Mo, 12:41 Uhr
15.09.2008
nnz-Forum: Therapie in Ansätzen
Nachdem im August durch die CDU verkündet wurde: Anfang Oktober eröffnet ein Allgemeinmediziner in Bleicherode eine neue Praxis, will die Bleicheröder LINKE. die Ereignisse bis zu diesem Schritt noch einmal Revue passieren lassen. Die nnz veröffentlicht das in ihrem Forum...
Bereits im Jahr 2003 wurden Symptome wie Schlangen vor den Arztpraxen, lange Wartezeiten für die Patienten sowie Dauerdienst für die Ärzte sichtbar. Die Diagnose – von ehemals 8 Hausärzten praktizierten noch 4! Welche Therapie wurde eingeleitet? Auf Initiative der LINKEN, damals noch LINKE.PDS, beschäftigten sich Stadtrat und Sozialausschuss verstärkt mit diesem Problem. Die Stadtratsfraktion der LINKEN informierte an Infoständen die Bürger und sammelte Unterschriften gegen den Ärztemangel. Ärzte, Apotheker, Geschäftsinhaber und viele andere Bleicheröder Bürger unterstützten diese Aktion durch das Auslegen von Unterschriftenlisten in ihren Einrichtungen. Allen sei hier noch einmal für ihr Engagement gedankt.
2644 Bürger bekundeten mit ihrer Unterschrift ihren Unmut über die herrschende Situation. Die Kassenärztliche Vereinigung, aber auch Landrat Claus (CDU) und der damalige Sozialminister Zeh (CDU) sahen dieses Problem nicht so gravierend. Die Berechnungen ergaben damals in der Perspektive im Landkreis Nordhausen bis 2009 einen ärztlichen Versorgungsgrad von 0,73 % über dem Unterversorgungsgrad. Der Sozialminister verwies zudem sofort auf die Zuständigkeit des Bundes.
Wie hier das Problem der medizinischen Versorgung gelöst wird, ist uns allen durch die sogenannte Gesundheitsreform, deren letzte Auswirkungen noch gar nicht spürbar sind, bekannt. Das Land Thüringen tat noch ein übriges; es strich das Zinshilfeprogramm für niedergelassene Ärzte. Die Teilnahme am Modellprojekt Eigeneinrichtung, bei dem die Kommune z.B. geeignete Praxisräume zur Verfügung stellt, der Arzt Angestellter der Kassenärztlichen Vereinigung ist, wurde ebenfalls abgelehnt.
Dank der guten Zusammenarbeit mit den uns verbliebenen vier Allgemeinmedizinern des Ortes wird die Mindestversorgung unserer Bürger mit medizinischen Leistungen immer wieder möglich. Dafür ein herzliches Dankeschön! Aber auch den Apotheken der Stadt Bleicherode wollen wir danken, die durch fachkundige Beratung vielen Bürgern weiterhelfen. Wir danken Herrn Müller, der ab Oktober die Ärzteschaft in Bleicherode verstärken wird, obwohl er sicher in den alten Bundesländern höhere Honorare erwarten könnte.
Betrachten wir die Ansiedlung eines Allgemeinmediziners in unserer Stadt als Ansatzpunkt einer Therapie. Von Gesundung oder Heilung können wir noch lange nicht sprechen. Denn es fehlen noch ein Kinderarzt, ein Augenarzt. Auch an unserem Ziel, ein Ärztehaus einzurichten, halten wir fest.
Dem Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung, Zweigpraxen in unterversorgten Regionen finanziell zu fördern oder das Arbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus zusätzlich zu vergüten, ist bisher niemand nachgekommen. Sozialpolitik nicht im Sinne des Bürgers, sondern nur im Sinne des finanziellen Gewinns, trägt jetzt ihre Früchte!
BO Bleicherode/Südharz
Autor: nnzBereits im Jahr 2003 wurden Symptome wie Schlangen vor den Arztpraxen, lange Wartezeiten für die Patienten sowie Dauerdienst für die Ärzte sichtbar. Die Diagnose – von ehemals 8 Hausärzten praktizierten noch 4! Welche Therapie wurde eingeleitet? Auf Initiative der LINKEN, damals noch LINKE.PDS, beschäftigten sich Stadtrat und Sozialausschuss verstärkt mit diesem Problem. Die Stadtratsfraktion der LINKEN informierte an Infoständen die Bürger und sammelte Unterschriften gegen den Ärztemangel. Ärzte, Apotheker, Geschäftsinhaber und viele andere Bleicheröder Bürger unterstützten diese Aktion durch das Auslegen von Unterschriftenlisten in ihren Einrichtungen. Allen sei hier noch einmal für ihr Engagement gedankt.
2644 Bürger bekundeten mit ihrer Unterschrift ihren Unmut über die herrschende Situation. Die Kassenärztliche Vereinigung, aber auch Landrat Claus (CDU) und der damalige Sozialminister Zeh (CDU) sahen dieses Problem nicht so gravierend. Die Berechnungen ergaben damals in der Perspektive im Landkreis Nordhausen bis 2009 einen ärztlichen Versorgungsgrad von 0,73 % über dem Unterversorgungsgrad. Der Sozialminister verwies zudem sofort auf die Zuständigkeit des Bundes.
Wie hier das Problem der medizinischen Versorgung gelöst wird, ist uns allen durch die sogenannte Gesundheitsreform, deren letzte Auswirkungen noch gar nicht spürbar sind, bekannt. Das Land Thüringen tat noch ein übriges; es strich das Zinshilfeprogramm für niedergelassene Ärzte. Die Teilnahme am Modellprojekt Eigeneinrichtung, bei dem die Kommune z.B. geeignete Praxisräume zur Verfügung stellt, der Arzt Angestellter der Kassenärztlichen Vereinigung ist, wurde ebenfalls abgelehnt.
Dank der guten Zusammenarbeit mit den uns verbliebenen vier Allgemeinmedizinern des Ortes wird die Mindestversorgung unserer Bürger mit medizinischen Leistungen immer wieder möglich. Dafür ein herzliches Dankeschön! Aber auch den Apotheken der Stadt Bleicherode wollen wir danken, die durch fachkundige Beratung vielen Bürgern weiterhelfen. Wir danken Herrn Müller, der ab Oktober die Ärzteschaft in Bleicherode verstärken wird, obwohl er sicher in den alten Bundesländern höhere Honorare erwarten könnte.
Betrachten wir die Ansiedlung eines Allgemeinmediziners in unserer Stadt als Ansatzpunkt einer Therapie. Von Gesundung oder Heilung können wir noch lange nicht sprechen. Denn es fehlen noch ein Kinderarzt, ein Augenarzt. Auch an unserem Ziel, ein Ärztehaus einzurichten, halten wir fest.
Dem Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung, Zweigpraxen in unterversorgten Regionen finanziell zu fördern oder das Arbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus zusätzlich zu vergüten, ist bisher niemand nachgekommen. Sozialpolitik nicht im Sinne des Bürgers, sondern nur im Sinne des finanziellen Gewinns, trägt jetzt ihre Früchte!
BO Bleicherode/Südharz
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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