Mi, 15:14 Uhr
10.06.2009
Neue Auszählung
Gestern ging der Wahlmarathon weiter: Bis weit nach 23 Uhr saßen dessen Mitglieder für die Kreistagswahl zusammen und prüften die eingereichten Unterlagen aus den neun Gebietskörperschaften, also den Städten, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften im Landkreis. Noch liegt kein amtliches Endergebnis vor, denn der Wahlausschuss meldete einige Kritikpunkte an...
Im Bürgersaal von Nordhausen werden die Wahlunterlagen verpackt und verschnürt. Am nächsten Mittwoch wird erneut ausgezählt
Die berufenen Beisitzer verglichen unter anderem die Wahlniederschriften mit den Zähllisten, die den Wahlhelfern als Hilfsmittel dienen – aufgelistet sind dort alle 190 Kandidaten, die sich für einen der 46 Plätze im Kreistag beworben haben. In der Stadt Nordhausen, in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hohnstein/Südharz, in Günzerode und in Etzelsrode fielen so deutliche Unstimmigkeiten auf, dass der Wahlausschuss sich für eine Nachzählung aussprach. Wichtig für diese Entscheidung waren teilweise auch Beanstandungen an den Auszählungsmodalitäten, die gestern den Mitgliedern des Wahlausschusses zur Kenntnis gebracht wurden. Demnach bestünde der konkrete Verdacht, dass in verschiedenen Stimmbezirken in der Stadt Nordhausen Stimmzettel für ungültig erklärt worden, die in anderen für gültig befunden wurden.
In verschiedenen der insgesamt 115 Stimmbezirke im Landkreis nahm der Wahlausschuss außerdem rechnerische Korrekturen des Ergebnisses vor, weil es minimale Unterschiede zwischen den Zähllisten und den Niederschriften gab. Hier wird allerdings keine Nachzählung erforderlich. Heute klärt Kreiswahlleiterin Jutta Krauth mit den betroffenen Kommunen die weitere Vorgehensweise. Die Gebietskörperschaften sind selbst für die Nachzählung verantwortlich, die schnellstmöglich erfolgen soll – möglichst in der kommenden Woche.
Für Nordhausen stehen Datum und Ort der Auszählung bereits fest. Wie der städtische Wahlleiter Günther Wagner der nnz sagte, werde am kommenden Mittwoch in der Wiedigsburghalle noch einmal ausgezählt.
Zum Hintergrund der Stimmenauszählung: In der Wahlnacht erfolgten Schnellmeldungen aus den einzelnen Kommunen zum jeweiligen Erfassungsort in den Gebietskörperschaften, also zum Beispiel in der VG Goldene Aue von Hamma nach Heringen. Von dort gab der zuständige Wahlleiter die Daten per Internet weiter an den Landeswahlleiter. Am Montag und Dienstag reichten die Gebietskörperschaften ihre Wahlunterlagen im Kreiswahlbüro im Landratsamt ein.
Der Vergleich zwischen den Schnellmeldungen, die in der Wahlnacht zum vorläufigen Ergebnis führten, und den geprüften Wahlniederschriften ergab eine Differenz. Dies lag in erster Linie an der Gemeinde Görsbach, die in der Wahlnacht die Stimmen für FDP, Grüne, NPD und zum Teil für die SPD nicht weitergeben werden konnte. Ergebnis dieser Differenz und somit einem anderen Stimmenverhältnis ist, dass die Linke einen Sitz weniger im Kreistag erreicht, die NPD einen mehr. Damit erhielte die CDU und die SPD 13 Sitze, die Linke elf, die FDP vier, die Grünen drei und die NDP zwei Sitze.
Erfasst wurden nach dem neuen Stand insgesamt 114.229 Stimmen von rund 40.200 Wahlberechtigten, statt zuvor 113.993 Stimmen nach den Schnellmeldungen. Diese Anzahl ergibt sich dadurch, dass bei vielen Wählern drei Kreuze in die Zählung eingingen. SPD, FDP, Grüne und NPD gewannen nach der Prüfung im Vergleich zur Schnellmeldung Stimmen dazu, die CDU verlor minimal, die Linke blieb bei derselben Stimmenanzahl. Diese Verschiebung des Stimmenverhälnisses schlug sich wie beschrieben in der Sitzverteilung nieder. Berechnet wird diese nach dem so genannten Hare-Niemeyer-Verfahren.
Dabei wird die Stimmenanzahl, die eine Partei erhalten hat, mit der Anzahl der Sitze im Kreistag, also 46, multipliziert und durch die Gesamtanzahl aller abgegebenen Stimmen geteilt. Ausschlaggebend ist zunächst die Zahl vor dem Komma. Über die dann noch ausstehenden Sitze entscheiden die Stellen nach dem Komma – zunächst bekommt die Partei, mit der höchsten Nachkommastelle, einen Sitz dazu und so setzt sich das fort.
Wie sich die Sitze im Kreistag in der neuen Legislaturperiode nun verteilen werden, hängt ab vom Ergebnis der Nachzählungen und den Korrekturen, die der Wahlausschuss vorgenommen hat. Angestrebt wird, dass der Wahlausschuss Ende nächster Woche, spätestens Anfang übernächster Woche das Ergebnis der Kreistagswahl endgültig feststellt und es amtlich bekannt gemacht werden kann.
Im Gegensatz zur Kreistagswahl gab es bei der Europawahl keine Probleme. Der dafür zuständige Wahlausschuss stellte das Ergebnis am Nachmittag fest. Demnach erhielten bei der EU-Wahl im Landkreis die meisten Stimmen:
CDU 28,5% (10996 Stimmen)
Linke 26,8% (10339 Stimmen)
SPD 19,3% (7473 Stimmen)
FDP 8,6 % (3335 Stimmen)
Grüne 4,8% (1865 Stimmen)
Von den fast 77.000 Wahlberechtigten beteiligten sich 52 Prozent an der EU-Wahl.
Autor: nnzIm Bürgersaal von Nordhausen werden die Wahlunterlagen verpackt und verschnürt. Am nächsten Mittwoch wird erneut ausgezählt
Die berufenen Beisitzer verglichen unter anderem die Wahlniederschriften mit den Zähllisten, die den Wahlhelfern als Hilfsmittel dienen – aufgelistet sind dort alle 190 Kandidaten, die sich für einen der 46 Plätze im Kreistag beworben haben. In der Stadt Nordhausen, in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hohnstein/Südharz, in Günzerode und in Etzelsrode fielen so deutliche Unstimmigkeiten auf, dass der Wahlausschuss sich für eine Nachzählung aussprach. Wichtig für diese Entscheidung waren teilweise auch Beanstandungen an den Auszählungsmodalitäten, die gestern den Mitgliedern des Wahlausschusses zur Kenntnis gebracht wurden. Demnach bestünde der konkrete Verdacht, dass in verschiedenen Stimmbezirken in der Stadt Nordhausen Stimmzettel für ungültig erklärt worden, die in anderen für gültig befunden wurden.
In verschiedenen der insgesamt 115 Stimmbezirke im Landkreis nahm der Wahlausschuss außerdem rechnerische Korrekturen des Ergebnisses vor, weil es minimale Unterschiede zwischen den Zähllisten und den Niederschriften gab. Hier wird allerdings keine Nachzählung erforderlich. Heute klärt Kreiswahlleiterin Jutta Krauth mit den betroffenen Kommunen die weitere Vorgehensweise. Die Gebietskörperschaften sind selbst für die Nachzählung verantwortlich, die schnellstmöglich erfolgen soll – möglichst in der kommenden Woche.
Für Nordhausen stehen Datum und Ort der Auszählung bereits fest. Wie der städtische Wahlleiter Günther Wagner der nnz sagte, werde am kommenden Mittwoch in der Wiedigsburghalle noch einmal ausgezählt.
Zum Hintergrund der Stimmenauszählung: In der Wahlnacht erfolgten Schnellmeldungen aus den einzelnen Kommunen zum jeweiligen Erfassungsort in den Gebietskörperschaften, also zum Beispiel in der VG Goldene Aue von Hamma nach Heringen. Von dort gab der zuständige Wahlleiter die Daten per Internet weiter an den Landeswahlleiter. Am Montag und Dienstag reichten die Gebietskörperschaften ihre Wahlunterlagen im Kreiswahlbüro im Landratsamt ein.
Der Vergleich zwischen den Schnellmeldungen, die in der Wahlnacht zum vorläufigen Ergebnis führten, und den geprüften Wahlniederschriften ergab eine Differenz. Dies lag in erster Linie an der Gemeinde Görsbach, die in der Wahlnacht die Stimmen für FDP, Grüne, NPD und zum Teil für die SPD nicht weitergeben werden konnte. Ergebnis dieser Differenz und somit einem anderen Stimmenverhältnis ist, dass die Linke einen Sitz weniger im Kreistag erreicht, die NPD einen mehr. Damit erhielte die CDU und die SPD 13 Sitze, die Linke elf, die FDP vier, die Grünen drei und die NDP zwei Sitze.
Erfasst wurden nach dem neuen Stand insgesamt 114.229 Stimmen von rund 40.200 Wahlberechtigten, statt zuvor 113.993 Stimmen nach den Schnellmeldungen. Diese Anzahl ergibt sich dadurch, dass bei vielen Wählern drei Kreuze in die Zählung eingingen. SPD, FDP, Grüne und NPD gewannen nach der Prüfung im Vergleich zur Schnellmeldung Stimmen dazu, die CDU verlor minimal, die Linke blieb bei derselben Stimmenanzahl. Diese Verschiebung des Stimmenverhälnisses schlug sich wie beschrieben in der Sitzverteilung nieder. Berechnet wird diese nach dem so genannten Hare-Niemeyer-Verfahren.
Dabei wird die Stimmenanzahl, die eine Partei erhalten hat, mit der Anzahl der Sitze im Kreistag, also 46, multipliziert und durch die Gesamtanzahl aller abgegebenen Stimmen geteilt. Ausschlaggebend ist zunächst die Zahl vor dem Komma. Über die dann noch ausstehenden Sitze entscheiden die Stellen nach dem Komma – zunächst bekommt die Partei, mit der höchsten Nachkommastelle, einen Sitz dazu und so setzt sich das fort.
Wie sich die Sitze im Kreistag in der neuen Legislaturperiode nun verteilen werden, hängt ab vom Ergebnis der Nachzählungen und den Korrekturen, die der Wahlausschuss vorgenommen hat. Angestrebt wird, dass der Wahlausschuss Ende nächster Woche, spätestens Anfang übernächster Woche das Ergebnis der Kreistagswahl endgültig feststellt und es amtlich bekannt gemacht werden kann.
Im Gegensatz zur Kreistagswahl gab es bei der Europawahl keine Probleme. Der dafür zuständige Wahlausschuss stellte das Ergebnis am Nachmittag fest. Demnach erhielten bei der EU-Wahl im Landkreis die meisten Stimmen:
CDU 28,5% (10996 Stimmen)
Linke 26,8% (10339 Stimmen)
SPD 19,3% (7473 Stimmen)
FDP 8,6 % (3335 Stimmen)
Grüne 4,8% (1865 Stimmen)
Von den fast 77.000 Wahlberechtigten beteiligten sich 52 Prozent an der EU-Wahl.



