Do, 10:15 Uhr
04.06.2009
Profitables Europa
Am kommenden Sonntag findet in Thüringen die Europawahl statt. Dann werden die Abgeordneten des Europäischen Parlaments nach dem Verhältniswahlsystem für fünf Jahre gewählt. Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt ist die EU-Zugehörigkeit auch eine Erfolgsgeschichte für die regionale Wirtschaft...
Thüringen profitiert in fast allen Wirtschaftsbereichen von der Europäischen Union, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Allein in den Jahren 2000 bis 2006 wären rund drei Milliarden Euro an EU-Geldern für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in die Landeskassen geflossen, über 14.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.
In punkto Wettbewerbsfähigkeit nimmt der Freistaat inzwischen einen europaweiten Spitzenplatz ein, zieht Grusser ein positives Fazit der Handelsbilanz. Der Exportanteil konnte durch die EU-Integration um ein vielfaches gesteigert werden. Dies ist vor allem den vereinfachten Zollbestimmungen, einer transparenteren Vergabe öffentlicher Aufträge sowie der einheitlichen Euro-Währung zu verdanken, begründet der IHK-Chef. Mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro entfielen fast 70 Prozent der Thüringer Ausfuhren 2008 auf Warenlieferungen in Länder der Europäischen Union. Dabei stehe Frankreich mit 949 Millionen Euro an erster Stelle.
Im Bereich der Auftragsvergabe habe sich seit einigen Jahren eine kostenfreie EU-Datenbank für Unternehmen durchgesetzt, in der zwingend alle europaweiten, binnenmarktrelevanten Ausschreibungen eingetragen werden müssten. Länderübergreifend vergleichbare Preise, Verbesserungen im Verbraucherschutz und vereinheitlichte Normen und Standards in allen Lebensbereichen hätten nach Ansicht von Grusser zu einem generellen Wohlstandsgewinn im Freistaat geführt.
Auf Druck der EU wurden beispielsweise erst kürzlich die Handy-Gebühren bei Auslandsaufenthalten gesenkt, was die Urlaubskosten vieler Thüringer zukünftig deutlich nach unten korrigieren dürfte, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Auch in punkto Umweltbewusstsein und Klimaschutz habe sich in den letzten Jahr viel getan. Besonders in den Bereichen Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft würden sich die vereinheitlichten Normen bereits heute auszahlen. Vom deutschen Modell der Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien, das mittlerweile europaweit beispielgebend sei, profitiere insbesondere die Thüringer Solarbranche.
Auch im Bildungssektor kämen gerade den jungen Thüringern die vielseitigen EU-Programme wie das lebenslange Lernen entgegen: Von 2007 bis 2013 hätte die Europäische Union mit sieben Milliarden Euro den Austausch von Schülern, Lehrlingen, Studenten und Erwachsenen in ganz Europa gefördert. Mit den EU-Projekttagen an Thüringer Berufsschulen werbe die IHK Erfurt deshalb gezielt für Praktika in ausländischen Unternehmen, beispielsweise in einer der Partnerregionen des Freistaats.
In der aktuellen Förderperiode 2007 bis 2013 erhält das Land rund 2,1 Milliarden Euro, berichtet Grusser. Mit diesen Geldern werde auch in den nächsten Jahren die Wirtschaft ausgebaut und Arbeitsplätze gesichert.
Autor: nnz/knThüringen profitiert in fast allen Wirtschaftsbereichen von der Europäischen Union, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Allein in den Jahren 2000 bis 2006 wären rund drei Milliarden Euro an EU-Geldern für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in die Landeskassen geflossen, über 14.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.
In punkto Wettbewerbsfähigkeit nimmt der Freistaat inzwischen einen europaweiten Spitzenplatz ein, zieht Grusser ein positives Fazit der Handelsbilanz. Der Exportanteil konnte durch die EU-Integration um ein vielfaches gesteigert werden. Dies ist vor allem den vereinfachten Zollbestimmungen, einer transparenteren Vergabe öffentlicher Aufträge sowie der einheitlichen Euro-Währung zu verdanken, begründet der IHK-Chef. Mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro entfielen fast 70 Prozent der Thüringer Ausfuhren 2008 auf Warenlieferungen in Länder der Europäischen Union. Dabei stehe Frankreich mit 949 Millionen Euro an erster Stelle.
Im Bereich der Auftragsvergabe habe sich seit einigen Jahren eine kostenfreie EU-Datenbank für Unternehmen durchgesetzt, in der zwingend alle europaweiten, binnenmarktrelevanten Ausschreibungen eingetragen werden müssten. Länderübergreifend vergleichbare Preise, Verbesserungen im Verbraucherschutz und vereinheitlichte Normen und Standards in allen Lebensbereichen hätten nach Ansicht von Grusser zu einem generellen Wohlstandsgewinn im Freistaat geführt.
Auf Druck der EU wurden beispielsweise erst kürzlich die Handy-Gebühren bei Auslandsaufenthalten gesenkt, was die Urlaubskosten vieler Thüringer zukünftig deutlich nach unten korrigieren dürfte, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Auch in punkto Umweltbewusstsein und Klimaschutz habe sich in den letzten Jahr viel getan. Besonders in den Bereichen Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft würden sich die vereinheitlichten Normen bereits heute auszahlen. Vom deutschen Modell der Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien, das mittlerweile europaweit beispielgebend sei, profitiere insbesondere die Thüringer Solarbranche.
Auch im Bildungssektor kämen gerade den jungen Thüringern die vielseitigen EU-Programme wie das lebenslange Lernen entgegen: Von 2007 bis 2013 hätte die Europäische Union mit sieben Milliarden Euro den Austausch von Schülern, Lehrlingen, Studenten und Erwachsenen in ganz Europa gefördert. Mit den EU-Projekttagen an Thüringer Berufsschulen werbe die IHK Erfurt deshalb gezielt für Praktika in ausländischen Unternehmen, beispielsweise in einer der Partnerregionen des Freistaats.
In der aktuellen Förderperiode 2007 bis 2013 erhält das Land rund 2,1 Milliarden Euro, berichtet Grusser. Mit diesen Geldern werde auch in den nächsten Jahren die Wirtschaft ausgebaut und Arbeitsplätze gesichert.


