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Do, 13:08 Uhr
07.08.2008

Kaum geeignete Bewerber

Es mangelt an der Qualität der Bewerber. Deshalb können Lehrstellen auch in Nordthüringen nicht besetzt werden. Zu dieser Einschätzung kommt die Industrie- und Handelskammer in Erfurt und hat dennoch einen Grund zum Feiern...

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt vermeldet den Abschluss des 3.000 Ausbildungsvertrages. Julien Funk wird seine Ausbildung zum Mikrotechnologen bei der ersol Solar Energy AG Erfurt absolvieren. 56 Prozent der abgeschlossenen Verträge betreffen kaufmännische Berufe in Büro, Handel und Gastronomie. Jeder zweite neue Auszubildende verfügt über einen Realschulabschluss, fast jeder Dritte sogar über das Abitur. Regional liegen Weimar und der Kyffhäuserkreis über dem Eintragungsstand des Vorjahres, der Wartburgkreis und die Stadt Erfurt hingegen noch darunter. Soweit die Statistik. Doch die Probleme verschieben sich – der Ausbildungsmarkt befindet sich im Umbruch.

„In unserer Online-Lehrstellenbörse sind derzeit noch 680 freie Ausbildungsplätze registriert“, informiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Davon entfielen 210 auf das Hotel- und Gaststättengewerbe, 143 auf den kaufmännischen Bereich und 134 beträfen Metall- und Elektroberufe.

Die Zeit für eine sorgfältige Bewerberauswahl wird jedoch knapp. Schließlich hat für einen Großteil der Jugendlichen das Ausbildungsjahr am 1. August bereits begonnen. „Die vergebliche Suche nach qualifiziertem Nachwuchs führt bei manchem Personalchef bereits zur Resignation. Bei rund 120 Lehrstellen unserer Börse wurde deshalb der Ausbildungsbeginn auf das Jahr 2009 verschoben“, berichtet Grusser.

„Die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs für das nächste Jahr sollte schon in den kommenden Wochen und Monaten beginnen“ rät er den Firmenchefs und verweist auf die erstmals bereits im November stattfindende Ausbildungsmesse „Forum Berufsstart“ in Erfurt. Die gezielte Berufsinformation der Schulabgänger sei das A und O für eine erfolgreiche Nach-wuchsgewinnung. Jugendliche hätten dann die Möglichkeit, frühzeitig die Anforderungsprofile der Ausbildungsbetriebe mit den persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten abzugleichen.

Beim Erfurter Solarzellenhersteller ersol konnten trotz 800 Bewerbern nicht alle der geplanten 16 Stellen besetzt werden. „Jugendliche mit einer 4 oder 5 in Physik haben keine Chance, die Ausbildung zum Mikrotechnologen zu schaffen, dies zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre“, gibt Pressesprecherin Janina Broscheit zu bedenken. Erst letzte Woche wären vier Lehrlinge eingestellt worden – drei Plätze seien dennoch unbesetzt geblieben.

In anderen Unternehmen fehlt es neben der Qualität der Bewerbungen bereits auch an der Quantität der Kandidaten: „Trotz Veröffentlichung seit April diesen Jahres hatten wir erst jetzt Bewerber. Mit einer 5 in den naturwissenschaftlichen Fächern ist eine Ausbildung zum Industriemechaniker jedoch undenkbar“, erklärt ein Sprecher der Püplichhuisen Kabeltechnik GmbH aus Sömmerda. Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine vernünftige Planung mehr möglich sei, müsste auch hier die Stelle in das kommende Jahr geschoben werden.

„Für leistungsschwache Schüler bieten die Unternehmen aber auch in diesem Jahr wieder Betriebspraktika oder so genannte Einstiegsqualifizierungen an“, macht Grusser auf Alternativen aufmerksam. Für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten könnten sich die Jugendlichen dann ein Bild von den Anforderungen im Betrieb machen und hätten bei guten Leistungen berechtigte Chancen auf eine weiterführende Ausbildung mit Anerkennung des Praktikums.

„Die Vermittlungsquote liegt bei immerhin 72 Prozent“, verweist der IHK-Chef auf den Erfolg der Bildungsmaßnahme und spricht den bisher unversorgten Bewerbern Mut zu, sich auf einen der 525 zur Verfügung stehenden Plätze zu bewerben.
Autor: nnz/kn

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