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Mo, 13:39 Uhr
21.07.2008

Bürgerliches Guthaben

Sie, liebe Nordhäuser, sind mit 664 verschuldet. Die Schulden hat die Stadtverwaltung für Sie gemacht. Das ist bekannt. Jetzt wollte die nnz wissen, ob es auf der anderen Seite der Rechnung auch ein „bürgerliches“ Guthaben gibt?


Das gibt es wohl, teilt die Stadtverwaltung in Nordhausen auf Anfrage der nnz mit. Und zwar beläuft sich das momentane kommunale Finanzvermögen, wie es die Fachleute nennen, auf 11.650.000 Euro. Daraus ergibt sich für jeden Nordhäuser ein Guthaben von 264 Euro. An Bargeld und Einlagen sind das fast 476.000 Euro (11 € je Einwohner), Wertpapiere oder Ausleihungen soll es nicht geben, dafür aber Anteilsrechte wie nicht-börsenotierte Aktien oder Stammeinlagen in Unternehmen. Diese Anteilsrechte sind einer der nnz vorliegenden Aufstellung mit rund 4.500.000 Euro angegeben.

Das jedoch ist eine Zahl, die nicht aussagekräftig sei und die reellen Vermögenswerte nicht darstelle, so Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) im Gespräch mit der nnz. Beispiel Städtische Wohnungsbaugesellschaft, eine 100prozentige Tochter der Rolandstadt. Ist hier im aktuellen Beteiligungsbericht der Stadt lediglich eine Stammeinlage von einer halben Million Euro ausgewiesen, so beziffert der Bürgermeister das Vermögen der SWG allein auf rund 60 Millionen Euro.

Der größte Posten in der eingangs erwähnten Aufstellung ist jedoch eine Summe von 6,6 Millionen Euro – sonstige Forderungen genannt. Das seien unter anderem Kasseneinnahmereste, aber auch zu zahlende Beiträge, Gebühren sowie Steuern.

Die Kameralistik, wie sie derzeit im kommunalen Finanzwesen noch betrieben werde, soll im Jahr 2010 „ausgedient“ haben, dann wird die Doppik ihren Einzug halten. Wie bei Unternehmen kann dann auch für die Stadt eine Bilanz erstellt werden. Auch eine Eröffnungsbilanz, in der dann alle kommunalen Vermögenswerte vom Springbrunnen bis zur Freiherr-vom-Stein-Straße inklusive der dann hoffentlich realisierten Unterführung aufgeführt sind.

Und weil letztlich dann alles unter den Kommunen vergleichbar sein soll, würde sich dann auch herausstellen, ob Matthias Jendricke mit seinem nun schon so oft zitierten Satz richtig lag oder nicht: „Nordhausen ist die reichste Kommune in Nordthüringen!“
Autor: nnz

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