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So, 09:11 Uhr
15.06.2008

Na, das war doch was...

Mit dem Auftritt der Earth-Band und Manfred Mann hatte das Rolandsfest gestern wohl seinen musikalischen Höhepunkt erreicht. Tausende waren ins Gehege gepilgert und in der Luft schwangen Rocksongs, Balladen und vor allem jede Menge Erinnerungen...

Manfred Mann's Earth Band im Gehege (Foto: nnz) Manfred Mann's Earth Band im Gehege (Foto: nnz)

Was macht Profis unter anderen aus? Sie kommen pünktlich auf die Bühne, schließen ihr Handwerkszeug an und legen los. Kein Dummschwatz, kein unnötiges Anheizen, keine Selbstdarstellung, keine fortlaufende Berührung der eigenen Hüften, keine wilden Gesten, sondern solide handwerkliche Kunst. Im Musikgeschäft ist das nicht anders als bei Klempnern oder Elektrikern.

Im Oktober wird der Mann 68 - er thront immer noch hinter seinem Keyboard-Turm – und gibt sich gern als der im Hintergrund agierende Spiritus Rector. Er ist es auch, der Manfred Mann, obwohl die Show im Vordergrund schon mal gern Mick Rogers abzieht. Die musikalische versteht sich. Es sind die Gitarrensoli, es ist aber auch der ewige Kampf zwischen Saiten- und Tasteninstrument, der bei „Deep Purple“ seinen selbstzerstörerischen Höhepunkt erreicht hatte.

Bei der Earth Band ist das anders. Die beiden alten Herren treiben sich förmlich an. Ob es nun die Songs des Albums „2006“ oder die vom legendären Doppelalbum „Mann Alive“ sind: Es wird perfekt gehandwerkt im Gehege. Fast 40 Jahre Rockmusik dröhnen aus den Boxen.

Wie bei den großen alten Herren, so sind es auch bei „MMEB“ die Songs, die Leute wie ich in der 70er Jahren auf die Ohren bekommen hatten. „Mighty Quinn“ zum Beispiel, später dann „father of day, father of night“. Es mutet ein wenig seltsam an, dass es gerade die Coverversionen, zum Beispiel von Dylan-Songs waren, die bei der Earth-Band die Kassen klingeln ließen. Vor allem „blinded by the light”. Damit belegten die Jungs um Keyborder Mann 1977 ihren ersten und einzigen Nummer-Eins-Hit in den USA. Für denjenigen, der den Titel komponiert hatte - kein geringerer als Bruce Springsteen - wurde er ein Rohrkrepierer.

Genug der Philosophie. Auf der Bühne im Nordhäuser Gehege standen mit Manfred Mann und Mick Rogers gestern abend zwei Musiklegenden. Ihnen attestierten nicht weniger professionell Noel McCalla (voc), Jimmy Copley (dr.) und Steve Kinch (bg).

Es war ein Abend der Musik von gestern, die aber immer noch für viele Menschen die Musik von heute ist. Mit der Verpflichtung von „MMEB“ war dem Kulturamt des Nordhäuser Rathauses ein ganz großer Wurf gelungen. Die Tausenden im Gehege waren dafür der Beweis. Die hätten aber auch gut und gerne 10 Euro bezahlt. So gab es diesen musikalischen Hochgenuss für „Null“.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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