Entschärfung mit Hindernis
Der Blindgänger, der am Nachmittag am Kindergarten am Lohmarkt gefunden wurde, ist entschärft. Einen Zwischenfall gab es dennoch...
21.35 Uhr konnte die Einsatzleitung, die auf dem August-Bebel-Platz stationiert war, Entwarnung geben. Das Team um Sprengmeister Andreas West hatte den 250 Kilogramm schweren Blindgänger unschädlich gemacht.
Zuvor war es noch in einem gegenüberliegenden Wohnhaus zu einem Küchenbrand gekommen. Vermutlich hatten die Wohnungsinhaber das Essen auf dem Herd vergessen, als sie evakuiert wurden. Die Nordhäuser Feuerwehr konnte den Brand jedoch schnell löschen.
Autor: nnz/kn
Kommentare
Jimmy
05.06.2009, 00:36 Uhr
BÜRGER
Also muss mal sagen, war heute auch mit drausen zur bombe aber der respeckt der uns gegenüber entgegengebracht wird, ist schon erschreckend, wenn ein Feuerwehrmann sagt in Einsatzkleidung, das die straße gesperrt wird ist es den leuten scheinbar egal, wenn dann aber ein Polizist DAS SELBE SAGT wird sofort gehört, naja vielleicht sollten wir in zukunft auch erstmal überlegen on wir noch zu einsätzen rausfahren zu solchen bürgern weil wir ja nichts zu sagen haben.
Totaldemokrat
05.06.2009, 07:52 Uhr
Feuerwehrmiliz
Wenn Jimmy zu den Leuten so spricht wie er schreibt, kann ich den einen oder anderen Bürger verstehen, dass er den Aufforderungen der FW nicht Folge leistet. Aber das ist das kleinere Problem. Bedenklicher ist die Meinung von Jimmy, erst mal überlegen zu wollen ob er das nächste Mal überhaupt an einem Einsatz teilnimmt.
Es wäre schon interessant zu wissen ob Jimmy ein Angehöriger der BF oder einer FFW ist. Eventuell brauchen wir ja so eine Art Feuerwehrmiliz, da hört der Bürger dann sicher besser…
Dünny26
05.06.2009, 08:02 Uhr
Kinder
Ganz schön erschreckend wenn man erstmal daran denkt, dass Kinder auf dem ehemaligen Spielpatz gespielt haben......
Mein Sohnemann geht selber dort in die Kita, und da hat man schon Angst....
Jimmy
05.06.2009, 09:15 Uhr
@Totaldemokrat
Ich bin Bei einer FFw,und haben die ersten 2 Stunden den leuten ruigh versucht zu erklären was lost ist wenn du aber dann von den leuten nicht ernst genommen wirst weil sie zb trotzdem weiter gehen denke ich das man da auch etwas strenger werden kann im ton oder sind sie nicht dieser meinung und mit dem nicht zum einsatz fahren habe ich die Bombenfunde gemeint weil es den leuten ja scheinbar egal ist ob sie gefärdet sind oder nicht.Die Bürger beschweren sich nur das wir sie nicht nach hause lassen auch wenn ihre wohnung keine 30m vom Fundort entfernt ist.
Und sowas wie eine "Feuerwehrmiliz" brauchen wir gar nicht, da haben sie mich falsch verstanden.
Beate
05.06.2009, 09:21 Uhr
Schwer zu vermitteln
Die Gefahr der Situation ist auch irgendwie schwer zu vermitteln, wenn man im Gegenzug sieht (siehe Video weiter unten) wie jede Menge Menschen aus Politik und Wirtschaft um das Loch herum schleichen, während die Bombe noch im Loch steckt.
Willi
05.06.2009, 09:39 Uhr
Lustiges am Rande
Als ich gestern während der Alarmierung in der Stolli stand, raste die FFW Mitte mit Blaulicht und Tatü Tata die Straße herunter, während die freiwilligen aus Petersdorf ordentlich an der Ampel warteten bis sie dran waren. Aber ich denke mal die waren auch noch rechtzeitig auf dem Bebel Platz.
@Jimmy Grundsätzlich gebe ich dir Recht. In den Videos ist herauszuhören das die Entschärfung nicht ganz so einfach war wie sonst. Bei den vielen Bomben welche in Nordhausen schon gefunden worden wird eine solche Situation für viele leider zur Rutine und damit nicht mehr so ernst genommen.
bbs81
05.06.2009, 12:09 Uhr
löblich oder doch eher leichtsinnig
@Beate... Ich kann ihnen da nur voll zustimmen.
Aber es ist ja bald Wahl und wäre die Bombe explodiert würde es bestimmt heißen, die Politker opfern sich eben für die Gesellschaft, deswegen heißt das bestimmt auch "WahlKAMPF". ;-)
Aber das grade solche Leute eigentlich eine Vorbildfunktion haben, scheinen diese zu vergessen.
Es ist ja nicht so, dass Blindgänger harmlos sind und noch nie etwas passiert wäre. Ich erinnere da z.B. nur mal an den Zwischenfall auf der A3 bei Aschaffenburg im Oktober 2006, bei dem es auch einen Toten gab.
Pressesprecher Stadt Nordhausen
05.06.2009, 13:47 Uhr
Ablauf einer Blindgänger-Entschärfung
Sehr geehrte Damen und Herren Forumsteilnehmer,
angesichts der Diskussionen im Zuge der Blindgänger-Entschärfung zum Verständnis hier die Abläufe bei den notwendigen Evakuierungsmaßnahmen:
1. Nach dem Auffinden eines solchen Bomben-Blindgängers besteht grundsätzlich keine höhere Gefahrensituation als die ganzen Jahre zuvor. Zuerst muss allerdings die Fundstelle von der Polizei und Feuerwehr sofort so abgesichert werden, dass keine unberechtigten Personen mehr direkt an den Blindgänger hinkommen.
2. Der notwendige Evakuierungsradius (meist 300m bzw. 500m) wird von dem Sprengmeister festgesetzt und dieser ist dann von der Polizei, vom Ordnungsamt und von der Feuerwehr durchzusetzen. Erst wenn dieser Evakuierungsbereich geräumt ist, wird die eigentliche Entschärfung vorgenommen. Da bei der Entschärfung direkt an der Bombe gearbeitet werden muss (Zündmechanismus muss herausgenommen werden), besteht dann während dieser recht kurzen Zeit ein erheblich höheres Gefahrenpotenzial.
3. Das Fahren mit Sondersignal hat bei der gesamten Einsatzsituation im Übrigen sehr verschiedene Ursachen. So mussten durch die Feuerwehren am gestrigen Tag zahlreiche sofortige Hilfsmaßnahmen (Unterstützung für hilfsbedürftige Personen, Suche von angeblich vermissten Personen, einige Wohnungs-Türöffnungen und ein Wohnungsbrand) mit abgewickelt werden.
Ähnlich ist die Situation auch bei der Polizei an einem solchen Tag. Zudem müssen laufend personelle Kräfte im Stadtgebiet umgesetzt werden, weil leider fortlaufend versucht wird, in bestimmten unübersichtlichen Bereichen trotz Verbots in den Sicherheitsbereich hineinzukommen. Dies ist im Übrigen meist auch der Grund, warum die Evakuierungsmaßnahmen so lange andauern und warum Aussagen zur Dauer der Evakuierung nur vage sein können. Somit geht hier sehr häufig das Verhalten Einzelner zu Lasten der Allgemeinheit! Es wäre schön, wenn hier ein größeres Verständnis für die Anordnungen der Einsatzkräfte erfolgen würde.
Contra
05.06.2009, 17:07 Uhr
@ Presssprecher
Danke für diese ausführliche Beschreibung! Manche Bürger verkennen wirklich den ernst der Lage! Bei fragen wie lange so was dauert hört man immer wieder auf die antwort "Was so Lange?"
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