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So, 10:09 Uhr
18.08.2002

Startschuß mit Späth und Sweet

Nordhausen (nnz). Die Thüringer CDU hat die heiße Phase des Bundestags-Wahlkampfes eröffnet. Themen zum Angriff auf den politischen Gegner gebe es nach Meinung der Christdemokraten genügend. Im Mittelpunkt in Sundhausen stand gestern die Hartz-Kommission.


Stimmung für den Wahlkampf Krachend voll war gestern Nachmittag die große Halle der Wippertaler Getränke GmbH. Dort, vor den Toren der Rolandstadt, fiel der christdemokratische Startschuß für die Wahl 2002. Neben viel Prominenz kam auch die Basis in Scharen in den Norden Thüringens. Daß der Wahlkampfauftakt nicht in den Zentren des Freistaates (Gera, Erfurt oder Jena) abgehalten wurde, war sicher einem Agreement zu verdanken. Der hiesige Kandidat Manfred Grund verzichtete ja bekanntlich auf seinen Spitzenplatz der Thüringer Liste. Da wurde Lothar Späth draufgesetzt. Und so konnte dann der Eichsfelder für sein Revier werben.

Ob diese Gerüchte nun stimmen oder nicht: Die CDU verstand sich wieder einmal nicht nur als Partei der Mitte, sondern vor allem der Organisation. Insbesondere der hiesige Kreisgeschäftsführer Maik Schröter hatte mit seinem Team ganze Arbeit geleistet. Die rund 1.500 Mitglieder, Sympathisanten, Freunde oder einfach nur Neugierige bekamen das geboten, was ihnen vorschwebte. Markige Sprüche, Politiker, die man sonst mal nur per TV in die „gute Stube“ serviert bekommt und jede Menge Gastronomie. Die Stimmung in der Halle brachten die Zuschauer und Zuhörer selbst mit.

Die Reihenfolge der Redner war wohl gewählt. Manfred Grund, Dieter Althaus, Bernhard Vogel, Lothar Späth. Es sei jetzt endlich Zeit für einen Wechsel in diesem Land, mahnten Grund und Althaus an. Wenn dieser nicht vollzogen werde, dann werde aus dem Bundeskanzleramt ein Rotes Rathaus, und vor allem die Beteiligung der PDS in irgendeiner Konstellation im Bund müsse verhindert werden, so der Ministerpräsident. Er warb denn auch vehement für Edmund Stoiber, der mit seiner CSU aus Bayern aus dem einstigen Land der Zugspitze und des Oktoberfestes einen High-Tech-Standort in Deutschland gemacht habe. Nur mit der Union an der Spitze in Deutschland könne es möglich sein, dass auch Thüringen in den nächsten Jahren beim Länderfinanzausgleich von einem Nehmer- zu einem Geberland werden könne.

Der Spitzenmann Wie Althaus, Grund und Vogel ging auch Lothar Späth in die Offensive und gegen die Vorschläge der Hart-Kommission vor. Viele der Vorschläge hätte nur zum Ziel, die Arbeitslosigkeit besser zu verwalten. Der Gipfel sei aber das Ansinnen, die Arbeitsämter zum Instrument der Wirtschaftsförderung zu machen. „Die können nicht einmal die Arbeitslosen richtig zählen“, so Späth und erntete dafür frenetischen Beifall. Der designierte Wirtschaftsminister plädierte erneut für ein Milliarden-Programm für die Kommunen in den neuen Bundesländern. Damit könnten Reparaturaufträge an Handwerksfirmen vergeben, und so deren Existenz gesichert werden. „Damit überleben die Handwerker den Winter“, so Späth. Wie es Frühjahr weitergeht, das verriet auch der Wirtschaftsguru aus Jena nicht, aber im Wahlkampf wird das schon verziehen, vor allem im Eichsfeld, dessen Delegation auch schon mal auf den Bänken tanzte.

Die CDU will die Partei der Mitte sein und bleiben. Sie will in diesem Wahlkampf auch von ihrem Image der Rentner-Zielgruppen-Partei wegkommen. Und so ging die Mannschaft um Maik Schröter in der Programmzusammenstellung neue Wege. Statt bayrischer Blasmusik und Trachtengruppen in Lederhosen, gab es knackigen Sound aus England auf die Ohren. Und so tanzten, sangen und schunkelten viele Christdemokraten aber auch Gäste, denen Politik so fremd ist wie das Liebesverhalten der Eskimos beim Sound und den Songs der Gruppe „The Sweet“. Mehr als 3.000 wollten sich der Musik der nicht mehr ganz jungen Musiker von der Insel nicht verschließen.

Natürlich stand auch die Flutkatastrophe in Mitteldeutschland und in Bayern auf der Tagesordnung der Veranstaltung. Darüber wurde übrigens nicht nur geredet, sondern auch etwas getan. Die Christdemokraten griffen tief in ihre Geldbörsen und spendeten für die Opfer des Hochwassers. 3.000 Euro kamen in Sundhausen zusammen, weitere 1.000 Euro spendierte die Thüringer CDU aus der Wahlkampfkasse.
Autor: nnz

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