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Sa, 17:20 Uhr
19.10.2002

nnz-Stichwort: Nachhaltigkeit

Nordhausen (nnz). Innerhalb von zehn Jahren - zwischen der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 und dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 - ist der Begriff in den Sprachgebrauch eingegangen. Was er bedeutet, und wo er herstammt, ist Vielen trotzdem nicht genau bekannt.


Nachhaltigkeit Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat seine Wurzeln in Deutschland, genauer gesagt in der deutschen Forstwirtschaft. Es war der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz, der es 1713 erstmals beschrieb: Es wird nur soviel Holz genutzt, wie dauerhaft nachwächst. Für jeden entnommenen Baum wird ein neuer gepflanzt, und dieser wird bei späterer Nutzung wiederum durch einen Sämling ersetzt. Bereits seit mehr als 200 Jahren wird der Wald hierzulande "nachhaltig" bewirtschaftet, und die Waldfläche wächst von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. In Deutschlands Wäldern kommt das Prinzip der Nachhaltigkeit somit einem nutzbringenden, in jeder Beziehung unbedenklichen Kreislauf gleich, der sich unbegrenzt fortsetzen lässt.

Wer Holz zum Bauen, für die Wohnung und im Alltag verwendet, betreibt keinen Raubbau, sondern schont Natur, Umwelt und Klima. Mit seiner populären Wiederentdeckung erhielt der Begriff 1992 neue Ausformungen. Nachhaltigkeit umschreibt heute die weltweite Aufgabe, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu schützen, dabei zugleich Wohlstand und sozialen Fortschritt zu sichern, ohne das Wirtschaftswachstum zu behindern.
Autor: nnz

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