Fr, 13:08 Uhr
16.10.2009
wer hat wen gewählt?
Nach den Landtagswahlen in Thüringen ist jetzt eine umfangreiche Auswertung des Wahlverhaltens der Thüringer veröffentlicht worden. Hier einige Einzelheiten daraus...
Im Gegensatz zur allgemeinen Wahlstatistik, die im Wesentlichen eine statistische Auswertung der amtlichen Wahlergebnisse beinhaltet, wird in der Repräsentativen Wahlstatistik, anhand einer Stichprobe, das Wahlverhalten, d.h. die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe nach Alter und Geschlecht untersucht.
Für die Wahl zum 5. Thüringer Landtag wurden von den insgesamt 2 837 Urnenwahlbezirken 119 (4,2 Prozent) und von den insgesamt 272 Briefwahlbezirken 14 (5,1 Prozent) unter wahlpolitischen und soziologischen Gesichtspunkten ausgewertet.
Die Wahlbeteiligung sank am deutlichsten bei Frauen und Männern in der Altersgruppe 21 bis unter 40 Jahre. Lediglich bei Frauen im Alter von 60 bis unter 70 Jahren und Männern in der Altersgruppe 50 bis 70 Jahre und älter wurde ein Anstieg der Wahlbeteiligung registriert. Bei der diesjährigen Landtagswahl machten vor allem die höheren Altersgruppen von ihrem Wahlrecht Gebrauch, so lag der Anteil bei den 60 bis unter 70-Jährigen mit 63,9 Prozent am höchsten. Am niedrigsten ist die Wahlbeteiligung, mit 32,4 Prozent, in der Altersgruppe 21 bis unter 25 Jahre.
Die SPD konnte gegenüber der Landtagswahl 2004 einen Stimmenzuwachs von insgesamt 3,6 Prozentpunkten verzeichnen. Auch hier liegt die Gunst, wie bei der CDU, mehr bei den Frauen. Während 20,6 Prozent der Frauen SPD wählten, waren es bei den Männern 17,1 Prozent.
Die FDP gewann bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen an Stimmen hinzu. So konnte sie ihr Ergebnis in fast allen Altersgruppen in etwa verdoppeln.
Die GRÜNEN verbuchten über alle Altersgruppen hinweg, bei Frauen als auch bei den Männern, einen etwas höheren Stimmenanteil. Die größte Unterstützung fanden sie bei den 18 bis 25-jährigen Frauen.
Mit einem Landesstimmenergebnis von 4,2 Prozent, schnitt die NPD um 2,6 Prozentpunkte besser ab als zur Landtagswahl 2004. Der höchste Zuwachs wurde bei den Männern in der Altersgruppe der 25 bis unter 35-Jährigen mit 5,7 Prozentpunkten erzielt.
Ebenfalls mit einem sehr hohen Anteil war bei Frauen (26,3 Prozent) und bei Männern (20,6 Prozent) die Ursache 'Wahlkreisstimmenseite leer oder durchgestrichen' zu finden.
Ungewöhnlich hoch fällt der Anteil der differenzierten Wahlentscheidung bei den GRÜNEN aus: Fast 46 Prozent der Wähler, die mit ihrer Landesstimme dieser Partei ihre Stimme gaben, haben mit der Wahlkreisstimme die Wahlkreiskandidaten einer anderen Partei unterstützt.
Ähnliches ist bei der FDP zu beobachten: 35,1 Prozent gaben ihre Landesstimme dieser Partei und ihre Wahlkreisstimme einer anderen Partei.
Autor: nnz/knIm Gegensatz zur allgemeinen Wahlstatistik, die im Wesentlichen eine statistische Auswertung der amtlichen Wahlergebnisse beinhaltet, wird in der Repräsentativen Wahlstatistik, anhand einer Stichprobe, das Wahlverhalten, d.h. die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe nach Alter und Geschlecht untersucht.
Für die Wahl zum 5. Thüringer Landtag wurden von den insgesamt 2 837 Urnenwahlbezirken 119 (4,2 Prozent) und von den insgesamt 272 Briefwahlbezirken 14 (5,1 Prozent) unter wahlpolitischen und soziologischen Gesichtspunkten ausgewertet.
Wahlbeteiligung
Die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Wahlbeteiligung waren ziemlich gering, so setzte sich die Wahlbeteiligung (ermittelt aus den Wahlbeteiligten ohne Wahlscheinvermerk - Urnenwähler) von insgesamt 51,1 Prozent aus 26,0 Prozent bei den Frauen und 25,1 Prozent bei den Männern zusammen.Die Wahlbeteiligung sank am deutlichsten bei Frauen und Männern in der Altersgruppe 21 bis unter 40 Jahre. Lediglich bei Frauen im Alter von 60 bis unter 70 Jahren und Männern in der Altersgruppe 50 bis 70 Jahre und älter wurde ein Anstieg der Wahlbeteiligung registriert. Bei der diesjährigen Landtagswahl machten vor allem die höheren Altersgruppen von ihrem Wahlrecht Gebrauch, so lag der Anteil bei den 60 bis unter 70-Jährigen mit 63,9 Prozent am höchsten. Am niedrigsten ist die Wahlbeteiligung, mit 32,4 Prozent, in der Altersgruppe 21 bis unter 25 Jahre.
Briefwahl (Landesstimmen)
Von den in die Repräsentative Wahlstatistik einbezogenen Wählern entschieden sich 13,4 Prozent für die Briefwahl. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen nimmt die Neigung der Stimmabgabe durch Briefwahl mit dem Alter zu, so war knapp jeder zweite Briefwähler 60 Jahre und älter. Demgegenüber lag dieser Anteil bei den unter 25-Jährigen bei lediglich 6,6 Prozent.Stimmabgaben nach Altersgruppen (Landesstimmen)
Wie bei der Landtagswahl 2004 ging auch bei dieser Wahl die CDU als stärkste Partei in Thüringen hervor. Wobei dieser Zuspruch mehr für die Frauen gilt (32,1 Prozent). Männer sprachen mehr der Partei DIE LINKE zu und machten sie als stärkste Partei (30,2 Prozent) geltend. Dabei konzentrierte sich die Hauptwählerschaft auf die über 60-Jährigen.Die SPD konnte gegenüber der Landtagswahl 2004 einen Stimmenzuwachs von insgesamt 3,6 Prozentpunkten verzeichnen. Auch hier liegt die Gunst, wie bei der CDU, mehr bei den Frauen. Während 20,6 Prozent der Frauen SPD wählten, waren es bei den Männern 17,1 Prozent.
Die FDP gewann bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen an Stimmen hinzu. So konnte sie ihr Ergebnis in fast allen Altersgruppen in etwa verdoppeln.
Die GRÜNEN verbuchten über alle Altersgruppen hinweg, bei Frauen als auch bei den Männern, einen etwas höheren Stimmenanteil. Die größte Unterstützung fanden sie bei den 18 bis 25-jährigen Frauen.
Mit einem Landesstimmenergebnis von 4,2 Prozent, schnitt die NPD um 2,6 Prozentpunkte besser ab als zur Landtagswahl 2004. Der höchste Zuwachs wurde bei den Männern in der Altersgruppe der 25 bis unter 35-Jährigen mit 5,7 Prozentpunkten erzielt.
Ungültige Stimmen
Bei den ungültigen Stimmen lag der Großteil, sowohl bei den Frauen (54,7 Prozent) als auch bei den Männern (61,3 Prozent) bei 'Wahlkreis- und Landesstimme ungültig'. Die häufigste Ursache hierbei war bei Frauen mit 23,7 Prozent und bei Männern mit 28,2 Prozent 'Wahlkreis- und Landesstimmenseite leer oder durchgestrichen'.Ebenfalls mit einem sehr hohen Anteil war bei Frauen (26,3 Prozent) und bei Männern (20,6 Prozent) die Ursache 'Wahlkreisstimmenseite leer oder durchgestrichen' zu finden.
Stimmensplitting
Etwa neun Zehntel der Wählerinnen und Wähler unterstützten mit der Wahlkreisstimme die gleiche Partei wie mit der Landesstimme. Zwischen Frauen und Männern war hier kein wesentlicher Unterschied erkennbar.Ungewöhnlich hoch fällt der Anteil der differenzierten Wahlentscheidung bei den GRÜNEN aus: Fast 46 Prozent der Wähler, die mit ihrer Landesstimme dieser Partei ihre Stimme gaben, haben mit der Wahlkreisstimme die Wahlkreiskandidaten einer anderen Partei unterstützt.
Ähnliches ist bei der FDP zu beobachten: 35,1 Prozent gaben ihre Landesstimme dieser Partei und ihre Wahlkreisstimme einer anderen Partei.


