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Mo, 17:00 Uhr
19.01.2009

Klatsche für das Rathaus

In einer Sondersitzung hatten heute die Mitglieder des Kreisausschusses über das Urteil des Oberwaltungsgerichts zum Kreisumlagenstreit zu befinden. Und da waren – neben vielen Zahlen – auch viele schöne Weisheiten zu vernehmen...


Der Satz des Nachmittags kam von Egon Primas. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion nannte das Urteil, das den Landkreis zur Millionen-Nachzahlung von Kreisumlage an die Stadt verpflichtet, eine „Klatsche für die Stadt.“ Das muss erst einmal verdaut werden. Doch auch andere Kreisausschussmitglieder sekundierten ihm und verwiesen auf Passagen des Urteils, die die Rechtsauffassung des Landkreises bestätigen. Zum Beispiel bei der Berechnung der Kosten für die Sollstedter Schwimmhalle, des Rettungsdienstes bis hin zur Entsorgung des Fäkalschlammes. Bestätigt sei der Landkreis auch in seiner Auffassung, dass Haushaltssatzungen nachgebessert, also neu beschlossen werden können.

Und das soll auch so geschehen, möglichst schon am 3. März. Dann könnten dem Nordhäuser Rathaus auch gleich neue Bescheide für die Jahre 1996 bis 2003 geschickt werden, in denen die Summen deutlich niedriger ausfallen als in den „alten“ Bescheiden. In Summe, so rechnet die kreisliche Kämmerei zusammen, habe man der Stadtverwaltung rund 2,6 Millionen Euro über diese Jahre hinweg zuviel in Rechnung gestellt. Dazu kommen noch die Gerichts- und Anwaltskosten sowie eventuelle Zinsen.

Hierzu solle bald der Kontakt mit dem Rathaus aufgenommen werden, so der Ausschuss heute. Da wird es allerdings viel zu reden geben. Vor allem über die Summe, die zurückgezahlt werden soll. Die Stadtverwaltung hat da andere Vorstellungen. Einen Tag nach der Urteilsverkündung wurde in einer Pressemitteilung des Rathauses von einer Summe knapp über zwei Millionen Euro gesprochen. Allerdings nur für das Jahr 1996.

Es wird also Gesprächsbedarf geben. Nicht nur mit der Verwaltung der Rolandstadt, sondern auch mit der des Landes. Jahrelang hatte die Rechtsaufsicht des Freistaates – Innenministerium und Landesverwaltungsamt – die Berechnung der Schul- und Kreisumlage des Landkreises gut geheißen. In einem Schreiben vom April 2004 habe LVA-Präsident Peter Stephan der Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erklärt, dass die Verfahrensweise des Landkreises in punkto Kreisumlage voll in Ordnung sei.

Und so forderten heute die Vertreter von SPD und LINKE im Kreisausschuss denn auch, die Landesbehörden in die Pflicht zu nehmen, am besten in die Zahlungspflicht. Denn: Der Landkreis Nordhausen kann nicht zahlen. Er hat kein Geld in dieser Größenordnung. Er hat nicht einmal Geld für das Herausschinden von Zeit. Und so wird denn auch auf eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision des OVG-Urteils verzichtet. Das hätte nämlich auch wieder gekostet.

Allerdings wäre auch eine andere Variante denkbar: Der Landkreis akzeptiert die städtischen Forderung und sieht diese als ungedeckten Finanzbedarf in einem Nachtragshaushalt ein. Dann müsste dieser Bedarf über die Kreisumlage gedeckelt werden. Und die Stadt Nordhausen wäre mit mehr als der Hälfte wieder im Boot. Egal wie hoch der Betrag ist.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
Elefant
19.01.2009, 17:47 Uhr
Super Leistung !!
Jetzt wissen also Frau Rinke und Herr Claus das zwischen ihren beiden Verwaltungen etwas falsch berechnet wurde.Super!! Man schreibt jetzt neue Bescheide und und und........................
Bezahlen muss das alles der Steuerzahler, egal ob die Stadt ein bissel weniger und die übrigen Gemeinden ein bissel mehr umgelegt bekommen. Wieviel zehntausende Euros an Gerichtskosten und Zinsen wird wohl diese über 10 Jahre dauernde Unterichtsstunde für Rinke und Claus kosten? Genau diese Politiker brauchen wir in dem schwierigem Jahr 2009! Oder lieber nicht?
Chefkoch
19.01.2009, 19:08 Uhr
Klatschen wir mit den Herrn Primas und Claus!
Herrn Primas Logik des Schönredens ist wahrhaftig abenteuerlich und eigentlich ist der Herr Primas dann doch zu jung für Altersdemenz: Der Landkreis hat verloren gegen die Stadt, wird Millionen nachzahlen müssen. Aber wehe der Stadt Nordhausen, denn die ist mit diesem Urteil abgewatscht worden! Das nenne ich aber eine richtige Klatsche für Frau Rinke. Die wird vor lauter Klatschen aus dem Schreien nicht mehr herauskommen.

Noch toller ist aber der Vorschlag von Herrn Greiner zu nennen. Bravo! Der Landkreis macht einen Nachtragshaushalt mit einem millionenschweren ungedeckten Finanzbedarf. Und damit dies nicht von der Landesaufsicht als das behandelt wird, was es ist – unzulässiger Wahnsinn – verdoppeln wir die Kreisumlage. Wenn irgendein Bürgermeister dem im Kreistag zustimmen sollte, würde ich mich nicht wundern, wenn ihn seine Bürger nach guter alter amerikanischer Sitte teeren, federn und anschließend aus der Kommune jagen.

Der Kreistag wird am 7. Juni neu gewählt. Also kann man sich sparen, seine eigentlich nun fällige Selbstauflösung zu fordern. Aber die Verwaltungsspitze des Landratsamtes, die eine solche Katastrophe herbeigeführt und zu verantworten hat, sollte, wenn sie noch einen Funken Ehre und Verantwortung vor den Bürgern besitzt, sofort zurücktreten.
Willi
19.01.2009, 20:22 Uhr
Zustimmung!
Dem Beitrage vom Chefkoch kann ich nur zustimmen. Herr Primas ist schon ein großer Künstler in Sachen schönreden!
Das Urteil ist doch eindeutig, die Klatsche geht in Richtung Landkreis.
andre-notnagel
19.01.2009, 22:35 Uhr
Früher gelernt
Tja, das Schönreden hat Herr Primas ja noch zu seiner Zeit als Blockflöte und Funktionär der DDR-CDU gelernt. Aber da ist er ja nicht allein. Nur mit dem Unterschied, dass er vor 20 Jahren noch mit der Staatspartei kooperiert hat und heute selber staatstragend ist bzw. gern sein möchte. Es gibt viele Kreistagsabgeordnete, auf die wir in der nächsten Legislatur gern verzichten könnten, aber Herr Primas ist da eigentlich an erster Stelle zu nennen.

Wir brauchen zukünftig mehr Politiker mit Weitblick und nicht nur welche, die überhaupt keine Ahnung von der realen Welt haben, geschweige denn rechnen können.
Elefant
19.01.2009, 22:36 Uhr
Nicht verstanden !!
Hallo Willi, hallo Chefkoch,

ihr habt es nicht verstanden. Dem nicht parteiabhängigen (also nicht ihr beiden) Bürger ist es sehr egal ob Frau Rinke in die Hände klatscht oder ob Herr Primas etwas schönredet. Bezahlen muss den ganzen Egotripp von Rinke und Co der Steuerzahler.
Frau Rinke denkt, sie bekommt 24 Millionen, Primas und Frau Becker rechnen mit 2,5 Millionen...................und da man sich wieder nicht einigen kann klagt man halt auf Kosten der Allgemeinheit weiter.
Ich hoffe sehr das dies die letzte Amtsperiode von Frau Rinke ist. Jeder verantwortungsbewusste Bürgermeister hätte den Streit längst beigelegt. Zur Erinnerung: es geht hier um den Streit einer Kostenverteilung zwischen Verwaltungen, die zu veranlagenden Gesamtkosten für den Steuerzahler bleiben. Wenn nicht noch viele Gerichts- und Anwaltskosten dazu kommen.
Willi
20.01.2009, 08:00 Uhr
Egotripp?
Ich kann keinen Egotrip dabei erkennen, wenn jemand Recht einfordert, erst Recht nicht, wenn es ums Geld geht. Schauen wir mal wie viel der Landkreis am Ende überweisen muss. Der bzw. die Fehler liegen doch eindeutig beim Landkreis und nicht bei der Stadt. Da sehe ich auch nicht ein, warum Frau Rinke den "Streit" beilegen sollte. Sie hat doch die Pflicht der Stadt zustehendes Geld einzufordern. Meines Wissens war es doch auch der Landrat Claus welcher Vergleichsangeote ausgeschlagen hat.
@elefant, mit der Parteiunabhängikeit hast du Recht, dass war früher so und wird wohl auch in Zukunft so bleiben!
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