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Mo, 11:10 Uhr
20.04.2009

Rückkehr in Dankbarkeit

Punkt 10 Uhr blinzelten die Kameras des mdr in die Augen eines Mannes, der vor vier Monaten zum letzten Mal in diesem offiziellen Rampenlicht stand. Heute kehrte Dieter Althaus (CDU) zurück in die Politik. Wir saßen für Sie vor der Mattscheibe...


Es waren knapp 25 Minuten, die Thüringens Ministerpräsident brauchte, um der Welt, vor allem der freistaatlichen, seine Rückkehr zu verkünden. Äußerlich kaum verändert zu Vor-Unfalls-Zeiten, redete Althaus. 90 Sekunden widmete er dem Unfall und der Opferfamilie, er sagte: Ich trage die Schuld.

Nach 1,30 min kam er sofort zur Krise und zelebrierte seinen Auftritt so, als ob nun endlich alles anders werden würde. Er dankte jedoch vor allem. Er sei dankbar für verstärkte Weiterbildung bei Kurzarbeit, für das Konjunkturpaket II, für Unternehmensansiedlungen, für die Technologiediskussion, die Entwicklung des „Campus Thüringen“ und für die vertraglich vereinbarte Reduzierung der Salzeinleitung in die Werra. Und eigentlich sei das alles ja der CDU im Freistaat zu verdanken, so sollte man es verstehen.

Er steige jetzt ein, in den Job als Ministerpräsident und als Wahlkämpfer, er zählte minutiös die nächsten Termine in dieser und in der kommenden Woche auf. Klang so wie: jetzt geht der richtige Ruck durch das Land. Nach 23 Minuten der Aufzählung: „Ich fühle mich gut und fit und habe viel für meine körperliche Konstitution getan!“

Dann die Erwähnung weiterer Dankbarkeit, an seine Mitarbeiter, die Kabinettskollegen, die Partei, die Bundeskanzlerin und alle, die ihm zur Seite standen. Althaus rechtfertigte das BILD-Interview, „ich habe nichts zu bedauern“ und machte zur Schnelligkeit des juristischen Verfahrens und eines eventuellen Promibonus keine Aussage.

Ebenso keine Aussage – trotz mehrerer Nachfragen – gab es zu möglichen Koalitionspartnern nach der Landtagswahl: Will heißen – mit mir ist die erneute absolute Mehrheit sicher.
Autor: nnz/kn

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Kommentare
Nordhäuserin
20.04.2009, 12:38 Uhr
Alles wird gut
Endlich ist er wieder da, der Herr Althaus. Und nun kann es mit unserem schönen Thüringen wirklich nur noch weitergehen. Wenn ich mir die anderen Kandidaten (den Ex-Pfarrer und den Ex-Gewerkschafter) so ansehen, dann glaube ich, der Dieter ist doch erste Wahl. Unter Blinden ist der Einäuige eben immer noch der King.
H.Buntfuß
20.04.2009, 16:03 Uhr
Althaus und Wahl?
Wie kann man sich über die Rückkehr eines Mannes freuen, der den Tod einer Frau verschuldet hat? War Althaus nicht einer von denen, die zu Zeiten der DDR, Kinder zum Klassenkampf motiviert, und zum Kampf gegen die „freiheitlich demokratische Grundordnung“ ausgebildet hat?

Wurde er dafür nicht noch kurz vor der Wende von hohen Vertretern des „DDR-Unrechtsstaats“ ausgezeichnet? Hat sich dieser Mann nicht mit ganzer Kraft für die atheistische Jugendweihe eingesetzt, also gegen das Christentum, das „Opium des Volkes“?

Heute hat dieser gleiche Mann sogar Bedenken gegenüber der Lehre von Charles Darwin. Hat er etwa in der „Wendezeit“ auch „Engelserscheinungen“ gehabt?

Wenn man bei der CDU schon auf so einen Mann setzt, dann muss es ja sehr schlimm aussehen, oder hat Althaus einen zu großen Machtapparat um sich aufgebaut?
Albert
20.04.2009, 18:44 Uhr
Liebe Nordhäuserin
Sehr schön geschrieben. Vielleicht sollte man dem Einäugigen und seinen Schwarzkitteln einen möglichst starken blau-gelben Blindenführer mit der notwendigen Durchsicht und kompetetem Weitblick an die Seite stellen, damit Thüringen auf einen vernünftigen Weg kommt und nicht an die "Roten" fällt. Wir haben die Wahl!
Wolfgang Reinhardt
21.04.2009, 07:27 Uhr
nichts zu tun?
Zu Herrn Althaus könnte ich auch viel Kritisches sagen, sowohl zu seiner DDR-Vergangenheit als auch zu seinem Verhalten nach dem er einen Menschen fahrlässig getötet hat. Aber da das schon andere getan haben will ich hier einmal darauf hinweisen, dass Herr Althaus anscheinend gar nicht gern seiner Regierungsarbeit, für die wir ihn ja bezahlen, nachkommt.

Ich bin seit ca. 35 Jahren in leitenden Stellungen tätig. Wenn ich nach zwei bis drei Wochen Urlaub an meinen Arbeitsplatz zurückkehrte hatte ich, trotz guter Urlaubsvertretung, Dringlicheres zu tun, als öffentliche Repräsentationsaufgaben wahrzunehmen. Aber Herr Althaus nimmt lieber an der Eröffnung einer Einrichtung teil, anstatt sich seinen eigentlichen Arbeitsaufgaben zu widmen. Das spricht aus meiner Sicht für sich. Wenn nach mehr als einem viertel Jahr Abwesenheit keine seiner Arbeitsaufgaben „liegengeblieben“ ist, stellt sich schon die Frage wofür man ihn braucht.

Allerdings verhält er sich diesbezüglich ähnlich wie seinerzeit die DDR-Oberen: gibt es einen neuen Betrieb zu eröffnen ist Herr Althaus dabei, als ob er ein Verdienst daran habe. Wird eine Straße eingeweiht, Herr Althaus schneidet das Band durch. Man sah in auch schon öffentlichkeitswirksam auf einer Gurkenerntemaschine liegen, auch Milchbauern gute Ratschläge geben usw., genau wie seinerzeit der Erfurter Bezirkssekretär Müller.
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