Mo, 17:11 Uhr
27.05.2002
Thüringer BUND gibt symbolische Spende
Nordhausen (nnz). Die Gipskarstlandschaft, wie sie im Südharz existiert, gibt es nur einmal auf der Welt, und sie ist vom Abbau bedroht. Das hat heute Dr. Burkhard Vogel, Chef des Landesverbandes Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), in Nordhausen deutlich gemacht und tief in die Tasche gegriffen.
Vogel übergab der Stadt Nordhausen eine Spende von 100 Euro. Die Solidarisierung, die man in Nordhausen erlebt, ist einmalig. Dass sich in Nordhausen eine ganze Region geschlossen für den Erhalt eines Naturraumes einsetzt, das wollen wir mit dieser Spende würdigen. Die gesamte Bevölkerung, alle Kommunen, der gesamte Landkreis, die Forst- und Landwirtschaft, der Tourismus und alle Parteien ziehen dabei an einem Strang, sagte Vogel. Mit Blick auf die Vorhaben der Gipsindustrie in der Rüdigsdorfer Schweiz im Stadtgebiet von Nordhausen forderte Vogel: Es ist Zeit, einen Schlussstrich unter weitere großflächige Abbau-Vorhaben zu ziehen. Das einzig Nachhaltige am Gipsabbau ist die Zerstörung der Landschaft.
Vogel appellierte an die Thüringer Landesregierung, einen weiteren Gipsabbau nicht zuzulassen: Der Gipskarst im Südharz ist weltweit einmalig. Im benachbarten Niedersachsen ist diese Landschaft schon zerstört. Der Freistaat Thüringen mit seinen Vorkommen trägt deshalb jetzt die Hauptverantwortung. Nach einem Abbau kann man diese Fläche nicht ersetzen.
Der Nordhäuser Stadtrat Dr. Klaus Gebhardt (SPD) stellte klar: Wir sind nicht gegen die Gipsindustrie. Die Stadt Nordhausen hat den Abbau-Unternehmen Flächen für eine jahrzehntelange Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Aber einen weiteren Abbau - jetzt östlich der B 4 - werden wir nicht zulassen. Und hinter dieser Forderung stehen 50.000 Menschen aus der Stadt Nordhausen, den benachbarten Gemeinden, der gesamten Region! Ich bin mir sicher, dass in einem demokratischen Freistaat Thüringen diese Meinung auch gehört wird. Gebhardt forderte von der Landesregierung die Einleitung eines Raumordnungsverfahren für die Rüdigsdorfer Schweiz.
Stadtrat Dr. Manfred Schröter (CDU) sagte: Wir werden alle dafür kämpfen, den Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz zu verhindern. Und wir werden alle unsere Verbindungen nach Erfurt nutzen, um dort auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Der erste Schritt dazu ist das Einfordern eines Raumordnungsverfahrens. Nordhausen hat der Bergbauindustrie bereits 10 Prozent des gesamten Stadtgebietes für den Abbau zur Verfügung gestellt. Das ist voll ausreichend, und das sollen uns andere Städte erst mal nachmachen! Schröter warnte: Wenn sich unsere Bürger mit ihrem Anliegen nicht in Regierungsentscheidungen wiederfinden, dann wird es - selbstverständlich angemessene - öffentlichkeitswirksame Aktionen geben.
Die Spende des BUND wird vorrangig für die touristische Vermarktung der Gipskarstlandschaft und für die Förderung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung eingesetzt, kündigte Steffen Meyer vom städtischen Amt für Umwelt und Grünordnung an: Bei dieser Nutzung, die zugleich Arbeitsplätze schafft, steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Das ist bei einem Gipsabbau nicht der Fall.
Autor: nnz
Vogel übergab der Stadt Nordhausen eine Spende von 100 Euro. Die Solidarisierung, die man in Nordhausen erlebt, ist einmalig. Dass sich in Nordhausen eine ganze Region geschlossen für den Erhalt eines Naturraumes einsetzt, das wollen wir mit dieser Spende würdigen. Die gesamte Bevölkerung, alle Kommunen, der gesamte Landkreis, die Forst- und Landwirtschaft, der Tourismus und alle Parteien ziehen dabei an einem Strang, sagte Vogel. Mit Blick auf die Vorhaben der Gipsindustrie in der Rüdigsdorfer Schweiz im Stadtgebiet von Nordhausen forderte Vogel: Es ist Zeit, einen Schlussstrich unter weitere großflächige Abbau-Vorhaben zu ziehen. Das einzig Nachhaltige am Gipsabbau ist die Zerstörung der Landschaft. Vogel appellierte an die Thüringer Landesregierung, einen weiteren Gipsabbau nicht zuzulassen: Der Gipskarst im Südharz ist weltweit einmalig. Im benachbarten Niedersachsen ist diese Landschaft schon zerstört. Der Freistaat Thüringen mit seinen Vorkommen trägt deshalb jetzt die Hauptverantwortung. Nach einem Abbau kann man diese Fläche nicht ersetzen.
Der Nordhäuser Stadtrat Dr. Klaus Gebhardt (SPD) stellte klar: Wir sind nicht gegen die Gipsindustrie. Die Stadt Nordhausen hat den Abbau-Unternehmen Flächen für eine jahrzehntelange Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Aber einen weiteren Abbau - jetzt östlich der B 4 - werden wir nicht zulassen. Und hinter dieser Forderung stehen 50.000 Menschen aus der Stadt Nordhausen, den benachbarten Gemeinden, der gesamten Region! Ich bin mir sicher, dass in einem demokratischen Freistaat Thüringen diese Meinung auch gehört wird. Gebhardt forderte von der Landesregierung die Einleitung eines Raumordnungsverfahren für die Rüdigsdorfer Schweiz.
Stadtrat Dr. Manfred Schröter (CDU) sagte: Wir werden alle dafür kämpfen, den Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz zu verhindern. Und wir werden alle unsere Verbindungen nach Erfurt nutzen, um dort auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Der erste Schritt dazu ist das Einfordern eines Raumordnungsverfahrens. Nordhausen hat der Bergbauindustrie bereits 10 Prozent des gesamten Stadtgebietes für den Abbau zur Verfügung gestellt. Das ist voll ausreichend, und das sollen uns andere Städte erst mal nachmachen! Schröter warnte: Wenn sich unsere Bürger mit ihrem Anliegen nicht in Regierungsentscheidungen wiederfinden, dann wird es - selbstverständlich angemessene - öffentlichkeitswirksame Aktionen geben.
Die Spende des BUND wird vorrangig für die touristische Vermarktung der Gipskarstlandschaft und für die Förderung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung eingesetzt, kündigte Steffen Meyer vom städtischen Amt für Umwelt und Grünordnung an: Bei dieser Nutzung, die zugleich Arbeitsplätze schafft, steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Das ist bei einem Gipsabbau nicht der Fall.

