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So, 15:29 Uhr
25.08.2002

Kleiner Ort mit großem Herz

Nordhausen/Herreden (nnz). Der Ortschaftsrat des kleinen Nordhäuser Ortsteils Herreden hatte zu einer Benefiz-Veranstaltung für die Hochwasseropfer aufgerufen. Auf der Osterfeuer-Wiese am Ortsrand war gestern nicht nur der „Teufel“ los.


Kleines Dorf ­ Große Resonanz Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen nur wenige Tage, doch die Organisation des Events wurde in Herreden auf viele Schultern verteilt. Ortschaftsrat, die PDS und zahlreiche Vereine hatten sich sofort bereiterklärt, bei „der Sache für den guten Zweck“ mitzumachen. Die mobile Bühne der Stadt Nordhausen gab es „für Null Euro“, die Herreder hatten Kuchen gebacken, Kaffee gekocht, Unternehmen des Ortes hatten Rostbratwürstchen und Brötchen gesponsert, anderen beteiligte sich mit einer Geldspende und die mehr als 200 Besucher und Gäste griffen tief in ihre Geldbörse. Und so konnte der Moderator Matthias Mitteldorf bereits zur Eröffnung verkünden, dass rund 800 Euro gesammelt wurden.

Doch die Benefiz-Veranstaltung war nicht nur Kaffee und Kuchen, Bier und Rostbrater, es wurde den Gästen auch eine kleines und feines Programm geboten. Die Gruppe „Bartlos“, die Disko Radar, das Extraballett und das Varieté des Nordhäuser Theaters ­ sie alle „opferten“ nicht nur ihre Freizeit, sondern auch ihre Gage.

Jede Menge Spenden übergeben Bereits am Freitagabend wurde die Bühne auf der Wiese aufgebaut. Wie aber das Teil bewachen? Ganz einfach, meinte die Freiwillige Feuerwehr des Ortes: Einige Kameraden nahmen Schlafsäcke mit und schliefen einfach auf der Wiese, auf die selbe Methode wurde auch in der Nacht zu heute zurückgegriffen.

Lange überlegten die Benefiz-Macher, wohin der Erlös der Veranstaltung gehen sollte. Die Lösung: Ein privater Radiosender in Sachsen-Anhalt veröffentlichte auf seiner Homepage den „Hilferuf“ des sechsjährigen Florian aus Raguhn. Der bat, zusammen mit seinen Freunden, um neues Spielzeug für den Kindergarten. Und genau dorthin soll die Herreder Spende gehen. Heute verkündeten denn auch die Organisatoren stolz: Für insgesamt 3.000 Euro können sich die Knirpse des Raguner Kindergarten neue Spielsachen kaufen.

Übrigens: Die Spendenaktion soll bis zum 1. September fortgesetzt werden. Infos gibt es dazu bei der Ortsteilbürgermeisterin Sabine Jacobi in der Stadtverwaltung Nordhausen.
Autor: nnz

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