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Fr, 15:43 Uhr
31.05.2002

Hohnsteinsche Mauern und Zerbster Grün

Neustadt (nnz). Dass auch Politiker einen Draht zur Regionalgeschichte haben, beweist Landrat Claus bei seiner alljährlichen Begehung der Burgruine Hohnstein. Heute war es mal wieder soweit. nnz ist mitgewandert.


Kleiner Geschichtsexkurs. Nnz-Foto: M. Jauer Als „touristisches Kleinod“ bezeichnete Landrat Joachim Claus (CDU) die romanische Burgruine auf dem idyllisch gelegenen Hohnstein bei Neustadt. Sie sei ein kultureller, gern besuchter Punkt, und Fortschritte im Auf- und Ausbau müssten der Bevölkerung gezeigt werden. In jedem Frühjahr geht er deshalb mit gutem Beispiel voran und überzeugt sich bei einem Burgrundgang selbst von den Neuerungen, die innerhalb eines Jahres vonstatten gegangen sind.

Zusammen mit dem ersten Beigeordneten Matthias Jendricke (SPD) und anderen Interessierten ließ er sich vom Burgexperten Martin Koppetzki und einigen Mitarbeitern über das Gelände der mittelalterlichen Anlage führen, die im 30-jährigen Krieg bis auf ihre Grundmauern zerstört wurde. Auf den Spuren von Grafen und Rittern bekamen die Anwesenden auch tiefe Einblicke in die sonst für Besucher verschlossenen Teile der Anlage. Dazu gehörten beispielsweise das Verlies, in das die Gefangenen sechs Meter tief geworfen wurden. Vom „Plateau“ der Wendeltreppe aus konnte man bei klarer Sicht die Schönheit der Südharz-Landschaft bewundern.

900 Jahre alt und keine einzige Falte - Wer macht das nach? nnz-Foto: M. Jauer Obwohl das Ruinengelände in der Vergangenheit immer sauberer und die Mauern immer stabiler geworden sind, bezeichnete Koppetzki die Ausbauarbeiten als „noch längst nicht beendet“. In diesem Jahr soll die Sicherung und Mauerwerks-Sanierung des Bergfriedes vorgenommen werden, ebenso die Schließung und Sicherung der Mantelmauer. Man wolle auch diesen Teil für die Besucher begehbar machen und den oberen Bereich der Mauer erweitern.

Für die Maßnahmen stehen mehr als 100.000 Euro zur Verfügung, die größtenteils vom Landkreis stammen. Bei der handwerklichen Umsetzung packen seit März diesen Jahres drei SAM-Kräfte mit an. Erfolge sind bereits ersichtlich. Weitere Ausbesserungsarbeiten im nächsten Jahr sind bereits in Planung.

Die Burgfreunde konnten bei ihrer Begehungsrunde zwei besondere Gäste in ihren Reihen begrüßen: Bauingenieur-Student Marko Dittwe und Herr Prof. Dr. Kreuziger aus Magdeburg nutzten die Gunst der Stunde, um vom ehemaligen Grafen-Domizil einige Anregungen für Herrn Dittwes Diplom-Arbeit zu bekommen. Beide sind darum bemüht, eine nachhaltige Lösung für die Befestigung der Mauerkrone der St.-Nicolai-Kirche in Zerbst zu finden - durch Begrünung. Da die mittelalterliche Hohnstein-Residenz mit einem natürlichen Pflanzenwuchs überzogen ist, erhoffen sich beide Erkenntnisse aus den hier vorhandenen Bedingungen, die sie auf das Zerbster Gotteshaus übertragen können. Aus der Geschichte lässt sich halt vielerlei lernen.
Autor: mj

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