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Mi, 07:59 Uhr
05.11.2008

Der nnz-Wetter-Rückblick: Schnitt-Oktober

Die Bilanz für den Nordhäuser Oktober fällt eher durchschnittlich aus. Kalte Tage und wärmere Abschnitte hielten sich die Waage. Nebel und Hochnebel konnten häufig beobachtet werden. Der etwas andere Rückblick auf das Wetter in Ihrer nnz.


Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: Autorin) Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: Autorin) Die Lufttemperatur im Monatsmittel entsprach mit 10°C in etwa dem langjährigen Mittelwert. Im Oktober neigt sich die Vegetationsperiode langsam dem Ende zu. Definiert werden kann dies z.B. über die Lufttemperatur: Bei einem dauerhaften Absinken der Tagesmittelwerte unter 8 bis 13°C wird es den Pflanzen zu kalt, um Biomasse zu produzieren. Seit dem 22. Oktober stiegen die Mittelwerte nicht mehr über 10°C.

Der Niederschlag scheint auf dem Campus im Vergleich zu den Summenwerten im regionalen Umfeld etwas zu gering. Nur 33,8 l/m² wurden registriert, in Erfurt waren es 61,4 l/m² und im ansonsten eher trockenen Leipzig fielen immerhin 51 l/m² (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Am 27. Oktober wurden 10 l/m² gemessen, also 30% der registrierten Monatssumme. Worin liegt die Ursache dieser wahrscheinlich zu geringen Messung? Eventuell an Solarkollektoren, die zu Forschungszwecken in der Hauptwind- und Regenrichtung zeitweise auf dem Versuchsfeld des August-Kramer-Instituts aufgebaut waren.

Die Niederschlagsmessung ist generell mit sehr großen Fehlern behaftet. Abweichungen direkt benachbarter Messungen von 20% und mehr sind keine Seltenheit. Der Wind hat u.a. einen großen Einfluss. Und den gab es im Oktober gerade an den Tagen, an denen der Niederschlag fiel, ausreichend. 13,3 m/s bzw. knapp 50 km/h Anfang Oktober wird nach der Beaufort-Skala bereits als starker Wind bezeichnet. Auch Mitte Oktober war es zeitweise recht stürmisch mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten über 10 m/s. Wie soll auch waagerecht peitschender Regen in einen kleinen Sammler mit 200 cm² Auffangfläche gelangen? Korrigieren wir die gemessenen Werte um einen geschätzten Faktor von 20%, so erreichen wir die langjährige Niederschlagssumme von 40 mm im Oktober fast genau.

Bleiben wir bei Wasser in der Atmosphäre, allerdings in Form von Nebel. Eine durchschnittliche Luftfeuchte von 82,2% zeigt, dass wir im Oktober mehr als genügend Wasserdampf in der Luft hatten. Da es tagsüber noch recht warm werden kann, am 8.10. wurden immerhin noch 23,8°C erreicht, ist die Verdunstung noch hoch. Sie betrug im Oktober in der Summe 45 l/m² , lag damit leicht über dem gefallenen Niederschlag und stellt genügend Wasserdampf zur Verfügung. Andererseits kühlt es in den nun schon langen Nächten derart ab, dass der sogenannte Taupunkt erreicht wird und der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert.

Am 24.10. gab es mit -0,7°C übrigens den ersten Frosttag für den Winter 2008/2009 auf dem Campus. Insbesondere in der zweiten Oktoberhälfte wurde in den frühen Morgenstunden häufig der Taupunkt unterschritten. Dabei entstand bzw. entsteht in der Luft entweder Dunst oder Nebel. Beträgt die Sichtweite mehr als 1 Kilometer, so spricht man von Dunst, andernfalls von Nebel. Nebel entsteht erst bei einer relativen Luftfeuchte von 100%. Die Tröpfchengröße schwankt zwischen 0,001 und 0,05 mm. Wegen der Größe der Nebeltröpfchen wird das Licht unabhängig von seiner Wellenlänge gestreut, der Nebel erscheint daher weiß.

Die Sonnenscheindauer lag mit 74 Stunden 30 Stunden unter dem 25-jährigen Mittelwert. An 14 Tagen schien die Sonne weniger als eine Stunde. Vorhandene Nebel- und Hochnebellagen konnten daher zum Teil nicht aufgelöst werden. Der 25. Oktober lag mit 7 Stunden Sonnenschein, aber gleichzeitig kühlen 12 °C Lufttemperatur an der Monatsspitze. Astronomisch möglich sind in unseren Breitengraden im Oktober übrigens immerhin noch 10,8 Stunden pro Tag.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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