Do, 08:07 Uhr
23.07.2009
Vorgestellt: Spanien
Über das Volleyball-Highlight dieses Jahres hatte die nnz bereits berichtet. Am 31. Juli stehen sich in der Nordhäuser Wiedigsburghalle die Nationalmannschaften von Deutschland und Spanien gegenüber. Wir stellen Ihnen heute den amtierenden Europameister vor...
Wenn man lediglich die Statistik zugrunde legt, gehen die deutschen Männer in die Partien gegen die Spanier als klarer Favorit: Von bisher 47 Vergleichen konnten die Spanier lediglich zehn Spiele gewinnen. Wie Statistik trügen kann, zeigt der Blick auf die jüngsten Resultate und die Weltrangliste: Spanien gewann 2007 nicht nur die European League (in vier Duellen siegte die deutsche Mannschaft dreimal), sondern völlig überraschend auch den EM-Titel in Russland (u.a. 3:1-Sieg gegen Deutschland). Es war die erste Medaille für den spanischen Hallen-Volleyball überhaupt.
Mit dem Titel katapultierte sich Spanien in der Weltrangliste damals um 18 Plätze nach vorne und nahm den 6. Platz ein – mittlerweile rangieren sie auf Rang zehn. Die letzten beiden Duelle gingen jedoch jeweils nach fünf Sätzen an die DVV-Männer: 2008 bei Olympia-Qualifikation und – ganz frisch – im Finale der European League 2009 in Portimao/Portugal.
Nachdem Sensations-Triumph von Moskau 2007 mussten die Iberer dennoch eine Niederlage einstecken: Gold-Trainer Andrea Anastasi, der aus den Spaniern eine echte Einheit formte und sie bis an die europäische Spitze führte, nahm das Angebot seines Heimatlandes Italien an und übernahm den Trainerposten bei der italienischen Nationalmannschaft. Als Nachfolger wurde der Argentinier Marcelo Mendez ausgewählt – ein Kenner des spanischen Volleyballs, der dennoch scheiterte.
Das Verpassen der Olympia-Qualifikation wurde ihm zum Opfer, und sein Nachfolger ist ebenfalls ein Argentinier und kein Geringerer als Julio Velasco. Velasco gilt als einer der besten und erfolgreichsten Trainer der Welt und war verantwortlich für den Aufstieg der Italiener in die absolute Weltspitze in den 90-er Jahren. Die Ziele für 2009 sind klar: Nach dem insgesamt erfolgreichen Auftritt in der European League mit nur einer Niederlage soll das WM-Ticket gebucht werden (Gegner sind Serbien, Rumänien und Estland) und– im Idealfall – der EM-Titel in der Türkei verteidigt werden.
Bei diesem Unterfangen wird auch Velasco vor allem wieder auf die Karte Falasca setzen. Die Brüder Miguel und Guillermo, ebenfalls gebürtige Argentinier, stellen das Herzstück des Europameisters dar. Zuspieler Miguel (36 Jahre) ist Dreh- und Angelpunkt im Team und einer der weltbesten Ballverteiler. Beim World Cup 2007 heimste er den Preis als bester Passverteiler ein. Haupt-Anspielstation ist sein etwas pummelig wirkender, aber enorm schlagstarker fünf Jahre jüngerer Bruder, Diagonalspieler Guillermo, der in der vergangenen Saison an einer schweren Schulterverletzung laborierte.
Neben diesen Beiden bilden die Mittelblocker Jose Luis Molto und Julian Garcia-Torres, die Außenangreifer Israel Rodriguez und Enrique de la Fuente sowie Libero Alexis Valido eine sehr spielstarke Stammformation. Molto avancierte sowohl bei der EM als auch beim World Cup zum besten Blockspieler des Turniers, Libero Valido ist ein guter alter Bekannter, spielte er doch mehrere erfolgreiche Jahre beim VfB Friedrichshafen. So gut die erste Formation der Spanier auch ist, dahinter klaffte zuletzt eine Lücke. Fällt einer der gesetzten Spieler aus, könnte es problematisch werden mit dem Erreichen der gesteckten Ziele…
Ex-Bundestrainer Stelian Moculescu, nun verantwortlich für Rumänien und damit Gegner in der WM-Qualifikation, meinte 2008 zu den Spaniern: Spanien ist mit dem EM-Titel unter den Großen angekommen. Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft. Ob sie nochmals zu einer solchen Form wie bei der EM findet, wird sich zeigen. Deutschland hat immer gut gegen Spanien ausgesehen, auch wenn wir einige der letzten Partie gegen sie verloren haben.
Autor: nnzWenn man lediglich die Statistik zugrunde legt, gehen die deutschen Männer in die Partien gegen die Spanier als klarer Favorit: Von bisher 47 Vergleichen konnten die Spanier lediglich zehn Spiele gewinnen. Wie Statistik trügen kann, zeigt der Blick auf die jüngsten Resultate und die Weltrangliste: Spanien gewann 2007 nicht nur die European League (in vier Duellen siegte die deutsche Mannschaft dreimal), sondern völlig überraschend auch den EM-Titel in Russland (u.a. 3:1-Sieg gegen Deutschland). Es war die erste Medaille für den spanischen Hallen-Volleyball überhaupt.
Mit dem Titel katapultierte sich Spanien in der Weltrangliste damals um 18 Plätze nach vorne und nahm den 6. Platz ein – mittlerweile rangieren sie auf Rang zehn. Die letzten beiden Duelle gingen jedoch jeweils nach fünf Sätzen an die DVV-Männer: 2008 bei Olympia-Qualifikation und – ganz frisch – im Finale der European League 2009 in Portimao/Portugal.
Nachdem Sensations-Triumph von Moskau 2007 mussten die Iberer dennoch eine Niederlage einstecken: Gold-Trainer Andrea Anastasi, der aus den Spaniern eine echte Einheit formte und sie bis an die europäische Spitze führte, nahm das Angebot seines Heimatlandes Italien an und übernahm den Trainerposten bei der italienischen Nationalmannschaft. Als Nachfolger wurde der Argentinier Marcelo Mendez ausgewählt – ein Kenner des spanischen Volleyballs, der dennoch scheiterte.
Das Verpassen der Olympia-Qualifikation wurde ihm zum Opfer, und sein Nachfolger ist ebenfalls ein Argentinier und kein Geringerer als Julio Velasco. Velasco gilt als einer der besten und erfolgreichsten Trainer der Welt und war verantwortlich für den Aufstieg der Italiener in die absolute Weltspitze in den 90-er Jahren. Die Ziele für 2009 sind klar: Nach dem insgesamt erfolgreichen Auftritt in der European League mit nur einer Niederlage soll das WM-Ticket gebucht werden (Gegner sind Serbien, Rumänien und Estland) und– im Idealfall – der EM-Titel in der Türkei verteidigt werden.
Bei diesem Unterfangen wird auch Velasco vor allem wieder auf die Karte Falasca setzen. Die Brüder Miguel und Guillermo, ebenfalls gebürtige Argentinier, stellen das Herzstück des Europameisters dar. Zuspieler Miguel (36 Jahre) ist Dreh- und Angelpunkt im Team und einer der weltbesten Ballverteiler. Beim World Cup 2007 heimste er den Preis als bester Passverteiler ein. Haupt-Anspielstation ist sein etwas pummelig wirkender, aber enorm schlagstarker fünf Jahre jüngerer Bruder, Diagonalspieler Guillermo, der in der vergangenen Saison an einer schweren Schulterverletzung laborierte.
Neben diesen Beiden bilden die Mittelblocker Jose Luis Molto und Julian Garcia-Torres, die Außenangreifer Israel Rodriguez und Enrique de la Fuente sowie Libero Alexis Valido eine sehr spielstarke Stammformation. Molto avancierte sowohl bei der EM als auch beim World Cup zum besten Blockspieler des Turniers, Libero Valido ist ein guter alter Bekannter, spielte er doch mehrere erfolgreiche Jahre beim VfB Friedrichshafen. So gut die erste Formation der Spanier auch ist, dahinter klaffte zuletzt eine Lücke. Fällt einer der gesetzten Spieler aus, könnte es problematisch werden mit dem Erreichen der gesteckten Ziele…
Ex-Bundestrainer Stelian Moculescu, nun verantwortlich für Rumänien und damit Gegner in der WM-Qualifikation, meinte 2008 zu den Spaniern: Spanien ist mit dem EM-Titel unter den Großen angekommen. Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft. Ob sie nochmals zu einer solchen Form wie bei der EM findet, wird sich zeigen. Deutschland hat immer gut gegen Spanien ausgesehen, auch wenn wir einige der letzten Partie gegen sie verloren haben.
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