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Di, 14:17 Uhr
05.12.2000

nnz-Forum: Offener Brief von Volker Theuerkauf an Oberbürgermeisterin Barbara Rinke

Nordhausen (nnz). Die Resonanz auf die Veranstaltung zum Stand der Planungen für das Industriegebiet "Goldene Aue" war groß. Bevor die Verbandsräte mit Mitgliedern von Gemeinde- und Stadträten hinter verschlossenen Türen von Planer informiert wurden, hatte die Bürgerinitiative die Möglichkeit, ihren Standpunkt vorzutragen. Auch nnz-Leser Volker Theuerkauf war unter den Zuhörern. In einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) wendet sich Theuerkauf gegen das Verhalten der Verwaltung und kritisiert die Informationsgebung von offizieller Seite zum Industriegebiet. nnz veröffentlicht an dieser Stelle auzugsweise den Brief:

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
wie Sie vielleicht wissen, stellte ich mich kürzlich in der nnz hinter das Vorhaben der Planer zum Industriegebiet "Goldene Aue". Die mich damals umgebenden Informationen beliefen sich aus meiner heutigen Sicht eher auf Gerüchte, die für mich als engagierter Bürger wie auch Unternehmer nicht zuletzt durch meine eigene unzureichende Information den problematischen Hintergrund vermuten ließen, daß hier lediglich durch eine kleine Gruppe gezielt unrichtige Information gesät wird, um persönliche Interessen über das Gemeinwohl zu stellen und dadurch ein größeres Projekt zur Schaffung von zahlreichen Arbeitsplätzen gefährdet. Bei der Infoveranstaltung im BIC Nordthüringen, am gestrigen 04.12.00, mußte ich mich fast schmerzlich eines besseren belehren lassen und feststellen, daß es offenbar nicht angebracht ist, auf eine weitblickende Arbeit Ihrer Verwaltung, insbesondere des in dieser Sache eingebundenen Amtes für Wirtschaftsförderung zu vertrauen. Nachdem ich eine mehr als sachlich fundierte Information der Bürgerinitiative erlebte, welche ihre Ausarbeitung wohl zusätzlich neben der täglichen Arbeitszeit erbrachte, muß ich Sie angesichts dieser Tatsachen heute fragen, wie eigentlich die Arbeit im genannten Amt zu werten ist? ...
Warum nimmt man die Einwände der Bürgerinitiative nicht ernst und kommt dem Anspruch des Dienstleisters am Bürger nicht nach und erklärt, ungezwungen und sachlich die Zusammenhänge und Notwendigkeiten, welche aus der Sicht der Verwaltung für ein Industriegebiet sprechen ganz einfach öffentlich und vertritt damit seine eigene Linie und Überzeugung ohne daraus ein Dogma zu machen? Während eine Bürgerinitiative mit größtem Engagement offen informiert und damit breite Schichten der Bevölkerung aufklärt, haben die Vertreter Ihrer Verwaltung nichts Besseres zu tun, als sich demonstrativ hinter verschlossene Türen zurückzuziehen, um sich seitens der Planer informieren zu lassen, ohne das einem Vertreter dieser fair agierenden Bürgerinitiative Gelegenheit gegeben wurde daran teilzunehmen? ... Diese Verfahrensweisen schaffen kein Vertrauen sondern tragen verstärkt dazu bei, daß sich auch "eingefleischte Nordhäuser" von der Region abwenden und gehen...
Bei dieser abendlichen Veranstaltung wurden konstruktive Vorschläge gemacht und Wege angedeutet, über die es sich sofort lohnen würde weiter nachzudenken und Konzepte anzugehen, die nicht nur der Selbstdarstellung dienen, sondern auch der Verpflichtung gegenüber unseren Nachkommen besser gerecht werden, mit verfügbaren Ressourcen schonender umzugehen und uns in den natürlichen Kreislauf einzufügen, statt ihn auf Dauer zu durchbrechen und nicht zu vergessen die Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, welche durch Nichtansiedlung problematischer Industrie gar nicht erst entstehen.

Volker Theuerkauf
Autor: nnz

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