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Fr, 15:29 Uhr
02.08.2002

Bodenständig und wertkonservativ

Nordhausen (nnz). Die CDU des Landkreises Nordhausen ist für den Bundestagswahlkampf gerüstet. Heute wurden das Team, die Materialien und wichtige Termine vorgestellt.


Jetzt geht’s los Manfred Grund, seit acht Jahren im Bundestag für die CDU, ist kampferprobt. In dieser Zeit hat der Eichsfelder, der sich aber lieber als Nordthüringer sieht, die Höhen und Tiefen seiner Partei durchgemacht. Da war, trotz Gewinn des einzigen Thüringer Direktmandats vor vier Jahren, der Absturz in seinem Wahlkreis (-13 Prozent), da waren die Affären seiner Partei in Berlin und Bonn, da waren all das schwarze Geld und die schwarzen Koffer. Grund aber blieb seiner Linie treu. Er wolle als Bundespolitiker kein Schwätzer, kein Täuscher, sondern der Arbeiter sein.

Diese Eigenschaften haben ihm nicht nur den „Nebenjob“ eines parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU-Fraktion eingebracht, sondern auch den Platz 1 auf der Landesliste. Das er den für Lothar Späth räumen musste, ist für ihn kein Problem. Kein Problem wird für Grund auch der erneute Einzug in den Bundestag sein, dafür ist die Region zu „wertkonservativ und bodenständig“, wie es Landrat Joachim Claus (CDU) heute ausdrückte.

Grund setzt in der „heißen“ Phase sowohl auf die großen Sachen mit der Thüringer Politprominenz, als auch auf den Straßenwahlkampf, der bei der CDU jetzt „Canvassing“ heißt. Sein Metier aber ist das Gespräch mit denen, die am 22. September das Kreuz an der hoffentlich richtigen Stelle machen sollen: Der Wähler. Hier will er, wie in seinen Sprechstunden, die Fährte aufnehmen, wohlwissend, dass der politische Alltag in Berlin nicht alle Anliegen vom Wunsch in der Realität umsetzen lässt.

Erstaunlich offen agierte Manfred Grund heute: „Wir dürfen nichts versprechen, beim Abbau der Arbeitslosigkeit werde ich auf keine Wunder hoffen!“ Die Politik müsse jedoch die Rahmenbedingungen schaffen. Auch hier wird die Meßlatte bewusst tief angesetzt. Förderung der Selbständigkeit heißt für den Bundestagsangeordneten nicht die „wilde Schaffung“ neuer Existenzen in Mittelstand oder Handwerk. „Wir müssen das Bestehende erhalten und das wird schon schwer genug sein“. Grund hat auch kein Problem, dass er da mit dem großen „Wirtschaftsguru“ aus Jena nicht immer und unbedingt konform geht.

35 verschiedene Veranstaltungen sind bislang auf der Terminliste des Christdemokraten zu finden. Mal mit Vogel, Späth und anderen Thüringer Ministern auf großen Plätzen und in großen Hallen, mal auf der Straße in Niedersachswerfen oder Bleicherode. Wer sich über den CDU-Kandidaten im Internet informieren will, der kann das natürlich auch tun. Ein Klick genügt.

Mit frechen Sprüchen will die Junge Union im Eichsfeld und im Landkreis Nordhausen ihren Kandidaten unterstützen. Auf Handzetteln, Postkarten, Flyern und Aufklebern wird auf „Rot-Grün“ gezielt und gefeuert. Da wirkt das offizielle Plakat des Kandidaten schon recht „bodenständig und wertkonservativ“. Aber so sind sie eben die Menschen aus Nordthüringen.
Autor: nnz

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