eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 15:44 Uhr
04.06.2009

nnz-Forum: Gegen das Deutsche Volk?

Geht das überhaupt, dass sich Menschen in dieser Zeit mit etwas anderem beschäftigen, als mit dem Wahlkampf? Doch – nnz-Leser können das...


Im Regenschatten des heraufziehenden Wahlgewitters versucht unser toller Bundesinnenminister, flankiert von denen der Ländern, einen erneuten Coup d’Etat. Die sprachen sich nämlich heute für eine Grundgesetzänderung aus, die den Einsatz der Bundeswehr im Inneren erlauben soll.

Nach Lauschangriff und Onlineüberwachung als nächstes Szenarium im Demokratieabbau nun also der mögliche Einsatz der Bundeswehr im „Krisenfall“ auch im Land selbst. Damit wir uns richtig verstehen, es geht nicht um die freundlichen flutabwehrenden, sandsäckeschaufelnden Soldaten. Ziel der Innenminister ist vielmehr, den Sicherheits- und möglicherweise auch den Kampfeinsatz der Armee im Inneren zu ermöglichen.

Dagegen stand bisher das Grundgesetz. Das hat nämlich die mögliche Intervention unserer Bürgerarmee gegen die eigenen Bürger aus guten Gründen der deutschen Geschichte strikt verboten. Aber dieses soll, wenn es nach den Willen der Länderinnenminister und der Bundesminister für Inneres und Verteidigung geht, geändert werden.

Ich stelle immer wieder fest, dass unsere Großkoalitionäre in Berlin ein gutes Gespür für historische Momente haben. Die Meldung ging just zum 20. Jahrestag des Massakers auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens durch die Agenturen. Es waren chinesische Soldaten, die dort die chinesische Studenten niederkartätschten.

Nein, natürlich ist das kein Vergleich, die Bundeswehr keine Armee in der Hand eines diktatorischen Regimes. Aber gerade deshalb sollte ihre in unserer Verfassung strikt vorgesehene Nichteinmischung in innere Angelegenheiten unbedingt gewahrt bleiben.

Was jetzt abläuft, ist ein Grund mehr, diese Regierung im September abzuwählen. Und auch in unserem Freistaat sollten wir bei den Wahlen dafür sorgen, dass kein Thüringer Innenminister nach der Armee schreien muss, weil ihm seine Polizeikräfte zur Erledigung ihrer Aufgaben völlig unzureichend und unterfinanziert sind.
Klaus-Uwe Koch, ein Liberaler aus Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
altmeister
05.06.2009, 08:14 Uhr
Wie, das ist kein Wahlkampf?
Sehr geehrter Herr Koch,

warum denn nicht auch Einsätze im Inneren?
Der Steuerzahler muß für jeden Polizeieinsatz bei Sportveranstaltungen wie z. B. Fußballspielen, Demos verschiedener Art u. s. w. eine immense Summe zahlen, hier wäre die Bundeswehr als stehendes Heer nicht an der falschen Stelle.

Viel wichtiger ist weiterhin in Zeiten der fortschreitenden Terrorgefahr auch die Möglichkeit die sich bietenden Möglichkeiten dieser Änderung zu nutzen.

Und daß Soldaten von zivilen Wachdiensten in Ihrer Kaserne bewacht werden ist ja auch nicht gerade sinnvoll!
H.Buntfuß
05.06.2009, 12:29 Uhr
Naiv!
Es ist schon erstaunlich, wie leichtfertig manche Personen mit den Einsatz der Bundeswehr im Inneren umgehen. Glauben sie wirklich daran, dass Schäuble die Bundeswehr nur haben will, um „FUSSBALLSPIELE“ abzusichern? Hat man schon vergessen, was in Heiligendamm geschehen ist? Da hat sich sehr deutlich gezeigt, wozu der Terrorminister Schäuble die Armee benötigt. Ich denke, die Politiker ob groß oder klein, haben Angst vor ihren eigenen Volk, weil sie es belügen und betrügen und nun fürchten sie die Konsequenzen.
Willi
05.06.2009, 13:36 Uhr
@Werner, Naiv!!!
Was für eine abartige Wortwahl: Terrorminister Schäuble. Ich empfehle Ihnen doch ein bisschen mehr Sachlichkeit bei Ihrer Wortwahl. Unter Terrorismus verstehe ich Gewaltaktionen wie Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc. welche sich gegen eine politische Ordnung richten und einen politischen Wandel herbeiführen sollen. Herr Schäuble ist sicher weit von den o. g. Zielen entfernt.


Ach und vor welchen Konsequenzen sollen denn die Politiker Angst haben? Sprechen Sie etwa denn Müll an welchen Frau Schwan während ihres Wahlkampfes gefaselt hat und mit Recht dafür nicht gewählt wurde?
H.Buntfuß
05.06.2009, 14:40 Uhr
AN WILLI
Da muss ich mich wohl entschuldigen? Ich dachte immer, es war Schäuble, der in jedem einen potenziellen Terroristen sieht. Ich dachte auch immer , Schäuble wollte Flugzeuge abschießen lassen. Es war dann sicher auch nicht Schäuble, der sich stark macht die Bundeswehr gegen das eigene Volk einzusetzen, so wie es in Heiligendamm geschehen ist. Oder waren die Demonstranten alles Terroristen?
Was das mit der Angst der Politiker vor dem Volk zu tun hat? Ich empfehle Ihnen das Buch "Die verplödete Republik" von Thomas Wieczorek. Dieser Autor hat unter anderem auch beiträge für den Deutschlandfunk geschrieben.Ich denke, man kann bestimmt nicht davon ausgehen, dass dieser Sender "linke" Positionen bevorzugt.
Peppone
05.06.2009, 15:00 Uhr
Mehr Unterstützung für Polizei
Herr Koch, ich gehe konform mit Ihnen in der Feststellung, dass seitens der Innenministerkonferenz ein Problem, das es im Bereich der polizeilichen Aufgabenerfüllung gibt, auf die Streitkräfte verlagert werden soll. Das ist natürlich Unsinn, denn wer die Streitkräfte und ihre personelle Situation kennt weiß, dass das wenn überhaupt nur partiell funktionieren kann. Solch ein Vorstoß der Innenminister ist auch nicht neu und wahrscheinlich wird der jetzige genau wie seine Vorgänger am Bundestag scheitern.

Wo ich Ihnen nicht folge ist ihre Einschätzung hinsichtlich möglicher Kampfeinsätze im Inneren. Da muss nämlich nichts beschlossen werden, weil es schon längst im Grundgesetz durch Artikel 80a und 115a geregelt ist. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben offensichtlich aus der Weimarer Republik gelernt. Diese Weimarer Republik ist letztendlich an sich selbst gescheitert weil sie nicht in der Lage war, ihre eigenen Bataillone gegen die rechten Straßenkämpfer einzusetzen. Das hat dazu geführt, dass Europa und die halbe Welt nur ein paar Jahre später in Schutt und Asche lagen und über 50 Millionen Menschen ihr Leben verloren.

Nun haben wir zum Glück keine Situation wie damals in der Weimarer Republik, im Gegenteil, wir sind Meilenweit davon entfernt. Es geht auch nicht darum das Volk mit Hilfe des Heeres einzuschüchtern oder darum, dass die Streitkräfte sich in innere Angelegenheiten einmischen, wie hier schon wieder in einzelnen Kommentaren geunkt wird. Es geht schlicht und einfach um den Schutz von Zivilbevölkerung und sensiblen Einrichtungen. Aber Sie haben recht, dass muss auch mit Polizeikräften möglich sein.

Hier wäre eigentlich eine Diskussion angebracht, warum unsere Polizei nicht mehr in der Lage ist, ihre Aufgaben im Inneren wahr zu nehmen. Ist es nicht so, dass heute selbst simple Sportveranstaltungen mit Großaufgeboten von Polizei abgesichert werden müssen weil Gewalt heutzutage als Kavaliersdelikt betrachtet wird? Allein wenn man sich anschaut, wie mancher Mob gegen Polizeibeamte vorgeht bekommt man das große Grausen!
Real Human
06.06.2009, 09:05 Uhr
Soziale Unruhen?
Auch die meisten mit der Farbe des Goldes haben ein gewisses Interesse an einem Polizeistaat. Siehe dazu auch: nnz-Forum: „Unrechtsstaat BRD“ vom 4.6.09 plus Kommentare! Bei einer Verschärfung der Krise mit Hyperinflation usw. könnten große Teile des Volkes nämlich nicht nur wie 1989 friedlich demonstrieren. Es könnten sich Menschen auch an Eigentum vergreifen und Supermärkte stürmen. Das Eigentum freilich, ist dem kapitalistischen „Haben-Menschen“ (Erich Fromm) heiliger als Artikel Eins!

Vor der Partei DIE LINKE brauchen sich die „Liberalen“ allerdings nicht zu fürchten, zumindest nicht vor ihrer Nordhäuser Filiale, die hatte ja auch den Beginn der Montagsdemos verschlafen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)