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Fr, 17:32 Uhr
10.07.2009

Schaffen und vernichten

Es sind mitunter immer die gleichen Plattitüden, mit denen Politiker agieren. Darin unterscheidet sich die Opposition nicht wesentlich von den Regierenden. Natürlich ist das auch bei den Mindestlöhnen so...


„Mehr Beschäftigung und höhere Löhne lassen sich nur mit einer erfolgreichen Wirtschaft erzielen“: Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) heute mit Blick auf Forderungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Matschie nach einem allgemeinen Mindest­lohn. „Die Einkommen werden in dem Maße besser, wie unsere Unternehmen stärker werden.“ Die Landesregierung setzt deshalb auf eine verlässliche Wirtschafts- und Tech­nologieförderung, um Ansiedlungen und Wachstum zu unterstützen.

Einen allgemeinen Mindestlohn lehnte Reinholz ab: „Eine solche Regelung kostet Arbeitsplätze und verringert Chancen für Menschen mit geringer Qualifikation.“ Mindestlöhne seien kein Beitrag zur Bekämpfung von Armut, sondern eine Armutsfalle. „Vor allem in der aktuellen Wirtschafts­krise sind solche Experimente äußerst riskant.“
 
In Deutschland werden Löhne und Gehälter von den Tarifparteien ausgehandelt, sagte der Minister. Darauf habe die SPD seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland immer mit Vehemenz gepocht. Es ist deshalb völlig unverständlich, dass man diesen Weg aus rein wahltaktischen Erwägungen heraus jetzt verlassen wolle.
 
Den Vorwurf, die Landesregierung verfolge eine Billiglohn-Strategie, wies der Minister zu­rück. „Es ist von Anfang an meine feste Überzeugung gewesen, dass gute Arbeit auch gut bezahlt werden muss.“ Aufgabe des Staates sei es aber nicht, die Löhne nach Gutdünken festzusetzen. Die Landesregierung favorisiert deshalb das Konzept eines „Mindesteinkom­mens“, bei dem geringfügige Löhne vom Staat aus Steuermitteln bis zu einer existenz­sichernden Höhe aufgestockt werden. Darüber steht Thüringen auch branchenbezogenen Mindestlohn-Regelungen, die von den Tarifpartnern vereinbart werden, offen gegenüber.
 
Empirische Studien zu den Folgen eines Mindestlohn gehen – je nach Höhe des Mindest­lohns – von einem Verlust von bis zu 2 Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland aus. In Thüringen wären bis zu 50.000 Arbeitsplätze durch die Einführung eines Mindestlohns bedroht. „Mindestlöhne sind ein süßes Gift, das schleichend die Jobchancen von Tausen­den Menschen mit geringer Qualifikation oder bestimmten Entwicklungshemmnissen ver­nichtet“, sagte Reinholz. Darüber müsse sich jeder Mindestlohnbefürworter im Klaren sein.
 
„Thüringen hat in den letzten 18 Jahren insgesamt eine hervorragende Entwicklung genom­men“, sagte der Minister. So sind laut aktuellem IAB-Betriebspanel zwischen Juni 2005 und Juni 2008 in Thüringen 33.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Zu mehr als 90 Prozent handelt es sich bei diesem Zuwachs um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, zu rund 80 Prozent um Vollzeitstellen. Zugleich verwies Reinholz auf die Tatsache, dass Thü­ringen seit Jahren die niedrigste Arbeitslosenquote der neuen Länder aufweist.
Autor: nnz/kn

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Kommentare
Nordhäuser 2
12.07.2009, 13:01 Uhr
Billiglohnland
Deutschland+Zypern sind die einzigen Länder in der EU die keinen Mindestlohn haben .CDU+FDP beten ja ständig das Märchen das Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet .Thüringen hat in Deutschland die niedrigsten

Löhne und längsten Arbeitszeiten das deshalb viele junge Leute Thüringen verlassen wird ja von dieser Regierung auch bestritten!Die Kröning ist ja noch ihr Kombilohn Modell Firmen die Niedriglöhne zahlen sollen auch noch vom Steuerzahler subventioniert werden!

Ich hoffe nur das diese Anti Arbeiterpartei endlich zur Landtagswahl ihre Rechnung bekommt.
Übrigens Ich bin kein Mitglied einer Partei.
echter Nordhaeuser
12.07.2009, 16:54 Uhr
Wer Reinholz & Co. wählt, wählt Armut!
Plattitüden, genau die richtigen Worte. Kaufkraft stärkt die Inlandsnachfragen, aber nicht mit den Löhnen, die in Thüringen ja ca. durchschnittlich 1200 € Netto betragen und damit ist mann schon bei einem guten Verdienst! Geht mann dann noch von den höchsten Preisen bei Strom und Gas aus, bleibt zum konsumieren nicht viel übrig!

Ein H. Reinholz interessiert das wohl nicht und deswegen sollten wir Nordhäuser Ihm und seiner Partei einen Denkzettel verpassen, denn die Kosten, die nach der Wahl zum Schuldenabbau auf uns zukommen, können wir nur erahnen. Für Herrn Reinholz sind das nur Peanuts, der hat bestimmt keinen Mindestlohn nötig.
12345
12.07.2009, 17:32 Uhr
eine kleine Rechnung
Lieber Nordhäuser,

da sie scheinbar keine Ahnung haben, was sie da reden, werde ich ihnen eine kleine Rechnung zur Kaufkraft = Konsum = Nachfrage = Angebot = Arbeitsnachfrage = Arbeitsplätze zeigen. Ich würde ihnen die tatsächliche arbeitsplatzvernichtende Auswirkungen von Mindestlohn auch grafisch zeigen, aber das geht hier leider nicht. Also gebe ich ihnen dieses Beispiel:

Stellen sie sich vor es gibt einen Frisör mit fiktiven 150 Euro Einnahmen. Für den Gesellen fallen Löhne i.H.v. 32 Euro an. Ergo bleiben für den Chef 128 Euro.

Nun führen wir einen Mindestlohn ein, der für den Gesellen 64 Euro Lohn vorschreibt. Die Einnahmen werden sich in der Periode nicht ändern, also haben wir 150 Euro Einnahmen - 64 Euro Lohn für den Gesellen = 96 Euro für den Chef. Ergo die Kaufkraft ändert sich NICHT. Das ganze war eine Umverteilung von den Schwachen zu den Schwachen. Die starken Schultern haben nichts getragen.

Wenn wir das ganze jetzt noch weiter spinnen wollen, könnte man (was der Realtität entspricht) annehmen, dass der Chef durch den geringeren Lohn seine Arbeit(szeit) ausweiten wird um auf die alten 128 Euro zukommen. Und nun raten sie, wer dafür Abstriche machen muss, wenn sich die Einnahmen (realistischerweise) nicht ändern werden?!

Bevor sie also große Reden halten, würde ich es begrüßen, wenn sie ab und zu ein VWL-Buch in die Hand nehmen würden.

PS: Ich danke meinem Prof. A. für dieses Wissen.
12345
12.07.2009, 17:36 Uhr
berichtigung
die werte sind falsch, es müssen natürlich 118 und 86 euro sein. entschuldigung dafür.
Okieh
13.07.2009, 13:11 Uhr
VWL Buch, nur ein Buch von vielen
Das Kapital von Karl Marx ist auch ein Buch mit vielen Inhalten, welche sich als nicht umsetzbar erwiesen. Ein VWL-Buch betrachtet die Situation wirtschaftlich. Wo aber bleibt die demokratische und soziale Betrachtung. Schauen wir uns Ihre Berechnung noch einmal an:

Stellen sie sich vor es gibt einen Frisör mit fiktiven 150 Euro Einnahmen. Für den Gesellen fallen Löhne i.H.v. 22 Euro an. Ergo bleiben für den Chef 128 Euro. Hat der Frisör jedoch bereits mehrere Läden und auch mehr als nur einen Angestellten, dann sieht die Rechnung so aus:

Pro Geschäft 4 Angestellte (ca. 600,- Euro Einnahmen) je Angestellte 22,- Euro und für den Chef 512,- Euro + Gewinn aus den restlichen 3 Läden macht dann: 2.048,- Euro.

Laut VWL-Buch eine super wirtschaftliche Leistung, aber wie demokratisch und sozial finden Sie diese Arbeitsweise??? Diese Praktiken sind nicht nur in Klein- und Mittelständler zu finden, nein auch bei größeren Betrieben. Nur hier ist dann die Gewinnsumme um einiges höher. Oder wie sonst erklären Sie sich die immer größer werdende Distanz zwischen Arm und Reich. Ach ja noch eins! Der Gewinn bei den größeren Betrieben wird in der Regel nicht in Deutschland konsumiert, so dass die Kaufkraft noch nicht einmal den deutschen Unternehmern zu Gute kommt.
Willi
13.07.2009, 21:11 Uhr
schwache Gewerkschaften
Löhne und Gehälter werden doch in Deutschland von Tarifparteien ausgehandelt, richtig???? Also haben die niedrigen Löhne auch etwas mit den schwachen Gewerkschaften speziell im Osten Deutschlands zu tun, Richtig???? Und das ist von der DGB Zentrale im Westen gesteuert, denn ein starker Osten schadet dem Westen, das wissen auch die Gewerkschaften!

Was heben ein Reinholz, Althaus oder Zeh mit den Löhnen in Thüringen zu tun. Nichts!!!! Selbst wenn ein Herr Ramelow Ministerpräsident wäre würde sich daran nichts ändern, weil die Gewerkschaften im Osten einfach nichts auf die Reihe bringen. Ein Mindestlohn in Deutschland ist sicher wünschenswert und einheitliche Löhne in Ost und West schon lange überfällig aber das ist Aufgabe der Bundespolitik!
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