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So, 07:57 Uhr
01.02.2009

Junger Kandidat

Gestern führte DIE LINKE ihre Vertreterversammlung zur Aufstellung des Bewerbers für den Wahlkreis 189 (Eichsfeld-Nordhausen-Unstrut-Hainich-Kreis I) für die Bundestagswahl im Bürgerhof in Bleicherode durch. Wer für die Linken in den Wahlkampf ziehen soll, das hat die nnz erfahren...


Gewählt (Foto: LINKE) Gewählt (Foto: LINKE) Von 25 gewählten Delegierten waren 24 anwesend. Ein Delegierter fehlte wegen Krankheit. Als Gast nahm der stellvertretende Landesvorsitzende und Abgeordneter des Thüringer Landtages, Jörg Kubitzki, teil.

Nach der Konstituierung der Versammlung und Wahl der Gremien erfolgte eine umfassende Aussprache. Zur Diskussion sprachen Vertreter aus allen drei Kreisverbänden. Übereinstimmend wurde zum Ausdruck gebracht, dass nur durch eine inhaltlich abgestimmte Wahlstrategie der Nordkreisverbände die Dominanz des Bewerbers der CDU sowohl bei den Erststimmen als auch bei den Zweitstimmen gebrochen werden kann. Die Ausgangssituation sei heute eine andere als zur Bundestagswahl 2005. Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen habe DIE LINKE als damalige PDS gegenüber der Bundestagswahl 2002 enorm zulegen können. Bekanntlich hatten CDU und SPD im Wahlkreis 189 Verluste hinnehmen müssen.

Zur Wahl 2009 habe nun der Wähler nach mehr als vier Jahren großer Koalition zwischen den Parteien und Direktkandidaten zu entscheiden. Auf den Prüfstand stelle der Wähler nach Auffassung der LINKEN auch die Wahlaussagen der beiden regierenden Parteien. Zum Beispiel habe man trotz anders lautender Versprechen die Mehrwertsteuer gleich um drei Prozentpunkte erhöht. Das treffe hautsächlich Familien mit geringem Einkommen.

Jüngste Beispiele stehen aber auch für ein weiteres Auseinandertriften der Gesellschaft. Die Schere zwischen Arm und Reich bzw. oben und unten gehe wieder weiter auseinander. Dieses sei für die LINKE in keinem Fall hinnehmbar. Deshalb werde man dies zu jeder geeigneten Gelegenheit ansprechen und den Bürgerinnen und Bürgern in geeigneter Weise verdeutlichen. Man werde versuchen Wählerschichten zu erreichen, zu denen man bisher nicht entsprechendes Gehör gefunden habe.

Viele Bürgerinnen und Bürger im Südharz betrachten das Konjunkturprogramm nicht zielführend. Es sei viel zu klein und sozial unausgewogen. Für Banken habe man zwar einen Rettungsschirm für Bürgschaften in mehren hundert Milliarden Euro kurz und schmerzlos durchgesetzt. Aber für Kinder von Hartz IV Empfängern habe man lediglich 207 Euro zur Verfügung gestellt. Dies sei nach dem Kasseler Urteil verfassungswidrig.

Wer gute Arbeit leiste, müsse auch in Würde davon leben können. 20 Länder der Europäischen Union, die nicht dümmer sind als wir, seien den Weg gegangen, einen gesetzlichen Mindestlohn flächendeckend, einzuführen. Deshalb verstehe man nicht, dass dies in Deutschland nicht durchsetzbar sei. Von dieser Forderung werde kein Abstand genommen.

DIE LINKE werde deshalb im Südharz und Eichsfeld im Wahlkampf antreten, um Hartz IV zu überwinden und einen wirksamen, verlässlichen, repressions- und diskriminierungsfreien Schutz vor Armut und sozialer Ausgrenzung zu gewährleisten. Dies werde nach der Wahl kompromisslos angestrebt.

Diese Ziele habe sich auch Alexander Scharff in seiner Bewerbungsrede gestellt. Er trete an, um zu gewinnen und wolle Nordthüringen im Bundestag eine hörbare Stimme verleihen. Er kenne die Problemen und Sorgen der Menschen vor allem in der Nordregion. Dies habe er den Delegierten glaubhaft und emotional rüberbringen können. Mit seinen 25 Jahren spreche er gerade junge Wählerschichten an.

Dies zeigt sich auch im Wahlergebnis. Alle 24 Wahlberechtigten wählten Alexander Scharff in geheimer Wahl einstimmig als Direktkandidat für den Wahlkreis 189. Die Chancen auf einen vorderen Listenplatz für die Listenbewerber für den Bundestag stehen ebenfalls recht gut. Der Kreisverband Nordhausen unterstütze ihn dabei in jeder Hinsicht.
Autor: nnz

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Kommentare
handwerker61
01.02.2009, 19:22 Uhr
wie gehabt
Die Linke zaubert einen 25 jährigen aus dem Hut,
bei gefühlten 100%, nur einer ist krank, kommt doch verdächtig viel Taktik aus längs vergangener Zeit auf. Meine Hoffnung stirbt hoffentlich zuletzt das die Rechnung der Alten Kader nicht aufgeht und der Wähler dies erkennt.
Der Roland
02.02.2009, 06:59 Uhr
Andere auch
Wie ich mich erinnere, schaffen das auch andere Parteien, allen voran die CDU. Aber die beiden Parteien haben ja eine gemeinsame Vergangenheit
Caspar David Friedrich
03.02.2009, 09:29 Uhr
na endlich......!
Bei all den Diskussionen über die Kanditatur des Hr. Scharf, möchte ich mich hier mal für den jungen Politiker aussprechen.

Endlich mal wieder ein junger, frischer Wind, der durch die Politiklandschaft in Nordhausen zieht. Wer sonst, kann sich in die Belänge der jungen Erwachsenen hineindenken, und so ein politisches Sprachrohr für sie sein? Ich hoffe, das Hr. Scharf das voller Hingabe und Durchsetzungskraft in Angriff nimmt, und von seiner Fraktion genügend Rüstzeug dazu bekommt und bekommen hat.

Lieber Alex:
Ich wünsche Dir, das Du die Wahl für Dich entscheiden kannst. Bleib stark in deinen politischen Ansätzen und lass Dich nicht von den anderen Parteien entmutigen. Bleib ehrlich und mit deinen Ohren und politischen Entscheidungen immer am Herz der Bürger und Arbeiter. Ich wünsche Dir nur das beste! LG Caspar

P.S. Endlich mal wieder jemand, den man wählen kann!
Totaldemokrat
03.02.2009, 11:11 Uhr
Vorsicht!
Dort, wo die LINKE ein Stück vom Kuchen der Macht abbekommen hat, ist sie als äußert engagierter Vollstrecker der sozialpolitischen Hartz IV Schweinereien aufgetreten.

Ob im Senat von Berlin oder hier im Landkreis Nordhausen, oder sonst wo in diesem Land. Bessere Hartz IV Durchsetzungsgehilfen als die so genannten LINKEN gibt es nicht. Auch ein Herr Scharff ändert daran nichts.
Caspar David Friedrich
03.02.2009, 15:20 Uhr
@ Totaldemokrat
Nach dem nun aber die Verfassungswidrigkeit des Hartz 4 Satzes (zumindestens für den Betrag des Lebensunterhaltes der Kinder) festgestellt worden ist, glaube ich nicht, das sich die "Linken", die unbedingte Durchsetzung zzgl. eventueller Kürzungen der Hartz - Bezüge, als wichtigste politische Zielstellung auf die Fahnen schreiben.

Sind ihre Betrachtungen nicht ein bischen zu polemisch gegenüber der "Linken"?

Sind solche Aussagen nicht zu einseitig?

Auch unsere Politiker machen Fehler. Entscheidend ist doch, das sie daraus lernen. Und......bei der CDU kann ich solche Wandlungen (nur ein Beispiel!) nicht erkennen.

Hochachtungsvoll
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