Do, 14:27 Uhr
10.09.2009
nnz-Betrachtung: Verbinden?
Verbände sind gemeinhin eine gute, weil nützliche Sache. Die besteht darin, dass sich mehrere Teile zu einem Ganzen verbinden und zusammengehalten werden. Das sollte auch beim Thüringer Fußballverband (TFV) so sein. Eine Verbundenheit mit Nordhausen sehe ich jedoch nicht...
Ich gebe zu: Als Lokaljournalist bin ich eben auch sportlicher Lokalpatriot und eben nicht RWE-Fan. Mag sein, dass ich dadurch ein wenig subjektiv agiere, doch auch ich sammle Erfahrungen. Und die sind mit dem TFV nicht sonderlich freundlich.
Wie jeder Verband, so hat auch der TFV Funktionäre. Die müssen funktionieren. Beim TFV funktionieren die scheinbar in erster Linie für die Landeshauptstadt. Wer als Nordhäuser Fußball-Fan mal vorsichtig zurückblickt der wird feststellen, dass Nordhäuser Interessen im Vorfeld sportlicher Auseinandersetzungen mit den Rot-Weißen der Landeshauptstadt selten eine Berücksichtigung fanden. Das ist nicht erst seit der Jetzt-Zeit so, wo beide Vereine etliche Spielklassen voneinander trennen, das hat Tradition und Geschichte. Da kann Nordhausen die funktionierenden Funktionäre des TFV noch so hoffieren, es wird nichts nutzen: Nordhausen wird zweiter Sieger bleiben, Erfurt wird gewinnen.
Nicht viel anders sieht es bei den funktionalen Niederungen des Verbandes aus. Im sportlichen Bezirk zum Beispiel. Da müssen vor allem die Spielansetzer von allen guten Geistern verlassen sein. Oder sie beabsichtigen, die Vereine in den kommenden Jahren auszudünnen und finanziell zu schädigen. Vermutlich gibt es dann nicht mehr so viel Arbeit und Probleme in der Fläche.
Anders kann ich zum Beispiel die Ansetzungen des 29. August dieses Jahres nicht deuten. Da spielt Wacker Nordhausen gegen Wacker Gotha. In Nordhausen. Zur gleichen Zeit, am gleichen Tag werden im Bezirk zwei Kreisderbys angesetzt: Kraja gegen die Wacker-Reserve und Salza gegen Werther. Letzteres Spiel wäre auf Grund der Brisanz, die beide Vereine seit der vorigen Saison verbindet, einen Hingucker wert gewesen. Doch dank den Spielansetzern spielen nicht nur immer zwei Mannschaften gegeneinander auf einem Platz, diesmal werden drei Vereine gegeneinander ins Rennen um den interessierten Zuschauer geschickt. Und so müssen die drei gastgebenden Vereine an diesem herrlichen Samstag eben mit der minimal möglichen Kulisse auskommen.
Das alles ist schwer zu verstehen, weil nicht nachvollziehbar. Ich will hier die Verantwortlichen nicht benennen. Die Insider kennen die Namen, sie sind im Netz recherchierbar. Ob sich ein solches Verbandsverhalten ändert? Kaum, denn letztlich ist der Thüringer Fußballverband in erster Linie für die Großen da. Mit denen kann man sich überregional schmücken. Eine kostenfreie Einladung ins Erfurter oder Jenaer Stadion und der damit verbundene VIP-Platz ist allemal mehr wert als die knochenharte Bank im Albert-Kuntz-Sportpark ohne Abgrenzung zum gemeinen Zuschauer.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzIch gebe zu: Als Lokaljournalist bin ich eben auch sportlicher Lokalpatriot und eben nicht RWE-Fan. Mag sein, dass ich dadurch ein wenig subjektiv agiere, doch auch ich sammle Erfahrungen. Und die sind mit dem TFV nicht sonderlich freundlich.
Wie jeder Verband, so hat auch der TFV Funktionäre. Die müssen funktionieren. Beim TFV funktionieren die scheinbar in erster Linie für die Landeshauptstadt. Wer als Nordhäuser Fußball-Fan mal vorsichtig zurückblickt der wird feststellen, dass Nordhäuser Interessen im Vorfeld sportlicher Auseinandersetzungen mit den Rot-Weißen der Landeshauptstadt selten eine Berücksichtigung fanden. Das ist nicht erst seit der Jetzt-Zeit so, wo beide Vereine etliche Spielklassen voneinander trennen, das hat Tradition und Geschichte. Da kann Nordhausen die funktionierenden Funktionäre des TFV noch so hoffieren, es wird nichts nutzen: Nordhausen wird zweiter Sieger bleiben, Erfurt wird gewinnen.
Nicht viel anders sieht es bei den funktionalen Niederungen des Verbandes aus. Im sportlichen Bezirk zum Beispiel. Da müssen vor allem die Spielansetzer von allen guten Geistern verlassen sein. Oder sie beabsichtigen, die Vereine in den kommenden Jahren auszudünnen und finanziell zu schädigen. Vermutlich gibt es dann nicht mehr so viel Arbeit und Probleme in der Fläche.
Anders kann ich zum Beispiel die Ansetzungen des 29. August dieses Jahres nicht deuten. Da spielt Wacker Nordhausen gegen Wacker Gotha. In Nordhausen. Zur gleichen Zeit, am gleichen Tag werden im Bezirk zwei Kreisderbys angesetzt: Kraja gegen die Wacker-Reserve und Salza gegen Werther. Letzteres Spiel wäre auf Grund der Brisanz, die beide Vereine seit der vorigen Saison verbindet, einen Hingucker wert gewesen. Doch dank den Spielansetzern spielen nicht nur immer zwei Mannschaften gegeneinander auf einem Platz, diesmal werden drei Vereine gegeneinander ins Rennen um den interessierten Zuschauer geschickt. Und so müssen die drei gastgebenden Vereine an diesem herrlichen Samstag eben mit der minimal möglichen Kulisse auskommen.
Das alles ist schwer zu verstehen, weil nicht nachvollziehbar. Ich will hier die Verantwortlichen nicht benennen. Die Insider kennen die Namen, sie sind im Netz recherchierbar. Ob sich ein solches Verbandsverhalten ändert? Kaum, denn letztlich ist der Thüringer Fußballverband in erster Linie für die Großen da. Mit denen kann man sich überregional schmücken. Eine kostenfreie Einladung ins Erfurter oder Jenaer Stadion und der damit verbundene VIP-Platz ist allemal mehr wert als die knochenharte Bank im Albert-Kuntz-Sportpark ohne Abgrenzung zum gemeinen Zuschauer.
Peter-Stefan Greiner

