Do, 13:44 Uhr
05.09.2002
nnz-Kino-Tipp: Für Väter und Söhne
Nordhausen (nnz). Wenn ein beinahe 80-jähriger Kameramann an der Kurbel dreht und ein "ganz harter Gangster" durch den "butterweichen" Tom Hanks dargestellt wird, dann ist das keinesfalls ein weiterer Flop in Hollywoods Kinogeschichte...
...sondern ein handwerklich gut gemachtes Stück Kino mit atmosphärischer Dichte. Die Rede ist vom Film "Road To Perdition", der ab heute in den deutschen Kinos zu sehen ist. Auf seine Frage, was sein alter Herr denn so den ganzen Tag treibe, bekommt der zwölfjährige Michael immer nur Ausflüchte zu hören. So wundert es nicht, dass er sich selbst ein Bild davon machen will. Dumm nur, wenn sich als wahrer Beruf des Vaters der des Mafia-Killers herausstellt. Noch dümmer, wenn man bei seinen Beobachtungen durch Papas Auftraggeber, den irischen Gangsterboss Rooney (eine Klasse für sich: Paul Newman), entdeckt und so ganz nebenbei für vogelfrei erklärt wird.
Was folgt, ist eine Odyssey quer durch Amerika, immer auf der Flucht vor den Häschern Rooneys. Und an dieser Stelle komme ich wieder auf meinen fast 80-jährigen Kameramann zurück: Oscar-Preisträger Conrad L. Hall (stand auch bei "American Beauty" erfolgreich hinter der Kamera und bekam dafür seinen zweiten Oskar) malt ein düsteres, sehr oft regenverhangenes Bild vom Chicago der Dreißiger. Auch die im Kontrast zur braun- und graustichigen Unterwelt dargestellte weite Ebene des mittleren Westens zeigt eher die Trostlosigkeit der Situation. Hall ist dabei wie ein Maler, der eine "Graphic Novel" der damaligen Zeit zeichnet. Dabei erscheint der Look ihm schon wichtiger als die Story selbst.
Etwas gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem Klasse ist dabei Tom Hanks als Michael senior und Mafia-Killer, nun selbst im Fadenkreuz seiner "Berufskollegen". Die Flucht von Vater und Sohn erinnert zwar manchmal etwas an die Unbeschwertheit von "Bonny & Clyde", jedoch ahnt der Zuschauer schon recht bald, dass sich Beide auf einer selbst zerstörerischen Reise befinden.
Der nnz-Tipp zu "Road To Perdition": Wer sich diesem Film nähert, wird oft Gesehenes in ganz neuem, alten Licht sehen. Und man sollte sich nicht an Tom Hanks stören, der gegen sein Softie-Image mit großem Erfolg anspielt. Ein Film für Väter und Söhne. Mehr zu diesem und anderen Filmen gibt es auf dieser Site.
Dirk Daniel
Autor: nnz...sondern ein handwerklich gut gemachtes Stück Kino mit atmosphärischer Dichte. Die Rede ist vom Film "Road To Perdition", der ab heute in den deutschen Kinos zu sehen ist. Auf seine Frage, was sein alter Herr denn so den ganzen Tag treibe, bekommt der zwölfjährige Michael immer nur Ausflüchte zu hören. So wundert es nicht, dass er sich selbst ein Bild davon machen will. Dumm nur, wenn sich als wahrer Beruf des Vaters der des Mafia-Killers herausstellt. Noch dümmer, wenn man bei seinen Beobachtungen durch Papas Auftraggeber, den irischen Gangsterboss Rooney (eine Klasse für sich: Paul Newman), entdeckt und so ganz nebenbei für vogelfrei erklärt wird.
Was folgt, ist eine Odyssey quer durch Amerika, immer auf der Flucht vor den Häschern Rooneys. Und an dieser Stelle komme ich wieder auf meinen fast 80-jährigen Kameramann zurück: Oscar-Preisträger Conrad L. Hall (stand auch bei "American Beauty" erfolgreich hinter der Kamera und bekam dafür seinen zweiten Oskar) malt ein düsteres, sehr oft regenverhangenes Bild vom Chicago der Dreißiger. Auch die im Kontrast zur braun- und graustichigen Unterwelt dargestellte weite Ebene des mittleren Westens zeigt eher die Trostlosigkeit der Situation. Hall ist dabei wie ein Maler, der eine "Graphic Novel" der damaligen Zeit zeichnet. Dabei erscheint der Look ihm schon wichtiger als die Story selbst.
Etwas gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem Klasse ist dabei Tom Hanks als Michael senior und Mafia-Killer, nun selbst im Fadenkreuz seiner "Berufskollegen". Die Flucht von Vater und Sohn erinnert zwar manchmal etwas an die Unbeschwertheit von "Bonny & Clyde", jedoch ahnt der Zuschauer schon recht bald, dass sich Beide auf einer selbst zerstörerischen Reise befinden.
Der nnz-Tipp zu "Road To Perdition": Wer sich diesem Film nähert, wird oft Gesehenes in ganz neuem, alten Licht sehen. Und man sollte sich nicht an Tom Hanks stören, der gegen sein Softie-Image mit großem Erfolg anspielt. Ein Film für Väter und Söhne. Mehr zu diesem und anderen Filmen gibt es auf dieser Site.
Dirk Daniel

