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Mi, 15:38 Uhr
04.02.2009

Joachim Claus und Indiana Jones

In die Firma HBM-Nobas Baumaschinen und in das Besucherbergwerk Rabensteiner Stollen führten Landrat Joachim Claus (CDU) heute seine Betriebsbesuche – eine jahrelange Tradition. Ob dem Landrat dabei ein „Licht aufgegangen“ ist, das hat die nnz erfahren...


„Wir haben uns mittlerweile zum Marktführer in Mitteleuropa entwickelt“, sagte Aribert Kupsch, Geschäftsführer von HBM-Nobas, die zur Günter Papenburg AG gehören. Im vergangenen Jahr hat der Nordhäuser Produzent von Baumaschinen wie Grader, Bagger und Spezialmaschinen beispielsweise für den Untertage- und Pipelinebau fast 57 Millionen Euro umgesetzt und weltweit über 300 Grader verkauft. „Für 2009 hätten wir unter normalen Bedingungen wieder einen Umsatzzuwachs erwartet. Aber so wollen wir die Erwartungen für dieses Jahr nicht zu hochschrauben“, schätzte Aribert Kupsch die kommenden Monate angesichts der Entwicklung der Weltwirtschaft ein. HBM-Nobas exportiert drei Viertel der Maschinen, so dass die Konjunktur in wichtigen Abnehmerländern wie Russland und den europäischen Staaten eine wesentliche Rolle spielt.

Landrat unter und über Tage (Foto: Piper/pln) Landrat unter und über Tage (Foto: Piper/pln)

Die Geschäftsführung muss abwarten, ob alle vorhandenen Projekte auch in konkrete Geschäfte eingelöst werden können. „Die Lage in Deutschland sehe ich grundsätzlich optimistisch. Hier sind ja kaum Bauaufträge zurückgezogen worden. Im Gegenteil. Durch das Konjunkturpaket kommen eher neue Bauaufträge dazu“, führte der Geschäftführer aus. „Aber zum Beispiel in Afrika. Hier stellt sich die Frage: Wie wird die Weltwirtschaft diese Länder in Zukunft noch unterstützen können? Bei uns in der Baumaschinenbranche ist die Situation genauso kritisch wie in der Automobilindustrie“, berichtete Aribert Kupsch Landrat Claus und seinem Team aus der Wirtschaftsförderung. So liefert HBM-Nobas beispielsweise Grader im Rahmen von Projekten, die die Weltbank in Afrika finanziert. Derzeit plant HBM-Nobas keine Kurzarbeit in der Produktion, auch wenn Aribert Kupsch nicht ausschließen kann, dass auch er auf dieses Instrument zurückgreifen muss.

Die 150 Mitarbeiter, inklusive zwölf Auszubildende, arbeiten in Nordhausen nicht nur in der Produktion, sondern forschen und entwickeln komplett neue Modelle und neue Designs. So entwickeln die hoch spezialisierten Ingenieure des mittelständischen Unternehmens derzeit beispielsweise einen 13-Tonnen-Grader.

„Der Prototyp läuft gerade“, sagte Aribert Kupsch und zeigte Joachim Claus in der Produktionshalle das neue Modell. „So einen Grader bauen wir hier in fünfeinhalb Stunden zusammen“, erklärte Aribert Kupsch Joachim Claus vor einem schon lange bewährten Modell. „Und dort hinten die orangefarbenen Maschinen auf dem Hof sind schon verkauft. Die gehen nach Ghana“, zeigte der Geschäftsführer.

Trotz der derzeit weltweit angespannten Wirtschaftslage plant HBM-Nobas in diesem und kommenden Jahr über zehn Millionen Euro am Standort Nordhausen zu investieren – in erster Linie in ein Logistikzentrum, aber auch in die betriebliche Infrastruktur, um die Kapazität zu erhöhen oder in ein Test- und Vorführgelände. Damit sollen langfristig die Arbeitsplätze der 150 Mitarbeiter gesichert werden, die in den vergangenen Jahren mit rund einer Million Euro am Erfolg des Unternehmens beteiligt wurden. Auch viele Unternehmen in der Region profitieren als Zulieferer vom Erfolg von HBM-Nobas.

Landrat unter und über Tage (Foto: Piper/pln) Landrat unter und über Tage (Foto: Piper/pln)

Der zweite Betriebsbesuch führte Joachim Claus nach Ilfeld-Netzkater in das Besucherbergwerk Rabensteiner Stollen. Mit gelbem Helm auf den Kopf ging es unter Tage. Um die Arbeitsatmosphäre der Bergleute, die im 18. Jahrhundert im Stollen anfingen, Steinkohle abzubauen, zumindest ansatzweise zu erahnen, ist ein Teil des relativ engen Ganges kaum beleuchtet. „So etwas sprechen wir natürlich vorher mit unseren Besuchergruppen ab. Dann tasten sich die Leute hier an der Wand entlang, was ja bei einer Breite von ungefähr einem Meter gut geht. Wir haben den Boden mit Holzdielen ausgelegt, so dass nichts passieren kann. Wenn alle einverstanden sind, gehen die Besucher hier sogar manchmal ganz im Dunkeln durch“, erzählte Uwe Reisner, Vorsitzender des Fördervereins Rabensteiner Stollen, der neben dem Besucherbergwerk auch einen großen Veranstaltungsraum und eine Blockhütte mit Übernachtungsmöglichkeit betreibt.

Momentan arbeitet der Verein an einem neuen besonderen Höhepunkt: Statt zu fuß fahren die Besucher mit einer Grubenbahn in den Stollen. Dafür hat der Förderverein zum Beispiel Schienen verlegt und Stollenverläufe geändert. „Und die Bergsicherung Ilfeld hat einen 40 Meter langen Gang neu gesprengt“, berichtete Uwe Reisner Landrat Claus. Insgesamt rund 100.000 Euro hat das Besucherbergwerk dafür investiert, etwa jeweils zur Hälfte aus Eigen- sowie aus Fördermitteln. Nun wartet der Rabensteiner Stollen nur noch auf grünes Licht aus dem Landesbergamt in Gera.

Landrat unter und über Tage (Foto: Piper/pln) Landrat unter und über Tage (Foto: Piper/pln)

„Wir hoffen, dass wir spätestens ab den Osterferien die Grubenfahrt anbieten können“, sagte Uwe Reisner. Zukünftig würde der Vereinschef am liebsten die Besucher in Förderwagen in den Stollen fahren. „Da sitzt man dann wirklich drin mit den Ohren zwischen den Beinen. Dieses Gerumpel in den Wagen – das ist richtig klasse und hat solch einen Erlebnischarakter. Wie bei Indiana Jones.“
Autor: nnz

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