Di, 19:09 Uhr
03.06.2008
Ab auf die Burg
Die Stadt- und Gästeführergilde ist nicht nur in Nordhausen unterwegs. Deren Mitglieder erkunden auch gern mal das Umland. Ende Mai waren sie auf einer richtigen Burg zu Gast. Ein Bericht von Horst Buchler in der nnz.
Am 28.05.2008 besuchten die Mitglieder der Stadt- und Gästeführergilde Nordhausen e.V. die hochmittelalterliche Ebersburg bei Herrmannsacker. Diese Burg wurde in der Zeit von 1181 bis etwa 1190 von den Thüringer Landgrafen Ludwig II. und vor allem Hermann I. erbaut. Sie diente als Vorposten gegen die Grafengeschlechter zwischen Hainleite und Südharz. Seit dem Jahre 1382 ist die Ebersburg unbewohnt. In der Folgezeit begann der Verfall dieser einstmals großen Burganlage. Bis heute sind nur noch Ruinen erhalten geblieben.
Seitdem 2006 zwischen dem Landkreis Nordhausen und dem Verein für lebendiges Mittelalter der Vertrag zur Nutzung der Ruine Ebersburg unterzeichnet wurde, verändert sich das Gelände. Es wurde vom größten Wildwuchs befreit,.die verstreuten Bauwerksteine sowie der uralte Schiefer wurden gesammelt und als Trockenmauern aufgeschichtet. Viele Details wurden gesichert bzw. restauriert. Das Ergebnis ist sehenswert.
Nachdem wir am ehemaligen Tor 1 neben der Schranke ein Drehkreuz passiert hatten, wurden wir von Hannelore Müller vom Verein für lebendiges Mittelalter empfangen. Sie führte uns anschließend begeisternd und mit viel Sachverstand durch die Vorburg (ehemals von einer äußeren Ringmauer begrenzt), durch das romanische Kammertor zur Unterburg und der zweigeteilten Ober- oder Kernburg mit dem imposanten Bergfried.
Dieser steht trutzig an der Stelle, die am ehesten vom Feind zu erstürmen war. Der Turm weist einen kreisrunden Grundriss auf und ist das Hauptbauwerk der Anlage. Seine Ausmaße lehren den Betrachter das Staunen. Er hat noch heute eine Höhe von 18,50 m. Ursprünglich war er etwas höher. Sein Durchmesser beträgt 12,60 m und seine Wände sind 4,50 m dick.
Damit keine Steine mehr vom Bergfried herab fallen, wurde er inzwischen durch mehrere verzinkte Stahlnetze und Stahlseile ummantelt. Oben auf der Mauerkrone unter den Stahlnetzen liegen besondere Plastikplanen, die neuen üppigen Strauch –und Baumwuchs dort oben verhindern sollen.
Das Kammertor, eine seltene Toranlage, wurde gebildet, indem die innere Ringmauer in die Unterburg hineingezogen wurde und dadurch eine Art Torgasse entstand, die am Ende durch einen Torturm abgeschlossen wird. Dieses Kammertor hat etwa die Grundmaße von 3,1 x 3,1 m und besitzt an der nordwestlichen Seite eine weitere Türöffnung, deren Funktion nicht eindeutig geklärt ist.
Auf der Westseite des Tores sieht man sehr gut erhaltenes und saniertes Füllmauerwerk im Fischgrätenverband. Diese Anlage birgt noch viele Geheimnisse erläuterte Hannelore Müller: z.B. Wo ist der Brunnen, oder benutzte man eine Zisterne? Wie viele Personen lebten zu Hermanns Zeiten in der Burg? Wie sah ihr Tagewerk aus? Diese und weitere Fragen versucht man durch geplante archäologische Grabungen zu beantworten.
Die Burgruine ist für Besucher geöffnet. Eine Besichtigung ist zu empfehlen. Weite Blicke öffnen sich von ihr vor allem gen Südosten hin bis zum Kyffhäusergebirge. Nach der sehr interessanten Führung durch die Ruine der Ebersburg gingen wir auf dem kurzen (ca. 600m), aber steilen Fußweg hinunter zum historischen Gasthaus "Zur Sägemühle" zu unserer monatlichen Gilde-Arbeitsberatung.
Horst Buchler
Autor: nnzAm 28.05.2008 besuchten die Mitglieder der Stadt- und Gästeführergilde Nordhausen e.V. die hochmittelalterliche Ebersburg bei Herrmannsacker. Diese Burg wurde in der Zeit von 1181 bis etwa 1190 von den Thüringer Landgrafen Ludwig II. und vor allem Hermann I. erbaut. Sie diente als Vorposten gegen die Grafengeschlechter zwischen Hainleite und Südharz. Seit dem Jahre 1382 ist die Ebersburg unbewohnt. In der Folgezeit begann der Verfall dieser einstmals großen Burganlage. Bis heute sind nur noch Ruinen erhalten geblieben.
Seitdem 2006 zwischen dem Landkreis Nordhausen und dem Verein für lebendiges Mittelalter der Vertrag zur Nutzung der Ruine Ebersburg unterzeichnet wurde, verändert sich das Gelände. Es wurde vom größten Wildwuchs befreit,.die verstreuten Bauwerksteine sowie der uralte Schiefer wurden gesammelt und als Trockenmauern aufgeschichtet. Viele Details wurden gesichert bzw. restauriert. Das Ergebnis ist sehenswert.
Nachdem wir am ehemaligen Tor 1 neben der Schranke ein Drehkreuz passiert hatten, wurden wir von Hannelore Müller vom Verein für lebendiges Mittelalter empfangen. Sie führte uns anschließend begeisternd und mit viel Sachverstand durch die Vorburg (ehemals von einer äußeren Ringmauer begrenzt), durch das romanische Kammertor zur Unterburg und der zweigeteilten Ober- oder Kernburg mit dem imposanten Bergfried.
Dieser steht trutzig an der Stelle, die am ehesten vom Feind zu erstürmen war. Der Turm weist einen kreisrunden Grundriss auf und ist das Hauptbauwerk der Anlage. Seine Ausmaße lehren den Betrachter das Staunen. Er hat noch heute eine Höhe von 18,50 m. Ursprünglich war er etwas höher. Sein Durchmesser beträgt 12,60 m und seine Wände sind 4,50 m dick.
Damit keine Steine mehr vom Bergfried herab fallen, wurde er inzwischen durch mehrere verzinkte Stahlnetze und Stahlseile ummantelt. Oben auf der Mauerkrone unter den Stahlnetzen liegen besondere Plastikplanen, die neuen üppigen Strauch –und Baumwuchs dort oben verhindern sollen.
Das Kammertor, eine seltene Toranlage, wurde gebildet, indem die innere Ringmauer in die Unterburg hineingezogen wurde und dadurch eine Art Torgasse entstand, die am Ende durch einen Torturm abgeschlossen wird. Dieses Kammertor hat etwa die Grundmaße von 3,1 x 3,1 m und besitzt an der nordwestlichen Seite eine weitere Türöffnung, deren Funktion nicht eindeutig geklärt ist.
Auf der Westseite des Tores sieht man sehr gut erhaltenes und saniertes Füllmauerwerk im Fischgrätenverband. Diese Anlage birgt noch viele Geheimnisse erläuterte Hannelore Müller: z.B. Wo ist der Brunnen, oder benutzte man eine Zisterne? Wie viele Personen lebten zu Hermanns Zeiten in der Burg? Wie sah ihr Tagewerk aus? Diese und weitere Fragen versucht man durch geplante archäologische Grabungen zu beantworten.
Die Burgruine ist für Besucher geöffnet. Eine Besichtigung ist zu empfehlen. Weite Blicke öffnen sich von ihr vor allem gen Südosten hin bis zum Kyffhäusergebirge. Nach der sehr interessanten Führung durch die Ruine der Ebersburg gingen wir auf dem kurzen (ca. 600m), aber steilen Fußweg hinunter zum historischen Gasthaus "Zur Sägemühle" zu unserer monatlichen Gilde-Arbeitsberatung.
Horst Buchler




