Di, 16:17 Uhr
22.07.2008
Nordhäuser Plan: Ab in die Mitte
Keine exzessive Ausweitung von Neubauflächen auf die grüne Wiese, sondern Konzentration auf den Bauflächenbestand und dessen Abrundung unter dem Motto Die Mitte stärken– so lässt sich die Philosophie des Entwurfs des Flächenutzungsplanes für die Stadt Nordhausen zusammenfassen. Die nnz stellt das Dokument vor...
Einen Teil des Entwurfes zum Flächennutzungsplan der Stadt Nordhausen zeigt Stadtplanerin Beate Meißner am Computer
Damit wird der Flächennutzungsplan sowohl der demographischen Entwicklung als auch dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht werden, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Der Plan wird gemeinsam mit dem ebenfalls zur Verabschiedung anstehenden integrierten Stadtentwicklungskonzept die Weichen für Nordhausens Entwicklung bis weit in die Zukunft stellen und ist Handlungsgrundlage für alle Bereiche der Verwaltung und alle Entscheidungen die Zukunft der Stadt betreffend.
Der Plan soll noch in der aktuellen Wahlperiode des Stadtrates beschlossen werden, bevor die Bürgervertretung im kommenden Sommer neu gewählt wird. Das war Tenor auf der jüngsten Sitzung der Stadträte, die in 1. Lesung darüber berieten, wie der Entwurf aussehen soll, der wahrscheinlich ab Oktober öffentlich ausliegen wird, damit die Nordhäuserinnen und Nordhäuser ihre Stellungnahmen, Hinweise oder Einsprüche zum Entwurf abgeben können. Am Ende des Verfahrens wird der Stadtrat abwägen zwischen den privaten Interessenlagen und den öffentlichen Belangen im Sinne der Allgemeinheit und eine Entscheidung treffen.
Es werde der erste Flächennutzungsplan sein, der für die Stadt Nordhausen wirksam werde, sagte Frau Rinke weiter. Seit der Wende habe es zwar insgesamt fünf Entwürfe für diesen Plan gegeben, allerdings gab es auch immer wieder erhebliche Gebietsveränderungen durch zahlreiche Eingemeindungen, so dass der Entwurf permanent überarbeitet werden musste – das Stadtgebiet habe sich seit der Wende immerhin von damals 33 Quadratkilometern auf aktuell 105 Quadratkilometer mehr als verdreifacht. Mit den letzten Eingemeindungen von Petersdorf, Rodishain und Stempeda ist allerdings nun ein Stand erreicht, der es möglich macht, das Verfahren abzuschließen.
Über die Jahre seit der Wende habe es keine grundlegende Änderung hinsichtlich der städtebaulichen Ziele der Stadt zur Nutzung der Flächen im Stadtgebiet gegeben. Im Prinzip ist die Verteilung der Flächen für Wohnen, Arbeiten und Erholen grundsätzlich gleich geblieben. Lediglich aufgrund des demographischen Wandels haben wir uns von der Absicht verabschiedet, zum Beispiel große Teile nördlich der Gumpe als Bebauungsgebiet auszuweisen. Das war damals in der Euphorie der Nachwende und des Baubooms bei Eigenheimen in der Diskussion – jetzt ist der tatsächliche Bedarf allerdings deutlich reduziert, sagte die Oberbürgermeisterin.
Heute gehen wir von einer relativ guten Bevölkerungsprognose von immerhin 42.000 Einwohnern im Jahr 2020 aus, was deutlich unter den euphorischen Erwartungen Anfang der 90-iger Jahre lag. Die Schlussfolgerung heißt: Stärkung des Bestandes, des Zentrums und kein wesentliches Wachstum an den Rändern.
Das Konzept der Konzentration auf den Bestand gelte auch für die Ortsteile, wo in den 90-iger Jahren noch die Ausweitung der Eigenheimflächen auf der Agenda gestanden habe. Auch dort gibt es keinen großen Nachfrage-Zuwachs an Neubauflächen mehr. Diese Philosophie des Flächennutzungsplanes korrespondiere zugleich mit den Ergebnissen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes bis zum Jahr 2020. Auch darin wird davon ausgegangen, dass die Stadtentwicklung auf die Entwicklung der bestehenden Substanz konzentriert werden müsse, indem u. a. die Altstadt in ihren Potenzialen gestärkt werden müsse.
Autor: nnzEinen Teil des Entwurfes zum Flächennutzungsplan der Stadt Nordhausen zeigt Stadtplanerin Beate Meißner am Computer
Damit wird der Flächennutzungsplan sowohl der demographischen Entwicklung als auch dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht werden, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Der Plan wird gemeinsam mit dem ebenfalls zur Verabschiedung anstehenden integrierten Stadtentwicklungskonzept die Weichen für Nordhausens Entwicklung bis weit in die Zukunft stellen und ist Handlungsgrundlage für alle Bereiche der Verwaltung und alle Entscheidungen die Zukunft der Stadt betreffend.
Der Plan soll noch in der aktuellen Wahlperiode des Stadtrates beschlossen werden, bevor die Bürgervertretung im kommenden Sommer neu gewählt wird. Das war Tenor auf der jüngsten Sitzung der Stadträte, die in 1. Lesung darüber berieten, wie der Entwurf aussehen soll, der wahrscheinlich ab Oktober öffentlich ausliegen wird, damit die Nordhäuserinnen und Nordhäuser ihre Stellungnahmen, Hinweise oder Einsprüche zum Entwurf abgeben können. Am Ende des Verfahrens wird der Stadtrat abwägen zwischen den privaten Interessenlagen und den öffentlichen Belangen im Sinne der Allgemeinheit und eine Entscheidung treffen.
Es werde der erste Flächennutzungsplan sein, der für die Stadt Nordhausen wirksam werde, sagte Frau Rinke weiter. Seit der Wende habe es zwar insgesamt fünf Entwürfe für diesen Plan gegeben, allerdings gab es auch immer wieder erhebliche Gebietsveränderungen durch zahlreiche Eingemeindungen, so dass der Entwurf permanent überarbeitet werden musste – das Stadtgebiet habe sich seit der Wende immerhin von damals 33 Quadratkilometern auf aktuell 105 Quadratkilometer mehr als verdreifacht. Mit den letzten Eingemeindungen von Petersdorf, Rodishain und Stempeda ist allerdings nun ein Stand erreicht, der es möglich macht, das Verfahren abzuschließen.
Über die Jahre seit der Wende habe es keine grundlegende Änderung hinsichtlich der städtebaulichen Ziele der Stadt zur Nutzung der Flächen im Stadtgebiet gegeben. Im Prinzip ist die Verteilung der Flächen für Wohnen, Arbeiten und Erholen grundsätzlich gleich geblieben. Lediglich aufgrund des demographischen Wandels haben wir uns von der Absicht verabschiedet, zum Beispiel große Teile nördlich der Gumpe als Bebauungsgebiet auszuweisen. Das war damals in der Euphorie der Nachwende und des Baubooms bei Eigenheimen in der Diskussion – jetzt ist der tatsächliche Bedarf allerdings deutlich reduziert, sagte die Oberbürgermeisterin.
Heute gehen wir von einer relativ guten Bevölkerungsprognose von immerhin 42.000 Einwohnern im Jahr 2020 aus, was deutlich unter den euphorischen Erwartungen Anfang der 90-iger Jahre lag. Die Schlussfolgerung heißt: Stärkung des Bestandes, des Zentrums und kein wesentliches Wachstum an den Rändern.
Das Konzept der Konzentration auf den Bestand gelte auch für die Ortsteile, wo in den 90-iger Jahren noch die Ausweitung der Eigenheimflächen auf der Agenda gestanden habe. Auch dort gibt es keinen großen Nachfrage-Zuwachs an Neubauflächen mehr. Diese Philosophie des Flächennutzungsplanes korrespondiere zugleich mit den Ergebnissen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes bis zum Jahr 2020. Auch darin wird davon ausgegangen, dass die Stadtentwicklung auf die Entwicklung der bestehenden Substanz konzentriert werden müsse, indem u. a. die Altstadt in ihren Potenzialen gestärkt werden müsse.



