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Fr, 10:36 Uhr
05.07.2002

Das Rad eines Krankenbettes

Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Südharz-Krankenhaus arbeitet das Tumorzentrum Südharz e.V. Dort werden Krebspatienten betreut, auch Loni Grünwald. Was die PDS-Kommunalpolitikerin mit dem Rad eines Krankenhausbettes zu tun hat, das hat die nnz erfahren.


Scheck übergeben Loni Grünwald ist - statistisch gesehen - eine von neun Frauen in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt sind. Das Schlimmste hat die 2. Beigeordnete der Kreisverwaltung überstanden. Noch immer aber bedarf die Krankheit in ihrem Körper einer Nachbehandlung. Loni Grünwald ist Betroffene. Das klingt hart, hat ihren Blick auf die Krankheit aber geschärft und geweitet. Sie geht offen damit um, der beste Weg um als Sieger aus diesem biologischen Kampf herauszukommen. Als sie vor Wochen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, wollte Grünwald keine Blumen und Geschenke, sie wollte Geld.

Das sammelte sie von den zahlreichen Gratulanten ein. Eine unrunde Summe kam zusammen, Loni Grünwald rundete auf und übergab heute dem Tumorzentrum Südharz e.V. einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 Euro. „Ich wollte, dass das Geld hier im Territorium bleibt. Es soll vielleicht auch ein kleiner Ausdruck für all die Fürsorge, Zuwendung und Liebe sein, die ich während meiner Behandlung im Krankenhaus erhalten habe. Dafür bin ich den Mitarbeitern der Einrichtung unendlich dankbar“, so Grünwald gegenüber nnz.

Die 500 Euro sollen für die weitere Einrichtung des Tumorzentrum unter Leitung von Dr. Udo Sieg ihre Verwendung finden. Geld benötigt das Zentrum zum Beispiel für die Einrichtung sogenannter Palliativbetreuungseinheiten in den Abteilungen des Südharz-Krankenhauses. Palliativmedizin definiert die Weltgesundheitsorganisation als die ganzheitliche Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Hier vor allem zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine heilende Behandlung anspricht und die Therapie der Schmerzen, anderer Krankheitsbeschwerden, psychologischer, sozialer und spiritueller Probleme höchste Priorität besitzt. Die heutige Spende soll helfen, eine wohnliche Gestaltung der Patientenzimmer in den Betreuungseinheiten zu ermöglichen. Damit sollen die Patienten möglichst wenig an einen Krankenhausbetrieb erinnert werden.

Loni Grünwald will sich in der kommenden Zeit gründlich auskurieren, Schnellschüsse nutzen ihr ebenso wenig wie ihrem Job in der Kreisverwaltung. Der ehrenamtlich Beigeordnete, Winfried Theuerkauf (SPD) führt in ihrer Abwesenheit die Geschäfte. Heute hat Grünwald einen Teil ihrer Dankbarkeit an das Tumorzentrum zurückgegeben. Vielleicht reichen die 500 Euro für ein oder mehrere Räder eines Spezialbettes. Im innersten Innern die Grünwaldsche Hoffnung: „Hoffentlich muß ich solch ein Bett nie in Anspruch nehmen“, meinte sie heute zur Scheckübergabe.

Das Nordhäuser Tumorzentrum ist eines von fünf im Freistaat, es wurde 1997 gegründet, der eingetragene Verein hat bislang 133 Mitglieder. Drei Viertel davon sind Ärzte. Neue Mitglieder und weitere Spenden sind jederzeit willkommen.
Autor: nnz

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