Do, 09:19 Uhr
08.08.2002
Resignieren gilt nicht
Nordhausen (nnz). Der Gast, den Eckhard Ohl (SPD) diesmal nach Nordhausen eingeladen hatte, kam nicht aus einem fernem Land, sondern aus dem Bundesverteidigungsministerium. Absicht war es aber auch in diesem Falle, Verbindungen zwischen der hiesigen Wirtschaft und potentiellen Geschäftspartnern oder Auftraggebern zu knüpfen. Über den Verlauf berichtet Ihre nnz.
Staatssekretärin Brigitte Schulte (SPD) war der Gast, den Eckhard Ohl gestern Abend in der Wiedigsburg-Klause begrüßte. Zuvor besuchte die Bundespolitikerin die Firma Nobas. In der Einladung hieß es, dass sie als ehemalige kommunalpolitische Sprecherin der SPD- Bundestagsfraktion die Probleme der Region Nordthüringen sehr gut kennt und den anwesenden Unternehmern darstellen würde, wie die Region Nordthüringen vom Wirtschaftsfaktor Bundeswehr profitieren könne.
Das tat Brigitte Schulte denn auch, aber kaum vor Unternehmern, denn von denen waren gerade mal fünf oder sechs auszumachen. Und nicht einmal ein Vertreter der IHK oder des Bundesverbandes Mittelständischer Wirtschaft war zu erkennen, obwohl beide Institutionen neben Ohl als Mit-Einladende genannt worden waren.
Die Staatssekretärin betonte eingangs ihrer Ausführungen ausdrücklich, dass die Bundeswehr von den Fähigkeiten mittelständischer Unternehmen in besonderen Maße profitieren wolle. Die große Anzahl mittelständischer Unternehmen aller Branchen und der Wehrtechnik trägt entweder als unmittelbarer Auftragnehmer oder an der Seite von großen Systemproduzenten, mit ihrem Innovationspotenzial, Ideenreichtum und Know-how im Bereich der Bundeswehr-Projekte maßgeblich zur Umsetzung der Versorgungs- und Ausrüstungsforderungen bei, führte die Vertreterin des Verteidigungsministeriums aus und erläuterte im weiteren Verlauf, unter welchen Voraussetzungen Beziehungen zwischen mittelständischen Unternehmen und Bundeswehr aufgebaut und unterhalten werden können.
Sie beteuerte, dass seitens der möglichen Auftraggeberin Bundeswehr Bedingungen geschaffen wurden, die es auch Handwerksunternehmen und Industriebetrieben mit einem Jahresumsatz bis zu 5 Millionen Euro oder bis zu 65 Beschäftigten ermöglichen würden, sich als Lieferanten im Bereich von Beschaffung und Unterhalt technischer Ausrüstung und Dienstleistung zu bewerben. In den Ausführungen der Staatssekretärin klang hohe Anerkennung der Leitungen des ehemaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping gerade auch in diesem Bereich durch.
Die weiteren Erläuterungen erweckten bei unbefangenen Zuhörern den Eindruck, als wären interessierte Unternehmer als Auftragnehmer durchweg willkommen und würden mit ihren Angeboten auf offenes Interesse und Aufnahmebereitschaft stoßen. Nun outeten sich die wenigen gekommenen Unternehmer durchweg als mit den Modalitäten und Umständen der Aufnahme solcher Beziehungen zur Bundeswehr vertraut. Und was diese in der Diskussion im Anschluss an die Ausführungen der Politikerin an Erfahrungen vortrugen, war geprägt von Komplikationen mit Verwaltungen, Vorschriften und vielen, vielen Anträgen und Formularen.
Es gehört offenbar viel Zeit, Arbeit und Geduld dazu, um überhaupt die Chance einer Verbindung zum Beschaffungsamt der Bundeswehr zu bekommen. Man war sich schließlich mit dem Gast aus Berlin einig, dass die Verwaltung vielfach schon den Eindruck des Selbstzweckes mache, und den Aufbau von konstruktiven Beziehungen zwischen den möglichen Partnern erschwere. Wobei die Staatssekretärin den Mittelständlern empfahl, sich untereinander zu verständigen, zu verbünden und - auch im Zusammenwirken mit der IHK - die eigene Position als potentieller Auftragnehmer zu begründen und Forderungen in Richtung Verwaltung und übergeordnete Institutionen zu stellen.
Man hat solche Appelle hierzulande schon sehr oft gehört!? Resignieren aber wäre angesichts dieser Situation sicher noch schlechter. Nnz wird sich dieser Problematik noch einmal zuwenden. Übrigens wird auch Eckhard Ohl nicht nachlassen in seinen Bemühungen, wie er versicherte. Ist die besonders desolate Situation der Nordthüringer Wirtschaft nicht doch hausgemacht?
Autor: nnz
Staatssekretärin Brigitte Schulte (SPD) war der Gast, den Eckhard Ohl gestern Abend in der Wiedigsburg-Klause begrüßte. Zuvor besuchte die Bundespolitikerin die Firma Nobas. In der Einladung hieß es, dass sie als ehemalige kommunalpolitische Sprecherin der SPD- Bundestagsfraktion die Probleme der Region Nordthüringen sehr gut kennt und den anwesenden Unternehmern darstellen würde, wie die Region Nordthüringen vom Wirtschaftsfaktor Bundeswehr profitieren könne.Das tat Brigitte Schulte denn auch, aber kaum vor Unternehmern, denn von denen waren gerade mal fünf oder sechs auszumachen. Und nicht einmal ein Vertreter der IHK oder des Bundesverbandes Mittelständischer Wirtschaft war zu erkennen, obwohl beide Institutionen neben Ohl als Mit-Einladende genannt worden waren.
Die Staatssekretärin betonte eingangs ihrer Ausführungen ausdrücklich, dass die Bundeswehr von den Fähigkeiten mittelständischer Unternehmen in besonderen Maße profitieren wolle. Die große Anzahl mittelständischer Unternehmen aller Branchen und der Wehrtechnik trägt entweder als unmittelbarer Auftragnehmer oder an der Seite von großen Systemproduzenten, mit ihrem Innovationspotenzial, Ideenreichtum und Know-how im Bereich der Bundeswehr-Projekte maßgeblich zur Umsetzung der Versorgungs- und Ausrüstungsforderungen bei, führte die Vertreterin des Verteidigungsministeriums aus und erläuterte im weiteren Verlauf, unter welchen Voraussetzungen Beziehungen zwischen mittelständischen Unternehmen und Bundeswehr aufgebaut und unterhalten werden können.
Sie beteuerte, dass seitens der möglichen Auftraggeberin Bundeswehr Bedingungen geschaffen wurden, die es auch Handwerksunternehmen und Industriebetrieben mit einem Jahresumsatz bis zu 5 Millionen Euro oder bis zu 65 Beschäftigten ermöglichen würden, sich als Lieferanten im Bereich von Beschaffung und Unterhalt technischer Ausrüstung und Dienstleistung zu bewerben. In den Ausführungen der Staatssekretärin klang hohe Anerkennung der Leitungen des ehemaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping gerade auch in diesem Bereich durch.
Die weiteren Erläuterungen erweckten bei unbefangenen Zuhörern den Eindruck, als wären interessierte Unternehmer als Auftragnehmer durchweg willkommen und würden mit ihren Angeboten auf offenes Interesse und Aufnahmebereitschaft stoßen. Nun outeten sich die wenigen gekommenen Unternehmer durchweg als mit den Modalitäten und Umständen der Aufnahme solcher Beziehungen zur Bundeswehr vertraut. Und was diese in der Diskussion im Anschluss an die Ausführungen der Politikerin an Erfahrungen vortrugen, war geprägt von Komplikationen mit Verwaltungen, Vorschriften und vielen, vielen Anträgen und Formularen.
Es gehört offenbar viel Zeit, Arbeit und Geduld dazu, um überhaupt die Chance einer Verbindung zum Beschaffungsamt der Bundeswehr zu bekommen. Man war sich schließlich mit dem Gast aus Berlin einig, dass die Verwaltung vielfach schon den Eindruck des Selbstzweckes mache, und den Aufbau von konstruktiven Beziehungen zwischen den möglichen Partnern erschwere. Wobei die Staatssekretärin den Mittelständlern empfahl, sich untereinander zu verständigen, zu verbünden und - auch im Zusammenwirken mit der IHK - die eigene Position als potentieller Auftragnehmer zu begründen und Forderungen in Richtung Verwaltung und übergeordnete Institutionen zu stellen.
Man hat solche Appelle hierzulande schon sehr oft gehört!? Resignieren aber wäre angesichts dieser Situation sicher noch schlechter. Nnz wird sich dieser Problematik noch einmal zuwenden. Übrigens wird auch Eckhard Ohl nicht nachlassen in seinen Bemühungen, wie er versicherte. Ist die besonders desolate Situation der Nordthüringer Wirtschaft nicht doch hausgemacht?

