eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 09:42 Uhr
01.08.2002

Fahrplanheft bekommt gute Noten

Nordhausen (nnz). Mit dem heutigen Tag ist der neue Nordthüringer Regionalfahrplan in Kraft getreten. In den vergangenen Wochen wurde die Broschüren verteilt. Dazu eine Einschätzung der Initiative „Höchste Eisenbahn für die Südharz“.


Mit Beginn des neuen Schuljahres in Thüringen tritt auch wieder der neue Fahrplan für Straßenbahnen und Omnibusse im Kreis Nordhausen in Kraft. Für Bewohner des Kreises Osterode oder Urlauber und Touristen im niedersächsischen Teil des Harzes ist es leider weiterhin schwierig, an Informationen zu den Buslinien im Nachbarkreis heranzukommen - wie übrigens auch umgekehrt. Abgesehen von dieser wenig schönen Gemeinsamkeit gibt es allerdings einige Dinge, die sich die Verantwortlichen im (Z)VSN hinter die Ohren schreiben respektive abschauen können. Im Nachbarkreis gibt's zwar noch keinen Verbundtarif, aber sonst...

Wie immer: Fahrplanhefte für alle Haushalte kostenlos
Wer sich zum Beispiel nach Nordhausen bemüht und im dortigen Hauptbahnhof das neue Reisezentrum betritt, kann an einem Ständer links vom Eingang das neue Fahrplanheft - nicht erwerben, sondern einfach mitnehmen! Denn in Nordthüringen, so auch im gesamten Landkreis Nordhausen, werden die Fahrplanhefte dank der Mithilfe des Wirtschaftsministeriums an alle Haushalte kostenlos verteilt. Und es werden genügend gedruckt, um ausreichend Exemplare an Auskunftsstellen wie dieser vorzuhalten. Eine sehr lobenswerte und für die Nutzung von Bahn und Bus sicher auch hilfreiche Sache. Hierzulande - im Kreis Osterode - muss man bekanntlich für das unhandliche Fahrplanheft des VSN einen Euro hinblättern und hat doch nur die Hälfe des (kleineren) Kreises Osterode in der Hand....

(Fast) alles drin bei ordentlichem Format
Womit wir beim Heft selbst wären. Es hat das Format A 5 und ist damit auch nicht unbedingt ein Plan für die Hand- oder Brusttasche, aber immerhin deutlich besser als das quadratisch-unpraktische Werk des VSN. Und es ist alles drin: Im Gegensatz zum VSN-Plan enthält der Nordhäuser auch die allgemeinen Beförderungsbedingungen, ausführliche Tarifbestimmungen, Fahrpläne aller Schienenstrecken der Region - nicht nur des Kreises - und einen Abfahrtsplan des Bahnhofs Nordhausen. Leider fehlen - und hierin ist der VSN-Plan besser - Fahrpläne der Buslinien im Nachbarland Niedersachsen, zum Beispiel die durchaus interessante Linie Walkenried - Hohegeiß - Braunlage. Im VSN gibt's ja immerhin Pläne des benachbarten Braunschweiger Verbundes im Oberharz, Pläne aus dem Bereich Nordhausen - wie den umgekehrt für den Südharz interessanten nach Sülzhayn - fehlen dort ja auch.

Nordhausen Hauptbahnhof: Der zentrale Verknüpfungspunkt
Wenn, sagen wir einmal, Bewohner der Kreisstadt Osterode sich anschauen wollen, wie so eine Verknüpfung Bus/Schiene aussehen und funktionieren kann, so können sie dieses im kleinen in Walkenried und im großen in Nordhausen sehen. Dort fährt jetzt alles vor dem Hauptbahnhof ab: Die Straßenbahn, die Triebwagen der Schmalspurbahn und alle Busse des Stadt- und Regionalverkehrs. Ganz kurze Wege nur, und man hat alles erreicht, umgekehrt natürlich auch die Züge. Damit kann man sich die ganze Stadt Nordhausen und viele Orte des Kreises gut erschließen. Auf mehreren Buslinien wurde zudem das Angebot ausgeweitet und vertaktet, besonders im Vorortverkehr nach Bielen, Sundhausen usw. Ansonsten gibt's rund um die Stadt des Korns viel flaches Land und kleine Dörfer ohne touristische Ambitionen, und dafür ist das Angebot recht ordentlich. Jedenfalls fahren nach, sagen wir, Mackenrode mehr Busse als zwischen den Städten Bad Lauterberg und St Andreasberg.

Von Ellrich nach Sülzhayn
Ein zweiter Umsteigepunkt, freilich in einem unvergleichlich schlechteren Ambiente ("Ruinen schaffen ohne Waffen"), ist Ellrich. Wer sich durch die versprayte Bahnhofshalle bemüht hat, findet überraschend oft einen Anschlussbus in den Kurort Sülzhayn, immerhin einmal als „Davos des Harzes“ gerühmt und auch heute noch ein schöner Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge.

Etwas kompliziert: Umsteigen in Niedersachswerfen
Nicht ganz so glatt läuft es diesbezüglich in Niedersachswerfen. Natürlich kann man die Schienen der Harzquerbahn nicht an die der großen Bahn heranlegen, und hier sind die fünf Fußminuten zum Herkulesmarkt auch kein allzu großes Hindernis - leider fehlt am Bahnhof Niedersachswerfen hierzu jeder Hinweis - aber Omnibusse von und nach Ilfeld und Neustadt könnten billigerweise ja durchaus am "großen" Bahnhof abfahren. Jedenfalls gelegentlich. Dann wäre der hübsche Ort Neustadt mit der Burgruine Hohnstein aus Richtung Herzberg wesentlich besser erreichbar. Die wichtigere Verknüpfung ist sicher die am Ostbahnhof zwischen Schmalspurbahn und Bus in und aus Richtung Nordhausen, doch sollte man die Staatsbahn nicht ganz vergessen. 15 Minuten Fußweg sind für manchen Umsteiger doch ein arges Hindernis.

Fazit: Ein guter Fahrplan, gut aufgemacht, sehr gut unter die Leute gebracht, mit in der Stadt sehr gutem und auf dem Lande recht ordentlichem Angebot. Leider wird in Thüringen noch nicht über die Grenze zu Niedersachsen gedacht. Das aber ist umgekehrt auch der Fall. Schade, denn der Südharz hat eine bessere Information verdient. Im Dezember versucht es der VSN wieder: Schauen wir mal!
Michael Reinboth
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)