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Do, 16:02 Uhr
27.11.2008

Rückkehr nach 70 Jahren

Die Nordhäuser Juden haben seit heute wieder ihre Thora-Rolle. Das Heiligtum kehrte damit nach 70 Jahren zurück in die Rolandstadt. Die nnz begleitete diese Zeremonie und berichtet...

Von der Vergangenheit in die Zukunft (Foto: nnz) Von der Vergangenheit in die Zukunft (Foto: nnz)

Die Feierlichkeiten nahmen ihren Ausgangspunkt am Gedenkstein für die ehemalige Nordhäuser Synagoge. Hier betete der Gastrabbiner der jüdischen Landesgemeinde Thüringen, David Goldberg, unter anderem für die Opfer des Holocaust. Danach wurde die Thora-Rolle, die für die Juden die eigentliche Basis ihrer Religion ist, unter einem Baldachin in das Vereinshaus Thomas Mann gebracht, wo die Nordhäuser Außenstelle „Schalom“ der jüdischen Gemeinde in Thüringen ihre Heimstatt hat. Für Phillip Egboune sei dieser Weg gleichzusetzen mit dem Gang von der Vergangenheit in die Zukunft.

Die Thora-Rolle, die sich nun in Gemeinde-Besitz befindet, ist mehr als 100 Jahre alt. Sie wurde in den zurückliegenden Monaten aufwändig restauriert, was auch durch Fördermittel und Spenden möglich wurde. An einer Thora-Rolle, so David Goldberg, wird bis zu zwei Jahren auf Pergament geschrieben. Er selbst las aus einem Kapitel vor, das er zufällig ausgewählt hatte. Die Rolle selbst wurde danach im Bet-Raum verschlossen.

Nach diesen Feierlichkeiten wurde in Anwesenheit von Wolfgang Nossen, dem Vorsitzenden der jüdischen Landesgemeinde, eine Ausstellung zum jüdischen Leben in Deutschland eröffnet. Egboune würdigte dabei vor allem die jungen Menschen, die bei der Vorbereitung der Exposition mitgeholfen hätten und wünschte sich, daß die Schau von vielen Schulklassen besucht werde. Die Arbeiten unter dem Projektnamen „Chai“ sind Bestandteil des lokalen Aktionsplanes „Vielfalt tut gut“.

Anschließend wurde im Vereinshaus der fünfte Geburtstag der Nordhäuser Außenstelle der jüdischen Landesgemeinde gefeiert, der mittlerweile 35 Mitglieder angehören.

Thorarolle

Im Zusammenhang mit Tora, der jüdischen Bezeichnung für die fünf Bücher Moses ist oft die Torarolle gemeint. Dies ist eine große Rolle aus Pergament, auf der die fünf Bücher Mose in hebräischen Buchstaben (ohne Vokale) von Hand aufgeschrieben sind. Torarollen werden im Allgemeinen in der Synagoge aufbewahrt. In Gottesdiensten, vor allem am Schabbat, aber auch an Feiertagen, wird aus dieser Torarolle in der Synagoge „gelesen“. Üblicherweise wird der Text dabei nicht gesprochen, sondern gesungen. Sinn dieser 2000-jährigen Tradition ist, das jüdische Volk mit dem Text der Tora vertraut zu machen.
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Rückkehr nach 70 Jahren (Foto: nnz)
Autor: nnz

Kommentare
ein.nordhaeuser
27.11.2008, 17.55 Uhr
...ein wichtiger Meilenstein!
An jene mit Vorurteilen: „Sei bereit dich korrigieren zu lassen, und spitze die Ohren, wenn du etwas lernen kannst.“ (Kap.23,11)

Und der jüdischen Gemeinde Nordhausen bei dem Gang von der Vergangenheit in die Zukunft alles Gute.
Nordhäuserin
27.11.2008, 18.03 Uhr
Gut für uns alle
Es ist gut zu wissen, dass der jüdische Glauben in Nordhausen angekommen ist. Wichtig scheint mir, dass er von allen respektiert und toleriert wird. Nur so kann sich kulturelle und religiöse Vielfalt auch entwickeln.
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