ein ähnliches Podium ermöglicht. Was unterscheidet Boris B. - juristisch gesehen - von einem Autoklauer, dem ein ähnliches Strafmaß aufgebrummt wurde?
Hier werden langsam aber sicher moralische Maßstäbe verzerrt, hier werden Täter präsentiert und sie können sich - hoffentlich vor keinem Millionenpublikum - vielleicht auch noch rechtfertigen. So nach dem Motto: Ich mache das nie wieder!
Wenn Sie nun vielleicht die gleiche oder eine andere Meinung zu diesem Thema haben, dann lassen Sie uns das wissen. Schicken Sie einfach eine Mail an: redaktion@nnz-online.de
Autor: nnzDie TV-Stationen stehen vermutlich schon Schlange. Der Sieger im Gerangel steht fest: Es ist die öffentlich-rechtliche ARD. In einem Beckmann-Spezial will Becker über den Steuerprozeß und dessen Hintergründe sprechen.
Da stellt sich die Frage, was denn einen Fernsehsender, der von unseren Gebühren bezahlt wird, dazu veranlasst, dem Becker sofort ein Podium zu bieten. Was erwarten die Macher der ARD von diesem Frage- und Antwortspiel? Sind es neue Hintergründe, sind neue Ein- und Aussichten des Boris B.?
Eine der vielen Fragen, die sich da stellt: Geht es nur noch - auch im öffentlich-rechtlichen Medium - um Einschaltquoten? Warum wird nicht einem verurteilten Kleindealer ein ähnliches Podium ermöglicht. Was unterscheidet Boris B. - juristisch gesehen - von einem Autoklauer, dem ein ähnliches Strafmaß aufgebrummt wurde?
Hier werden langsam aber sicher moralische Maßstäbe verzerrt, hier werden Täter präsentiert und sie können sich - hoffentlich vor keinem Millionenpublikum - vielleicht auch noch rechtfertigen. So nach dem Motto: Ich mache das nie wieder!
Wenn Sie nun vielleicht die gleiche oder eine andere Meinung zu diesem Thema haben, dann lassen Sie uns das wissen. Schicken Sie einfach eine Mail an: redaktion@nnz-online.de

