Mi, 19:12 Uhr
14.08.2002
nnz-Forum: FDP fordert Konsequenzen
Nordhausen (nnz). Der Tod von René B. Heute rrhielt die nnz wieder eine Leserzuschrift von der FDP, die wir im nnz-Forum veröffentlichen.
Eigentlich wollten wir als FDP in Vertrauen auf den Rechtsstaat uns nicht zu den Geschehnissen um Rene B. äußern, solange nichts wirklich geklärt ist. Ein Leserbrief, in dem beklagt wurde, dass sich bisher nur die CDU zu den Vorfällen geäußert hat, ist uns nun aber Anlass, den Bürgern in Stadt und Kreis unsere Auffassung darzulegen.
Bisher steht doch wohl nur eines mit Sicherheit fest: Alle weiteren Ereignisse, wie tragisch und dramatisch sie sich auch immer entwickelt haben, nahmen in dem Verhalten von Rene B. und seinem Begleiter ihren Anfang. Und zwar unabhängig davon, ob sie den Automaten aufbrechen wollten oder nicht. Und - die Ereignisse haben zwei Leben zerstört, das von Rene B. endgültig und das des Polizisten psychisch.
Wir sind davon überzeugt, das unsere Polizisten keine schießwütigen Rambos sind, denen ein Menschenleben nichts gilt. Nur wer jemals in der Situation war, möglicherweise am Tod eines Menschen Mitschuld zu tragen, kann vielleicht ermessen wie es dem Polizisten jetzt geht. Er wird sich die nächsten Jahre und Jahrzehnte sicher immer wieder fragen, was er anders hätte machen können und sollen - auch wenn das Rene B. nicht wieder zum Leben erweckt.
Vieles war zu lesen über Rene B. Wir achten, dass Rene B. den Mut und die Kraft aufbrachte, der braunen Szene den Rücken zu kehren. Wir glauben denen, die sagen, dass er immer wieder versuchte festen Boden unter den Füßen zu erreichen.,Aber er war mit ziemlicher Sicherheit nicht der Engel, als den ihn uns Pfarrer Kube nahe bringen will. Man soll über Tote nichts Schlechtes sagen, aber, dass Pfarrer Kube behauptet, Rene B. habe, quasi aus rein philosophischen Gründen, den Sumpf der Kriminalität erkundet, weil er wissen wollte wie tief es unter ihm ist, ist zynisch gegenüber denen, die bei diesen "Erkundungen" geschädigt wurden.
Entgegen den zehn Geboten hat Pfarrer Kube falsches Zeugnis abgelegt gegen die Bürger dieser Stadt. Nein Herr Pfarrer, niemand der sich zu Gesetz und Ordnung bekennt, hat Rene B. zum Tode verurteilt oder für vogelfrei erklärt. Sie aber haben damit - ohne mehr zu wissen als der Staatsanwalt, ohne Zeuge der Ereignisse gewesen zu sein - den Polizisten des vorsätzlichen Mordes beschuldigt.
Jedoch auch die oberste Würdenträgerin dieser Stadt hat in Verkennung der Tatsachen falsch gehandelt. Wir haben Verständnis dafür, das sie als Frau und Mutter den Angehörigen des auf so tragische Weise um sein Leben gekommenen Rene B. Trost spenden wollte. Dies hätte sie mit einem persönlichen Kondolenzschreiben, als Frau Barbara Rinke auch tun können.
Aber solange sie unsere OB ist, trägt ihr Erscheinen in der Öffentlichkeit politischen und öffentlichen Charakter. Deshalb hat ihr Erscheinen am Grab die falschen Signale ausgesandt. Es hat die Vandalen bestärkt und all die falschen Freunde, die eben nicht am Bauzaun weinten, sondern sich nicht um das Eigentum anderer Bürger scheren und Häuser, Straßen, Plätze und Verkehrseinrichtungen als Ausdruck ihrer "Trauer" verschandelt haben und weiter verschandeln.
Frau OB Rinke soll am Grab gegen Vorverurteilung gesprochen haben. Durch ihre Anwesenheit wurde aber, sicher ungewollt, der Polizist öffentlich schuldig gestempelt! Die Bürger dieser Stadt mussten doch den Eindruck bekommen, dass es einen offiziellen Anlass für unsere OB gab, am Grab zu erscheinen, bevor noch all die tragischen Entwicklungen geklärt sind. Schließlich kommt unsere OB ja nicht zu jeder Beerdigung, selbst nicht bei Bürgern, die sich ehrlich und fleißig seit 1945 bemüht haben Nordhausen liebenswerter zu machen.
Und noch eines hätte sie als unsere OB, bedenken müssen, an diesem Grab stand sie leider praktisch auch mit den Sprayern von "Bullen sind Mörder" und ähnlichem Unsinn - auf einer Ebene. Mit Leuten, mit denen wahrscheinlich die Angehörigen auch nichts zu tun haben wollen und zu tun haben. Es kann doch wohl nicht sein, dass ein Vertreter des Rechtsstaates, der höchste Repräsentant unserer Stadt, durch seine Anwesenheit die vorsätzlichen Sachbeschädigungen gleichsam billigt!
Das Erscheinen der OB am Grab und dort auch noch eine Rede zu halten, dieses Verhalten hat dem Ansehen des Amtes und dem Verständnis und dem Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat und unsere Ordnungskräfte geschadet. Unsere Frau Oberbürgermeisterin sollte sich vielleicht überlegen, ob sie nicht persönlich Konsequenzen aus ihrem falschen Handeln ziehen muss.
Die Quittung für ihr Erscheinen haben bisher nur die Eigentümer der Gebäude bekommen, die im Stadtgebiet besprüht worden sind. Was es kostet, die Schmierereien zu entfernen, davon kann sie sich ja mal von der SWG z.B. für den einen Block in Nord, unterrichten lassen. Die Pflicht der Oberbürgermeisterin wäre es gewesen, die Ergebnisse der staatsanwaltlichen und der polizeilichen Untersuchung abzuwarten, denn der Polizist hat ebenso Anspruch auf eine faire Behandlung, wie jeder andere Bürger dieses Staates.
Und es bleibt auch die Frage offen, ob Rene B. noch am Leben sein könnte, wenn eine andere Munition in der Waffe gewesen wäre. Wird die Antwort: "Ja" sein, muss diese Munition schnellstens aus den Dienstpistolen verschwinden. An die Angehörigen von Rene B., denen unser Mitgefühl gilt, haben wir eine Bitte. Wenn die Nachrufe und Danksagungen, die sie in die Zeitung gesetzt haben, ernst gemeint waren, ehren sie Rene, indem sie sich von den Chaoten und falschen Freunden öffentlich distanzieren. Sonst waren seine Versuche, dem Sumpf zu entkommen auch nach seinem Tod noch vergeblich.
FDP-Stadtvorstand Nordhausen,
FDP-Kreisvorstand Nordhausen,
Julis Kreisvorstand Nordhausen
Autor: nnzEigentlich wollten wir als FDP in Vertrauen auf den Rechtsstaat uns nicht zu den Geschehnissen um Rene B. äußern, solange nichts wirklich geklärt ist. Ein Leserbrief, in dem beklagt wurde, dass sich bisher nur die CDU zu den Vorfällen geäußert hat, ist uns nun aber Anlass, den Bürgern in Stadt und Kreis unsere Auffassung darzulegen.
Bisher steht doch wohl nur eines mit Sicherheit fest: Alle weiteren Ereignisse, wie tragisch und dramatisch sie sich auch immer entwickelt haben, nahmen in dem Verhalten von Rene B. und seinem Begleiter ihren Anfang. Und zwar unabhängig davon, ob sie den Automaten aufbrechen wollten oder nicht. Und - die Ereignisse haben zwei Leben zerstört, das von Rene B. endgültig und das des Polizisten psychisch.
Wir sind davon überzeugt, das unsere Polizisten keine schießwütigen Rambos sind, denen ein Menschenleben nichts gilt. Nur wer jemals in der Situation war, möglicherweise am Tod eines Menschen Mitschuld zu tragen, kann vielleicht ermessen wie es dem Polizisten jetzt geht. Er wird sich die nächsten Jahre und Jahrzehnte sicher immer wieder fragen, was er anders hätte machen können und sollen - auch wenn das Rene B. nicht wieder zum Leben erweckt.
Vieles war zu lesen über Rene B. Wir achten, dass Rene B. den Mut und die Kraft aufbrachte, der braunen Szene den Rücken zu kehren. Wir glauben denen, die sagen, dass er immer wieder versuchte festen Boden unter den Füßen zu erreichen.,Aber er war mit ziemlicher Sicherheit nicht der Engel, als den ihn uns Pfarrer Kube nahe bringen will. Man soll über Tote nichts Schlechtes sagen, aber, dass Pfarrer Kube behauptet, Rene B. habe, quasi aus rein philosophischen Gründen, den Sumpf der Kriminalität erkundet, weil er wissen wollte wie tief es unter ihm ist, ist zynisch gegenüber denen, die bei diesen "Erkundungen" geschädigt wurden.
Entgegen den zehn Geboten hat Pfarrer Kube falsches Zeugnis abgelegt gegen die Bürger dieser Stadt. Nein Herr Pfarrer, niemand der sich zu Gesetz und Ordnung bekennt, hat Rene B. zum Tode verurteilt oder für vogelfrei erklärt. Sie aber haben damit - ohne mehr zu wissen als der Staatsanwalt, ohne Zeuge der Ereignisse gewesen zu sein - den Polizisten des vorsätzlichen Mordes beschuldigt.
Jedoch auch die oberste Würdenträgerin dieser Stadt hat in Verkennung der Tatsachen falsch gehandelt. Wir haben Verständnis dafür, das sie als Frau und Mutter den Angehörigen des auf so tragische Weise um sein Leben gekommenen Rene B. Trost spenden wollte. Dies hätte sie mit einem persönlichen Kondolenzschreiben, als Frau Barbara Rinke auch tun können.
Aber solange sie unsere OB ist, trägt ihr Erscheinen in der Öffentlichkeit politischen und öffentlichen Charakter. Deshalb hat ihr Erscheinen am Grab die falschen Signale ausgesandt. Es hat die Vandalen bestärkt und all die falschen Freunde, die eben nicht am Bauzaun weinten, sondern sich nicht um das Eigentum anderer Bürger scheren und Häuser, Straßen, Plätze und Verkehrseinrichtungen als Ausdruck ihrer "Trauer" verschandelt haben und weiter verschandeln.
Frau OB Rinke soll am Grab gegen Vorverurteilung gesprochen haben. Durch ihre Anwesenheit wurde aber, sicher ungewollt, der Polizist öffentlich schuldig gestempelt! Die Bürger dieser Stadt mussten doch den Eindruck bekommen, dass es einen offiziellen Anlass für unsere OB gab, am Grab zu erscheinen, bevor noch all die tragischen Entwicklungen geklärt sind. Schließlich kommt unsere OB ja nicht zu jeder Beerdigung, selbst nicht bei Bürgern, die sich ehrlich und fleißig seit 1945 bemüht haben Nordhausen liebenswerter zu machen.
Und noch eines hätte sie als unsere OB, bedenken müssen, an diesem Grab stand sie leider praktisch auch mit den Sprayern von "Bullen sind Mörder" und ähnlichem Unsinn - auf einer Ebene. Mit Leuten, mit denen wahrscheinlich die Angehörigen auch nichts zu tun haben wollen und zu tun haben. Es kann doch wohl nicht sein, dass ein Vertreter des Rechtsstaates, der höchste Repräsentant unserer Stadt, durch seine Anwesenheit die vorsätzlichen Sachbeschädigungen gleichsam billigt!
Das Erscheinen der OB am Grab und dort auch noch eine Rede zu halten, dieses Verhalten hat dem Ansehen des Amtes und dem Verständnis und dem Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat und unsere Ordnungskräfte geschadet. Unsere Frau Oberbürgermeisterin sollte sich vielleicht überlegen, ob sie nicht persönlich Konsequenzen aus ihrem falschen Handeln ziehen muss.
Die Quittung für ihr Erscheinen haben bisher nur die Eigentümer der Gebäude bekommen, die im Stadtgebiet besprüht worden sind. Was es kostet, die Schmierereien zu entfernen, davon kann sie sich ja mal von der SWG z.B. für den einen Block in Nord, unterrichten lassen. Die Pflicht der Oberbürgermeisterin wäre es gewesen, die Ergebnisse der staatsanwaltlichen und der polizeilichen Untersuchung abzuwarten, denn der Polizist hat ebenso Anspruch auf eine faire Behandlung, wie jeder andere Bürger dieses Staates.
Und es bleibt auch die Frage offen, ob Rene B. noch am Leben sein könnte, wenn eine andere Munition in der Waffe gewesen wäre. Wird die Antwort: "Ja" sein, muss diese Munition schnellstens aus den Dienstpistolen verschwinden. An die Angehörigen von Rene B., denen unser Mitgefühl gilt, haben wir eine Bitte. Wenn die Nachrufe und Danksagungen, die sie in die Zeitung gesetzt haben, ernst gemeint waren, ehren sie Rene, indem sie sich von den Chaoten und falschen Freunden öffentlich distanzieren. Sonst waren seine Versuche, dem Sumpf zu entkommen auch nach seinem Tod noch vergeblich.
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Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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