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Mo, 13:11 Uhr
15.07.2002

Zwischen Gras und Koks

Nordhausen (nnz). Wer bisher glaubte, in Nordhausen gäbe es nur Baustellen, aber keine Drogenszene, der irrt gewaltig. Und wer nun glaubt, diese beschränke sich nur auf die Kreisstadt, der irrt genauso. nnz mit spektakulären Tatsachen und Zahlen.


„Locke“ - so heißt das Machtwort, das die Polizeidirektion Nordhausen seit dem ersten November des vergangenen Jahres mit der organisierten Drogenszene im Landkreis spricht. Dem nnz-Bericht vom Freitag, 12. Juli, wollen wir hier noch ein paar Zahlen nachschieben, um das Ausmaß des Drogenhandels in der Region annähernd zu verdeutlichen. Wohlgemerkt annähernd, denn „natürlich liegt die Dunkelziffers des gehandelten Stoffes wesentlicher höher als die Rauschgiftmengen, die wir sicherstellen können“, gab Dirk Germerodt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, auf einer Pressekonferenz zu bedenken.

Trotzdem verlief der Einsatz der Soko „Locke“ bisher durchaus erfolgreich, wie die Polizeidirektion bestätigte. Das Ergebnis der ersten Arbeitseinsätze waren 42 Ermittlungsverfahren, unter anderem auch gegen die fünf Haupttäter, die bereits inhaftiert wurden. Weitere 80 Personen wurden zur mittleren Ebene und zu den Kleindealern gezählt. Auch hier liefen die Ermittlungen seitens der Soko erfolgreich. Insgesamt wurden bis jetzt 301 Ermittlungsverfahren eingeleitet. 27 der betroffenen Personen sitzen bereits in der Haftanstalt, zehn sind zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Bis Dezember 2001 konnten 6,8 Kilogramm Haschisch, 181 Gramm Marihuana, 103 Gramm Amphetamin und 447 Ecstasy-Tabletten im Landkreis sichergestellt werden. In diesem Jahr wurden bereits 850 Gramm Haschisch und geringe Mengen an Ecstasy und Speed beschlagnahmt. Einen besonders „großen Brocken“ fischte die Soko in Gestalt eine Hauptdealers aus Sachsen-Anhalt aus der Szene heraus. Ihm und seiner Gruppe konnte für den Zeitraum von 1999 bis 2000 der Umsatz von 240 Kilogramm Haschisch, 42.000 Ecstasy-Pillen, einem Kilogramm Kokain und vier Kilogramm Amphetamin nachgewiesen werden.

Trotz dieser Ermittlungserfolge kündigte die Polizeidirektion an, dass angesichts der noch nicht abgeschlossenen Ermittlungsverfahren (mehr als 100) noch ein großes Stück vor den hoch motivierten Beamten der Soko liegt. Besonderes Augenmerk wolle man auf Diskotheken und auf Gastronomiebetriebe legen, da hier immer wieder große Umschlagplätze der organisierten Drogenkriminalität zu finden seien.
Autor: mj

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