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Sa, 08:39 Uhr
07.09.2002

Mit 75 Jahren anziehender denn je

Nordhausen (nnz). Gepflegt und einladend, sauber und ordentlich sind seine besonderen Merkmale. Mit zunehmendem Alter wurde er immer attraktiver. Viele suchen ihn auf, um Ruhe und Entspannung zu finden. In dieser Woche wurde er 75 Jahre alt. Näheres über den Jubilar erfahren Sie mit einem KLICK auf MEHR.

Die außerordentliche Arten- und sich ständig vergrößernde Sortenvielfalt der „Königin der Blumen“, ihre besondere Stellung unter den Zierpflanzen, vor allem aber ihre große Beliebtheit unter der Bevölkerung waren Anlass dafür, dass noch im 18. Jahrhundert in einigen Ländern Rosengärten angelegt wurden. In Deutschland erlangte das 1871 auf der Insel Mainau unter der Bezeichnung „Italienischer Rosengarten“ gegründet private Rosarium seinerzeit weit über die Landesgrenzen hinaus große Berühmtheit. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden weitere Anlagen von denen der in Monrepos bei Geisenheim (1898), in Sangerhausen (1903), Zweibrücken (1914) und Karlruhe (1915) die bekanntesten waren.

Auch in Nordhausen befassten sich seit Ende des 19. Jahrhunderts einige Gartenfreunde intensiv mit der „Königin der Blumen“. So hatte der Stadtgärtner Hermsdorf vom Gärtnerturm bis zum Tivoli-Theater mehrere Beete mit Hoch- und Buschrosen angelegt, die allerdings um 1910 wieder verschwanden. Die Initiative zum Anlegen eines Rosengartens in Nordhausen ging von der Ortsgruppe des „Vereins deutscher Rosenfreunde“ (VDR) aus. Seit ihrem Bestehen, im Sommer 1924, regten die Mitglieder in der fast 1000jährigen Stadt am Rande des Südharzes die Gründung eines Rosengartens an.

Seitens des Magistrates wurde den Initiatoren weitestgehend Unterstützung bei der Errichtung einer solchen Anlage zugesagt. Von der aus Stadtverordneten und Mitgliedern der Ortsgruppe des VDR bestehende Besichtigungskommission wurde vorgeschlagen, dem im Aufbau begriffenen Stadtteil in der Oberstadt eine Gartenanlage zu geben, da die Unterstadt doch schon mit „so mancherlei Anziehungspunkte“ bedacht sei.

Im September 1926 fasste der Magistrat den Beschluss, für das projektierte Rosarium das Gelände Albert-Träger-Straße - Präsidentenweg zur Verfügung zu stellen. Dazu hieß es: „Das Gelände ist von all den vorgeschlagenen Plätzen das beste, einmal wegen seiner schönen und günstigen Lage und außerdem, weil es für den für ein Rosarium erforderlichen schweren Lehmboden aufweist und das Areal erweiterungsfähig ist.“

Die Gartenverwaltung ließ ein Modell anfertigen und am 15. Oktober 1926 im Sitzungssaal der Verschönerungs-Deputation und der Verschönerungskommission zur öffentlichen Besichtigung stellen. Gartenbaudirektor Wilhelm Rohscheid gab dazu eine ausführliche Projektbeschreibung. Am 30. November 1926 beschloss der Magistrat, für die Anlage an der Albert-Träger-Straße entgültig die Bezeichnung „Rosengarten“ anstatt „Rosarium“ zu wählen. „In Anbetracht des Rosariums in Sangerhausen wäre die Bezeichnung wohl zu übertrieben gewesen“, begründete ein Magistratsmitglied im Anschluss die Namensgebung.

Die Arbeiten, zu denen 30 Arbeitslose herangezogen wurden, begannen Mitte Januar 1927. Der Boden war teilweise bis zu 70 cm tief gefroren, so dass sogar gesprengt werden musste. Es wurde Mutterboden angefahren, um den Rosen beste Wachstumsvoraussetzungen zu geben. Das gesamte Areal umschloss ein Kiefernholzzaum. Der Lehrer Karl Rudloff, ein engagiertes Mitglied der Ortsgruppe, schrieb verschiedene Rosenfirmen an und bat um Lieferung von Rosen. So erhielt er von Unternehmen in Schleswig-Holstein viele Hochstamm- und Buschrosen kostenlos. Bei der Bepflanzung der Anlage waren neben den Stadtgärtnern auch die Mitglieder der Ortsgruppe beteiligt.

In acht Monaten harter Arbeit entstand ein gärtnerisches Kleinod.
Am 3. September 1927 erfolgte die feierliche Übergabe des Rosengartens an die Bevölkerung. Die Mitglieder der Ortsgruppe erhielten persönlich ausgestellte Einlasskarten vom Magistrat, der zum freien Eintritt berechtigte, allerdings mit der Auflage für Ordnung im Terrain zu sorgen.

Der Rosengarten blieb im April 1945 vom Bombenhagel verschont. Nach dem 2. Weltkrieg fristete die Anlage ein trauriges Dasein, da man erst die Grünanlagen im Zentrum der Stadt herrichten musste. Ende der 50er Jahre begannen intensive Pflegearbeiten, der Rosengarten wurde mit einjährigen Sommerblumen bepflanzt. Erst Mitte der 60er Jahre wurde das Kleinod seinem Namen wieder gerecht, als man unter großen Schwierigkeiten wieder Rosen anpflanzte. Die Pflege des Gartens übernahmen zwei Rentner aus der Hagenbergsiedlung. In dieser Zeit wurde vom damaligen Abteilungsleiter Gartenbau, Horst Beier auch die liebevoll gestaltete Tafel mit dem Spruch „Verweile hier so ungefähr, als ob es Dein eigener Garten wär“ angebracht. Noch heute erinnert diese handgeschnitzte Tafel die Besucher daran, Sauberkeit und Ordnung auf dem weitläufigen Areal walten zu lassen.
Autor: rh

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