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So, 08:50 Uhr
15.02.2009

Scharff: „Faschismus ist Verbrechen!“

Auch Menschen aus dem Landkreis Nordhausen hatten sich gestern auf den Weg nach Dresden gemacht. Sie alle wollten sich dort den aufmarschierten Nazis entgegenstellen. Hier ein Bericht in der nnz.

Nordhäuser in Dresden (Foto: LINKE) Nordhäuser in Dresden (Foto: LINKE)

Gestern kamen rund 5.000 alte und neue Nazis aus ganz Europa in Dresden zusammen, um wieder einmal die verheerenden und schrecklichen Ereignisse vor genau 64 Jahren in einen „Bomben-Holocaust“ umzuwandeln. Damals starben rund 25.000 Menschen bei der Bombardierung des so genannten „Elbflorenz“. Aber es waren nicht die Bomben der Alliierten, die man weitläufig als Holocaust bezeichnet, es war die millionenfache Ermordung von Menschen, es war der schlimmste Massenmord losgetreten von deutschem Boden den die Geschichte je erleben sollte.

Alexander Scharff, Sprecher der Partei DIE LINKE im Landkreis Nordhausen und Bundestagesdirektkandidat, war mit weiteren Vertretern von LINKE und SPD in Dresden und somit einer von über 10.000 Gegendemonstranten, die gestern ein Zeichen setzten.

„Wir sind es nicht nur unserer eigenen Generation schuldig es besser zu machen, sondern auch jenen die ihr Leben durch die martialische Mordmaschinerie der Nationalsozialisten lassen mussten, nur weil sie politisch Andersdenkende, Juden, Roma und Sinti, Gewerkschafter, geistig bzw. körperlich behindert oder homosexuell waren.“ Weiter bezeichnet Scharff es als „...unerträglich, dass nur 64 Jahre nach der Bombardierung Dresdens Tausende Nazis wieder durch diese Stadt marschieren, auf deren Straßen sie schon einst eine Ära von Angst, Schrecken und millionenfachen Tod einleiteten.“

Ebenso verweist der Bundestagskandidat der LINKEN auf den Schwur von Buchenwald, den sich über 21.000 Überlebende auf dem Appellplatz verpflichteten und in deren Tradition er alle Demokraten sieht. Dort heißt es: „Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.“ DIE LINKE sieht es als Ziel auf allen Ebenen den erstarkenden Rechtsextremismus zu bekämpfen. „Nazis gehören weder in die Parlamente, noch auf die Straße. Rechtsextreme Ideologien müssen raus aus den Köpfen der Menschen, denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“, so Scharff in einer ersten Stellungsnahme nach dem Protestmarsch in Dresden.
Autor: nnz

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Kommentare
T.P. seine Freunde
17.02.2009, 00:30 Uhr
... Dresden again!!!
Wie viele Andere, aus dem gesamten Bundesgebiet, so fuhren auch Antifas aus Nordhausen zu den vielfältigen Protesten gegen den “Trauermarsch” der “Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland e.V.” (JLO) nach Dresden.

Seit 10Jahren marschieren nun Rechtsextremisten durch Dresden, sie versuchen bis heute, die Geschichte - insbesondere die Shoa - zu relativieren und politisches Kapital aus dem Mythos Dresden zu schlagen. Sie vergewissern sich gegenseitig ihrer “Opfer-Mythologie” und wollen in Dresden den Kampf um das Gedächtnis gewinnen. Nach Ihrer Denk- und Redensart ist mit Dresden eine “unschuldige” Kulturstadt dem Erdboden gleichgemacht worden und Hunderttausende unschuldige Zivilisten seien beim “Bombenholocaust” umgekommen.

Das dem nicht so ist, beweist seit 2004 durch eine Historikerkommission erstellte Studie. Hier wird von 25.000 Menschen gesprochen, aber auch klar aufgezeigt, dass Dresden keine beschauliche Stadt war, sondern das von hier ebenfalls Juden deportiert wurden.

Zusammen mit dem ¡No pasarán! - Bündnis sollte, neben dem “Geh-Denken”, den Rechtsextremisten ein entschlossener antifaschistischer Protest entgegengesetzt … und im Idealfall deren Aufmarsch gestoppt werden.

So demonstrierten gut 4.000 AntifaschistInnen gegen den Neonaziaufmarsch der JLO, an dem nach Polizeiangaben 6500 Rechtsextremisten teilnahmen. Trotz der 4000 Antifas und weiteren 12.000 Demonstranten bei Geh-Denken, konnten die Nazis jedoch weitgehend unbehelligt durch Dresden ziehen.

Wir möchten uns bei Allen bedanken und schon jetzt dazu aufrufen, sich auch im nächsten Jahr an den Protesten in Dresden zu beteiligen !!!

=> es folgt ein kleiner Reisebericht, der das Ganze (fernab der "Mainstream-Presse") aus unserer Sicht beschreibt - auch dafür muss und sollte Platz sein - das gebietet die Fairness <=

Etwa 4000 Antifaschisten demonstrierten am 14.02.09 gegen einen Neonaziaufmarsch der JLO. Nach Polizeiangaben nahmen an dem rechten Umzug etwa 6500 Neonazis teil. Bereits zu Beginn der Demonstration von ‘No Pasaran’ kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Kurz vor dem Eintreffen am planmäßigen Endpunkt der Demonstration, dem Theaterplatz, kam es zu massiven Übergriffen durch die Einsatzkräfte, so dass die Demo aufgelöst werden musste.

2000 Teilnehmer hatte das Bündnis angemeldet, 4000 kamen. No Pasaran ist damit ein beachtlicher Moblisierungserfolg gelungen. Trotz 4000 Antifas und weiteren tausenden Demonstranten bei Geh-Denken, konnten die Nazis jedoch weitgehend unbehelligt durch Dresden ziehen. 50 Personen, die die Petersburger Straße durch eine Sitzblockade blockieren wollten, wurden von der Polizei geräumt. Dass die Nazis eine vergleichbar kurze Route nur laufen konnten, dürfte jedoch wohl auch der Antifademo geschuldet sein der es gelang weitgehend unbehelligt von der Polizei in die Altstadt zu ziehen. Dabei schien es zunächst, dass die Polizei die Eskalation sucht. Noch während sich Demo am Albertplatz sammelte, kam es immer wieder zu Rangeleien mit der Polizei. Berliner Antifas wurden in den Zügen aufgehalten und es gelang der Polizei damit, dass die Demonstration eigentlich zu spät los ging.

Während der Demonstration verhielten sich die Beamten dann weitgehend zurückhaltend. Vor allem für die bayerischer Polizei schien die Demonstration viel zu friedlich zu verlaufen. Kurz vor Erreichen des Theaterplatzes lieferten sich die Einheiten Scharmützel mit den Demonstranten. Sobald sich die Situation zu beruhigen drohte, griffen Einheiten immer wieder die Antifaschisten an. Dieses Vorgehen scheint klar das Ziel gehabt zu haben, die Demo im Nachhinein diskreditieren zu können. Ausbruchversuche etwa am Pirnaischen Platz oder am Altmarkt wären aufgrund des martialischen Polizeiaufgebot eh von Anfang an zum scheitern verurteilt gewesen, so dass die Beamten anscheinend, da die Antifas keine Konfrontation suchten, selbst für Ausschreitungen sorgen. Geradezu grotesk wie Wasserwerfer vor der Frauenkirche auffuhren und immer wieder mit dem Einsatz der Wasserwerfers drohten.

Insgesamt betrachtet dürften sich die meisten Antifaschisten mehr von dem Tag versprochen haben, da es nicht gelang, den Nazis in Sichtweite oder Hörweite ihren Unmut mitzuteilen. Positiv dagegen ist jedoch zu bewerten, dass deutlich mehr Menschen als in den vergangenen Jahren sich entschlossen haben ihren Protest gegen die geschichtsverdrehenden Thesen der Nazis auf die Straße zu tragen.
F.K.
17.02.2009, 19:06 Uhr
Scharff: Dresden
Ich würde vorschlagen, wenn sie im nächsten Jahr nach Dresen fahren, dass Sie gleich mit gegen die Polizei demonstrieren. Man kann wirklich nicht damit einverstanden sein, dass die Polizei eine angemeldete Demonstration absichert. Das "nur" 25.000 hilflose Menschen durch die Alliierten sinnlos zum Kriegsende umgekommen sind, scheint in diesem Beitrag nicht so wichtig zu sein.

Daran ist ja der "böhmische Gefreite" schuld. Mir kommt dieser Bericht vor, wie eine sensationslustige Faht zu einem Rock-Konzert mit Aktion. Tut mir leid, dass kann ich aber nicht nachvollziehen.
T.P. seine Freunde
18.02.2009, 11:32 Uhr
... keine Sensation, ein trauriges Spiel
... wenn "nur" 4.000Antifas und 12.000 BürgerInnen gegen 6.500 Rechtsextremisten, Geschichtrevisionisten und Holocaustleugner demonstrieren und sich Ihnen in den Weg stellen wollen.

also bitte F.K.

Wir möchten doch mal darauf hinweisen, dass es nicht nur in Dresden zivile Opfer gab. Wie war das mit den Angriffen der Wehrmacht?...wer wurde deportiert?...oder hinter der Front gleich von Wehrmachtssoldaten, SS oder SA hingerichtet?...oder durch deutsche Bombenangriffe nachts wie tagsüber getötet?...genau, die zivile Bevölkerung anderer Länder. Bestehend aus Juden und Jüdinnen, aus KommunistInnen, GewerkschaftlerInnen, SozialistInnen, WiderstandskämpferInnen und viele mehr. Und Nein, sie wollten keinen Krieg, der wurde Ihnen durch die Hitler-Regierung aufgezwungen ...und da trägt auch die deutsche Bevölkerung eine Mit-Schuld.

Da sollte so langsam mal klar werden, dass die Länder, im Zusammenschluss der Alliierten und der Widerstandskämpfer, sich gewehrt haben und schlussendlich zurückgeschlagen haben. Und das war und ist und bleibt gut so!!! - Denn deutsche Täter sind keine Opfer!

Über Sinnlosigkeit lässt sich, wie über vieles, streiten. Doch die Deutschen sind nicht unschuldig an dem was Ihnen widerfahren ist. Genauso, wie in anderen Dingen.

Was die Polizei betrifft: gegen die, die Vorratsdatenspeicherung und den Abbau von Bürgerrechten, wird an anderer Stelle und an vielen anderen Orten demonstriert. Doch es kann nicht sein, dass an so einem Tag (und anderen, nur in geringerer Anzahl) gut 6.500 Rechtsextremisten, Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner ohne Widerstand maschieren können.
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