Mi, 21:26 Uhr
12.06.2002
Emotionen pur - Kampf ums Schauspiel
Nordhausen (nnz). Bedrückende Stimmung und Ängste beherrschen seit langem den Nordhäuser Theater- und Stadtalltag. Dies bekamen heute vor allem die Stadträte zu spüren. nnz mit der neuesten Entwicklung zur Dramatik um die Schauspiel-Sparte der Bühnen der Stadt.
Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage... Wie viel Emotionen und angstbeladene Diskussionen verträgt eine Stadt, wie viel davon vertragen kunstliebende und kulturinteressierte Menschen? Am späten Nachmittag bekam man zumindest davon etliches zu spüren. Die Stadtratssitzung stand auf der Tagesordnung, sollte doch heute über die Existenz oder Nichtexistenz der Schauspiel-Sparte des Nordhäuser Theaters entschieden werden. Um ein Zeichen zu setzen und für ihre Sache zu kämpfen, versammelten sich vor Beginn der Sitzung knapp 100 betroffene Mitarbeiter vor dem Rathaus und forderten eine Reaktion der Zuständigen. Die Schließung der Schauspiel-Sparte führe ihrer Meinung nach zu einer Amputation des Theaters.
Bereits vor der Stadtratssitzung äußerten sich deswegen sowohl Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) als auch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zu der geplanten Strukturveränderung und der nahen Zukunft des Theaters. Mit einem offenen Brief an Wissenschafts- und Kulturministerin Dagmar Schipanski, welcher von Klaus Wahlbuhl vorgelesen wurde, will die Stadt Nordhausen versuchen, eindringlich auf die Schwierigkeiten und die Probleme hinzuweisen; eventuell auch Alternativen zu erreichen, die einer Abschaffung des Schauspiels entgegen wirken. Denn eines steht zumindest für den Noch-Theater-Angestellten und ersten ehrenamtlichen Beigeordneten des Stadtrates Matthias Mitteldorf fest: Der Bildungsauftrag ist für das Sprechtheater nicht erfüllt. Bei zukünftig 14 Vorstellungen, vormals 160 in der Saison, wird es keine Klassiker wie Woyzeck geben. Sie werden gar nicht erst angeboten. Denn die Geschäftsleitung wird nur noch zuschauerträchtige Stücke einkaufen. Spätestens nach der Demonstration und zu diesem Zeitpunkt blieb abzuwarten, wie sich der Stadtrat entscheiden würde.
Autor: vf
Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage... Wie viel Emotionen und angstbeladene Diskussionen verträgt eine Stadt, wie viel davon vertragen kunstliebende und kulturinteressierte Menschen? Am späten Nachmittag bekam man zumindest davon etliches zu spüren. Die Stadtratssitzung stand auf der Tagesordnung, sollte doch heute über die Existenz oder Nichtexistenz der Schauspiel-Sparte des Nordhäuser Theaters entschieden werden. Um ein Zeichen zu setzen und für ihre Sache zu kämpfen, versammelten sich vor Beginn der Sitzung knapp 100 betroffene Mitarbeiter vor dem Rathaus und forderten eine Reaktion der Zuständigen. Die Schließung der Schauspiel-Sparte führe ihrer Meinung nach zu einer Amputation des Theaters.
Bereits vor der Stadtratssitzung äußerten sich deswegen sowohl Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) als auch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zu der geplanten Strukturveränderung und der nahen Zukunft des Theaters. Mit einem offenen Brief an Wissenschafts- und Kulturministerin Dagmar Schipanski, welcher von Klaus Wahlbuhl vorgelesen wurde, will die Stadt Nordhausen versuchen, eindringlich auf die Schwierigkeiten und die Probleme hinzuweisen; eventuell auch Alternativen zu erreichen, die einer Abschaffung des Schauspiels entgegen wirken. Denn eines steht zumindest für den Noch-Theater-Angestellten und ersten ehrenamtlichen Beigeordneten des Stadtrates Matthias Mitteldorf fest: Der Bildungsauftrag ist für das Sprechtheater nicht erfüllt. Bei zukünftig 14 Vorstellungen, vormals 160 in der Saison, wird es keine Klassiker wie Woyzeck geben. Sie werden gar nicht erst angeboten. Denn die Geschäftsleitung wird nur noch zuschauerträchtige Stücke einkaufen. Spätestens nach der Demonstration und zu diesem Zeitpunkt blieb abzuwarten, wie sich der Stadtrat entscheiden würde.

