Di, 12:18 Uhr
16.07.2002
Schwitzen in den Verwaltungen
Nordhausen (nnz). Denken Sie nicht etwa, dass die Verwaltungen im Nordhäuser Rathaus oder in der Behringstraße in der Sommerpause sind. Es gibt da auch noch Bereiche, die derzeit richtig am Schwitzen sind. Zum Beispiel wenn es um das Thema Straßen geht. Mehr dazu in Ihrer nnz.
Dem mobilen Menschen im Landkreis Nordhausen ist es eigentlich ziemlich egal, ob er mit seinem Fahrzeug über Bundes-, Kreis- oder Landesstraßen fährt. Schön sauber und hergerichtet sollen die Asphaltstrecken sein. Den Mitarbeitern in den oben erwähnten Verwaltungen macht die kommende Trägerschaft der Straßen doch schon Kopfzerbrechen. Trägerschaft bedeutet Verantwortung. Verantwortung bedeutet Finanzierung. Und da liegt der Haken der Sache.
Das Land Thüringen will nach nnz-Informationen 100 Kilometer Straße im Landkreis Nordhausen loswerden. Per Umwidmung durch den Gesetzesgeber werden so aus Landesstraßen plötzlich nicht nur Kreisstraßen, sondern vielleicht sogar kommunale Straßen. So hatte Anfang dieser Woche das Thüringer Wirtschaftsministerium zwar angekündigt, nur sanierte Straßen an die Landkreise abzugeben, doch die Realität sieht etwas anders aus. Wie die nnz erfahren hat, befinden sich rund 70 Prozent der zur Umwidmung auserkorenen Straßen in einem nichtsanierten Zustand. Ein Schwerpunkt ist hierbei vor allem die Region um Großwechsungen, hier vor allem die L 2070. Das will man sich an der Behringstraße natürlich nicht gefallen lassen und entwirft gerade einen Brief.
Darin soll das Unbehagen der Kreisverwalter über den derzeitigen Zustand dieser Straßen zum Ausdruck kommen. Die gesamte Umwidmung soll in Thüringen zwar erst im Jahr 2008 abgeschlossen sein, doch Jahre zuvor beginnt sie. Kritik wollen die Nordhäuser auch an der Strecke von 100 Kilometer üben, zumal man nicht weiß, in welcher Relation es die unmittelbaren Nachbarn betrifft. Für den Landkreis Eichsfeld soll es noch gar kein Umwidmungskonzept geben. Der einzige Landkreis in Thüringen übrigens, wie die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der PDS-Landtagsfraktion ergab.
Keine Pisten mit Schlaglöchern erwartet indes auch der Nordhäuser Vorstand des Gemeinde- und Städtebundes vom Landkreis. Für dessen Vorsitzenden Jürgen Hohberg ist klar, dass die Kommunen diverse Straßen direkt vom Land oder - per Umleitung - vom Landkreis erhalten werden. Im Übrigen ist diese Landespraxis für Hohberg schlicht und ergreifend eine Sauerei. Was Geld kostet wird an die Kommunen abgegeben, was Geld bringt, das wird privatisiert. Zum Beispiel der Straßen- und Winterdienst. Mit dem werden es der Landkreis und die Kommunen in den kommenden Jahren verstärkt zu tun bekommen. Die ihnen übertragenen Straßen, auch die sanierten, müssen irgendwann mal gewartet und im Winter von Eis und Schnee befreit werden. Und das hat zum Beispiel der Gemeinde Sollstedt im vergangenen Jahr pro kalendarischem Wintertag rund 80 Euro gekostet (siehe hierzu im nnz-Archiv).
Autor: nnzDem mobilen Menschen im Landkreis Nordhausen ist es eigentlich ziemlich egal, ob er mit seinem Fahrzeug über Bundes-, Kreis- oder Landesstraßen fährt. Schön sauber und hergerichtet sollen die Asphaltstrecken sein. Den Mitarbeitern in den oben erwähnten Verwaltungen macht die kommende Trägerschaft der Straßen doch schon Kopfzerbrechen. Trägerschaft bedeutet Verantwortung. Verantwortung bedeutet Finanzierung. Und da liegt der Haken der Sache.
Das Land Thüringen will nach nnz-Informationen 100 Kilometer Straße im Landkreis Nordhausen loswerden. Per Umwidmung durch den Gesetzesgeber werden so aus Landesstraßen plötzlich nicht nur Kreisstraßen, sondern vielleicht sogar kommunale Straßen. So hatte Anfang dieser Woche das Thüringer Wirtschaftsministerium zwar angekündigt, nur sanierte Straßen an die Landkreise abzugeben, doch die Realität sieht etwas anders aus. Wie die nnz erfahren hat, befinden sich rund 70 Prozent der zur Umwidmung auserkorenen Straßen in einem nichtsanierten Zustand. Ein Schwerpunkt ist hierbei vor allem die Region um Großwechsungen, hier vor allem die L 2070. Das will man sich an der Behringstraße natürlich nicht gefallen lassen und entwirft gerade einen Brief.
Darin soll das Unbehagen der Kreisverwalter über den derzeitigen Zustand dieser Straßen zum Ausdruck kommen. Die gesamte Umwidmung soll in Thüringen zwar erst im Jahr 2008 abgeschlossen sein, doch Jahre zuvor beginnt sie. Kritik wollen die Nordhäuser auch an der Strecke von 100 Kilometer üben, zumal man nicht weiß, in welcher Relation es die unmittelbaren Nachbarn betrifft. Für den Landkreis Eichsfeld soll es noch gar kein Umwidmungskonzept geben. Der einzige Landkreis in Thüringen übrigens, wie die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der PDS-Landtagsfraktion ergab.
Keine Pisten mit Schlaglöchern erwartet indes auch der Nordhäuser Vorstand des Gemeinde- und Städtebundes vom Landkreis. Für dessen Vorsitzenden Jürgen Hohberg ist klar, dass die Kommunen diverse Straßen direkt vom Land oder - per Umleitung - vom Landkreis erhalten werden. Im Übrigen ist diese Landespraxis für Hohberg schlicht und ergreifend eine Sauerei. Was Geld kostet wird an die Kommunen abgegeben, was Geld bringt, das wird privatisiert. Zum Beispiel der Straßen- und Winterdienst. Mit dem werden es der Landkreis und die Kommunen in den kommenden Jahren verstärkt zu tun bekommen. Die ihnen übertragenen Straßen, auch die sanierten, müssen irgendwann mal gewartet und im Winter von Eis und Schnee befreit werden. Und das hat zum Beispiel der Gemeinde Sollstedt im vergangenen Jahr pro kalendarischem Wintertag rund 80 Euro gekostet (siehe hierzu im nnz-Archiv).

