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Mo, 09:09 Uhr
01.09.2008

Morgen muß ich fort von hier

In der Dichterstätte Limlingerode rüstet man sich zu einer nächsten Veranstaltung am kommenden Wochenende. Lesen Sie den Bericht von Heidelore Kneffel.

Der Titel des Debütromanes von Christina Friedrich „Morgen muß ich fort von hier“, Ende August 2008 im C. H. Beck-Verlag erschienen, stammt aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Armin und Clemens Brentano.

Die Autorin, die aus Nordhausen stammt, hat sich als Regisseurin einen Namen gemacht. Sie arbeitete und arbeitet als solche u. a. in Weimar, Bremen, Bonn, Berlin, Halle/Saale, Luzern, Göttingen und als Professorin für Schauspiel und Regie in Berlin, Luzern, Tokyo und Tel Aviv. Christina Friedrich lebt in Berlin.

Am 6. September zum „Tag der Literatur in Thüringen“ liest sie in Limlingerode ab 19.00 Uhr aus ihrem Roman. Dieser der Literatur in Thüringen gewidmete Tag ist eine Initiative des Thüringer Literaturrates mit Sitz in Weimar in Kooperation mit zahlreichen literarischen Vereinen und Bibliotheken. Der Förderverein „Dichterstätte Sarah Kirsch“ gehört ihm an.

Christina Friedrich hielt sich bis jetzt dreimal in der „Dichterwohnung“ in der Langen Reihe 11 in Limlingerode auf. Eine sehr arbeitsintensive Zeit erlebte sie im Geburtshaus von Sarah Kirsch vom September bis einschließlich Dezember 2006. Damals schrieb sie vor allem an ihrem zweiten Roman, dessen Arbeitstitel „Keller“ lautet und den sie bei ihrem ersten Wohnen im Dorf an der Sete begonnen hatte. Eine Lesung aus dem Manuskript fand im November 2006 statt. Die Handlung beginnt in Nordhausen während der Bombardierung der Stadt 1945 und wird aus Sicht eines Kindes erzählt. Im Juli dieses Jahres schrieb sie in Limlingerode daran weiter, denn sie wollte ihren zweiten Roman dann vollenden, wenn ihr erster erscheint.

Ihren jetzt herausgekommenen Erstlingsroman „Morgen muß ich fort von hier“ nahm sie in Limlingerode Ende 2006 nochmals genau in Augenschein und fügte Kapitel hinzu. In die aufwühlende Geschichte vom Verlust einer Liebe und dem verzweifelten Beharren darauf, baut sie Ausflüge ein, die sie damals unternahm und die, literarisch erhöht, die Handlung symbolisch begleiten. Eine beginnt in der Kirche mit dem Taufengel, der goldene Sandalen trägt, führt hin zu einem paradiesischen Gärtlein, an dem der Junipfad beginnt, der am verwunschenen Teich entlang führt, in dem Grashügel wachsen. Den Pfad verlassend, der jedem ihn Erwandernden verheißt, dass er ewig währet, begleitet der Leser die Erzählerin zum Sühnekreuz - seit 2007 verschwunden – bis hin zur Glashüttenwiese. Ziel des Weges ist ein Blick auf die blauen Berge und auf den Sonnenstein.

Ein anderer Ausflug führt zur Hasenburg in die Landschaft um Bleicherode. „Ich schreibe dir einen Brief. Keine Antwort. Ich jage dir mit Schmetterlingsnetzen hinterher. Ich komme vom Weg ab und finde mich wieder am Fuß der Hasenburg. Ich wünsche, den Gipfel der Burg zu erreichen .. sanft schwingt sich die Landschaft zu einem Gemälde empor, welches ich durchschreiten werde. Der Himmel schließt sich in einem königlichen Blau um die dunkle Erde. Wie hat die Frau am Kreuzweg zu mir gesprochen. Gehen sie den weißen Weg nach oben, immer nach oben ...“
Im Klappentext des Romanes erfährt der Lesende: „Morgen muß ich fort von hier“ ... ist der sprachgewaltige innere Dialog einer Frau mit einem Mann. Die Du-Form als Erzählhaltung ist stets ein Wagnis, das hier eindrucksvoll gelingt und dem Text eine außergewöhnliche Intensität verleiht. Der Roman ... erinnert in seiner poetischen Eindringlichkeit und Ausgewogenheit aus Verzweiflung und Hoffnung an ein Musikstück, dessen staccatoartige Sätze einfühlsam die Höhen und Tiefen einer Liebe ausloten ...“

Christina Friedrich ist es ein Bedürfnis, ihren Erstlingsroman, den sie ihrer Tochter Nora widmet, zuerst in Limlingerode der Öffentlichkeit vorzustellen, worüber sich die Mitglieder des Fördervereins freuen. Mit der Autorin laden wir für den 6. 9. um 19.00 Uhr ein. Das Buchhaus Rose betreut den Büchertisch.
Autor: nnz

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