Mi, 12:34 Uhr
28.08.2002
Taxifahrer hinken hinterher
Nordhausen (nnz). Bisher wurde das weite Feld der Dienstleister zwar schon häufig erwähnt, aber erst jetzt legte das Statistische Bundesamt erstmals das Ergebnis einer genaueren Erfassung vor. Darüber und über eine Initiative der Nordhäuser Taxifahrer berichtet die nnz.
Unter die Lupe genommen wurde der so genannte tertiäre Bereich in der Unterscheidung zum primären Sektor, in dem die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei zu finden ist. Und natürlich dem sekundären Sektor, zu dem das produzierende Gewerbe gehört.
Aus der jüngeren Vergangenheit heraus betrachtet übten nach Ende des Zweiten Weltkriegs in den alten Bundesländern (ohne Saarland und Berlin) erst knapp ein Drittel aller Erwerbstätigen eine Dienstleistungstätigkeit aus. Demgegenüber sind es inzwischen im vereinten Deutschland mehr als zwei Drittel. Parallel dazu sank der Anteil der Arbeitsplätze im primären Sektor von einem Viertel auf weniger als drei Prozent. Im Produzierenden Gewerbe nahm die Zahl von 1950 bis 1970 im Zuge des Wiederaufbaus zwar zunächst von 43 auf 46 Prozent zu, sank aber in der Folgezeit auf unter 30 Prozent.
Näher untersucht hat das Statistische Bundesamt die unternehmensnahen Dienstleister und den Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Die erstgenannte Gruppe, zu der die Wirtschaftszweige Immobilienwirtschaft, Vermietung beweglicher Sachen sowie Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmer gehören, war diejenige mit der stärksten Entwicklung. Sie erhöhte in den zurückliegenden zehn Jahren ihr Arbeitsplatzangebot um mehr als drei Viertel und schuf zusätzlich 1,9 Millionen Jobs. Das entsprach einem Zuwachs pro Jahr um 6,5 Prozent im Durchschnitt. In diese Kategorie gehören unter anderen Architekten, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, aber auch Hausverwalter bis hinunter zu Reinigungsfirmen und Entsorgern.
Nicht zu vergessen die Call-Center, die ja in jüngerer Zeit wie Pilze aus dem Boden schossen. Insgesamt gehören in dieses Spektrum 398 200 Unternehmen mit rund 3,3 Millionen Mitarbeitern und einem Umsatz von 327 Milliarden Euro (Bezugsjahr 2000). Der Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung umfasst 77 400 Firmen mit gut 1,5 Millionen Arbeitnehmer/innen, die im gleichen Bezugsjahr einen Umsatz von 196 Milliarden Euro erreichte.
Der Jahresdurchschnittsverdienst (Bruttoentgelt) je abhängig Beschäftigten belief sich im Jahr 2000 in den beschriebenen Dienstleistungssparten auf ca 26 000 Euro und lag damit annähernd auf den Niveau der Gesamtwirtschaft. Die Unterschiede in den einzelnen Sparten sind allerdings beträchtlich. Er reicht z.B. bei den Finanzdienstleistern von 51 400 Euro über 45 900 in der Steuerberatung bis hinunter zu Unternehmen mit relativ viel Teilzeitbeschäftigten. Zu letzteren gehören u.a. Taxiunternehmen mit rund 8200 Euro. Übrigens ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, dass zum Beispiel die 38 Taxifahrer in Nordhausen (Bild) als ihren spontanen Beitrag zur Hilfe für die Flutwassergeschädigten nahezu 400 Euro spendeten. nnz erwähnt es gern.
Autor: nnz
Unter die Lupe genommen wurde der so genannte tertiäre Bereich in der Unterscheidung zum primären Sektor, in dem die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei zu finden ist. Und natürlich dem sekundären Sektor, zu dem das produzierende Gewerbe gehört.Aus der jüngeren Vergangenheit heraus betrachtet übten nach Ende des Zweiten Weltkriegs in den alten Bundesländern (ohne Saarland und Berlin) erst knapp ein Drittel aller Erwerbstätigen eine Dienstleistungstätigkeit aus. Demgegenüber sind es inzwischen im vereinten Deutschland mehr als zwei Drittel. Parallel dazu sank der Anteil der Arbeitsplätze im primären Sektor von einem Viertel auf weniger als drei Prozent. Im Produzierenden Gewerbe nahm die Zahl von 1950 bis 1970 im Zuge des Wiederaufbaus zwar zunächst von 43 auf 46 Prozent zu, sank aber in der Folgezeit auf unter 30 Prozent.
Näher untersucht hat das Statistische Bundesamt die unternehmensnahen Dienstleister und den Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Die erstgenannte Gruppe, zu der die Wirtschaftszweige Immobilienwirtschaft, Vermietung beweglicher Sachen sowie Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmer gehören, war diejenige mit der stärksten Entwicklung. Sie erhöhte in den zurückliegenden zehn Jahren ihr Arbeitsplatzangebot um mehr als drei Viertel und schuf zusätzlich 1,9 Millionen Jobs. Das entsprach einem Zuwachs pro Jahr um 6,5 Prozent im Durchschnitt. In diese Kategorie gehören unter anderen Architekten, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, aber auch Hausverwalter bis hinunter zu Reinigungsfirmen und Entsorgern.
Nicht zu vergessen die Call-Center, die ja in jüngerer Zeit wie Pilze aus dem Boden schossen. Insgesamt gehören in dieses Spektrum 398 200 Unternehmen mit rund 3,3 Millionen Mitarbeitern und einem Umsatz von 327 Milliarden Euro (Bezugsjahr 2000). Der Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung umfasst 77 400 Firmen mit gut 1,5 Millionen Arbeitnehmer/innen, die im gleichen Bezugsjahr einen Umsatz von 196 Milliarden Euro erreichte.
Der Jahresdurchschnittsverdienst (Bruttoentgelt) je abhängig Beschäftigten belief sich im Jahr 2000 in den beschriebenen Dienstleistungssparten auf ca 26 000 Euro und lag damit annähernd auf den Niveau der Gesamtwirtschaft. Die Unterschiede in den einzelnen Sparten sind allerdings beträchtlich. Er reicht z.B. bei den Finanzdienstleistern von 51 400 Euro über 45 900 in der Steuerberatung bis hinunter zu Unternehmen mit relativ viel Teilzeitbeschäftigten. Zu letzteren gehören u.a. Taxiunternehmen mit rund 8200 Euro. Übrigens ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, dass zum Beispiel die 38 Taxifahrer in Nordhausen (Bild) als ihren spontanen Beitrag zur Hilfe für die Flutwassergeschädigten nahezu 400 Euro spendeten. nnz erwähnt es gern.


