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Mo, 09:08 Uhr
08.06.2009

Die Wahlen sind Geschichte

Die Wahlen zu den kommunalen Gremien im Landkreis Nordhausen sind „durch“. Gewinner stehen ebenso fest wie Verlierer. Vor allem in der Kreisstadt hat der Wahlausgang einen faden Beigeschmack...


Der Sieger der Wahl zum Nordhäuser Stadtrat ist die SPD. So wird das heute vermutlich auch von den Sozialdemokraten postuliert werden. Doch das Strahlen bekommt einen verschwommenen Schimmer. Es sind die Stimmen von Barbara Rinke und Matthias Jendricke. Beide konnten insgesamt 9.632 Stimmen auf sich vereinen, wobei Rinke mit 8.377 klar die meisten Zähler für sich verbuchen konnte.

Die nnz hatte bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Stimmensammeln zum Teil moralisch verwerflich ist, allerdings gesetzlich legitimiert. Doch die gesamte SPD-Kampagne in der Kreisstadt war auf Rinke ausgerichtet. Auf eine Kandidatin, die nie und nimmer dem Wählervotum gerecht werden kann, weil sie schlussendlich ihr Mandat abgeben wird. Diese mehr als 8.000 Kreuze sind umsonst gemacht worden.

Das Makabere daran war zum Beispiel der Fakt, dass viele – vor allem ältere und kommunalpolitisch Uninteressierte – dachten, es stehen Oberbürgermeisterwahlen an. Ein „nichtwissendes“ Wahlvolk garantiert so den Sieg einer Partei mit rund 100 Mitgliedern in Nordhausen. Rechnet man – theoretisch – die Rinke/Jendricke-Stimmen ab und addiert die der beiden Nachrücker hinzu, dann werden aus den 35,3 Prozent plötzlich 17,4 Prozent.

Das alles jedoch wird die SPD nicht kümmern. Sie sind die strahlenden Gewinner. Und trotzdem, das Regieren wird in den kommenden fünf Jahren nicht unbedingt leichter. Nicht für die Fraktion im Stadtrat und schon garnicht für Barbara Rinke und Matthias Jendricke in der Verwaltungsspitze. LINKE und CDU und FDP verfügen über 20 Stimmen, die SPD kommt auf 13 Sitze. Und wie man hinter der vorgehaltenen Hand bereits aus christdemokratischen Kreisen hört, so soll sich in der politischen Arbeit im Stadtrat einiges ändern. Auswirkungen dieser Mutmaßung könnten bereits in der konstituierenden Sitzung des Stadtrates Realität werden. Ein Wahlkampf hinterlässt auch nach dem „Wahltag“ seine Spuren.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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