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Fr, 15:09 Uhr
18.07.2008

Seismograph für Nordhausen

Nein, da werden jetzt in Nordhausen keine Erdbeben gemessen. Nicht einmal politische Erdbeben sind im Anzug. Warum dennoch ein Seismograph in der Rolandstadt, das hat die nnz erfahren...

Die Seismographen (Foto: psv) Die Seismographen (Foto: psv)
Oberbürgermeisterin Rinke hat jetzt Professor Manfred Baumann, Professor Georg Hey und Dr. Klaus Gebhardt (v.l.n.r.) in die Beraterrunde für soziale Angelegenheiten berufen.

Ein Beraterteam für die strategischen Ziele in der Sozialpolitik hat jetzt Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) berufen. „Ich freue mich, dass Professor Georg Hey und Professor im Ruhestand Manfred Baumann die ehrenamtliche Beraterfunktion angenommen haben“, sagte Frau Rinke. Schon seit Jahren kümmere sich als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter und SPD-Stadtratsmitglied Dr. Klaus Gebhardt um die Belange der Behinderten in der Stadt, „weshalb auch er ständiges Mitglied der Beraterrunde sein wird.“

„Die Gruppe soll für uns als Verwaltung eine Art `Seismograph´ sein für die sozialen Veränderungen in der Gesellschaft und damit auch in unserer Stadt. Die Mitglieder sollen uns vor allem rechzeitig Signale geben, wenn es zu negativen Verschiebungen kommt, deren Folgen erst spät - und dann vielleicht zu spät für die Betroffenen - öffentlich wahrgenommen werden. Prävention ist immer besser als die Therapie - insofern sind die Mitglieder auch die Stimme für die Schwächeren“, so die Oberbürgermeisterin.

„Georg Hey ist Professor im Studiengang Gesundheit und Soziales an der Nordhäuser Fachhochschule und ein fachkundiger Kenner der sozialen Aufgaben. Manfred Baumann ist Sozialdemokrat und Professor im Ruhestand. Für sein ehrenamtliches Wirken bekam er im letzten Jahr sogar das Bundesverdienstkreuz“, so die Oberbürgermeisterin.

Für die sozialen Belange der Bürger seien in Thüringen per Gesetz die Landkreise zuständig, daher habe die Stadt Nordhausen auch ihr eigenes Sozialamt im Jahre 2003 an die Landkreisverwaltung abgegeben. „Wer also materielle Probleme hat oder aufgrund von Behinderung bzw. Pflegebedürftigkeit Unterstützung benötigt, muss sich somit immer an den Fachbereich Soziales der Kreisverwaltung wenden.“

Dennoch kenne man auch im Rathaus die sozialen Problemlagen der Nordhäuser, da sich regelmäßig Hilfsbedürftige auch hier meldeten. „Die gesetzliche Zuständigkeit ist dann das eine - der Alltag ist allerdings das andere. Und damit niemand weggeschickt werden muss, gibt es bei uns im Rathaus noch immer die Mitarbeiter vom Sozialen Dienst“, erklärte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke.

In diesem Zusammenhang habe man sich als Stadt deshalb auch entschlossen, die „Nordhäuser Tafel“ mit Zuschüssen zu unterstützen, wie auch das Obdachlosenheim oder das Frauenhaus. „Im letzten Stadtrat haben wir nun noch einen Zuschuss für die Verbraucherberatung beschlossen“, erklärte die Oberbürgermeisterin. „Damit kompensieren wir die Finanzierungslücken, die auf Landes- oder Landkreisebene nicht geschlossen werden wollen – im Sinne der Menschen, denen es in prekären Situationen letztlich egal ist, welche Behörde für was zuständig ist.“
Autor: nnz

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