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Fr, 10:43 Uhr
05.06.2009

Neue Chance für junge Männer

Der Horizont-Verein entwickelt derzeit das Modellprojekt „Weichenstellung – Neue Wege für junge Männer in den Arbeitsmarkt“. Es richtet sich gezielt an junge arbeitslose Männer zwischen 20 und 27 Jahren ohne Ausbildung.

Joachim Claus und René Kübler (Foto: Horizont) Joachim Claus und René Kübler (Foto: Horizont)

Neben dem Standort Nordhausen wird das Programm ebenfalls in Göttingen angeboten. Dort fand in dieser Woche die Auftaktveranstaltung statt, an der neben Landrat Joachim Claus auch René Kübler sprach, der Geschäftsführer des Vereins Horizont, den er 1991 mitgründete. „Heute beschäftigen wir über 100 hauptamtliche und fast 100 ehrenamtliche Mitarbeiter in 30 Projekten in neun Standorten in ganz Nordthüringen verteilt.

Das jüngste Kind des Horizont ist nun das Gemeinschaftsprojekt Weichenstellungen – neue Wege für junge Männer in den Arbeitsmarkt gemeinsam mit dem Verein für neue Bildungsinitiativen in Göttingen. Dabei wird erstmals ein eigens entwickeltes Curriculum zum Einsatz kommen, welches eine Kombination aus didaktisch pädagogischen, arbeitstherapeutischen, sportlichen und alltagsorientierten Elementen beinhaltet“, sagte René Kübler in seinem Grußwort. „Kooperationen und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Trägern sind für uns nicht neu, aber in der Kooperation von jeweils einem Träger aus den alten und neuen Bundesländern eine Seltenheit.“

Im Oktober startet der erste sechsmonatige Intensivkurs für zehn junge Männer, die keinen oder nur einer geringen Schulabschluss haben und auch darüber hinaus schlechte Ausgangsbedingungen haben, um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Zwei weitere Kurse werden folgen, bei denen dann ehemalige Teilnehmer eine Vorbildrolle übernehmen werden. Angeleitet und begleitet von zwei Trainern sollen die Jugendlichen ihre Identität bilden, ihr Rollenverständnis entwickeln und Perspektiven für die Zukunft aufbauen. Ziele sind, die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Als weiteres Ergebnis des Projekts wollen die Träger ein praxisnahes Handbuch mit einem Handlungsleitfaden zum Umgang mit schwierigen männlichen Jugendlichen erarbeiten. Das Modellvorhaben wird zudem wissenschaftlich evaluiert.

Finanziert wird das Projektvolumen von rund einer Million Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, in dem verschiedene Projekte gefördert werden, die Nachteilen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schulen und auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken.
Autor: nnz

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