Fr, 07:00 Uhr
04.04.2008
Eine Legende wird 70
Heute vor 70 Jahren wurde Ottokar Ossi Eisfeld geboren. Die gesamte Wackerschar gratuliert ihm ganz herzlich zu diesem Ehrentag. Es ist schon beeindruckend, was der sympathische Sportsmann und Jubilar bei einem Blick zurück zu erzählen weiß. Wenn wir auf seine Fußballerlaufbahn schauen, so finden sich nur wenige Kicker der Blau-Weißen, die auf eine solche Karriere verweisen können. In 972 Spielen stand Ossi auf dem Rasen – stets für den gleichen Verein Wacker Nordhausen und dessen Vorgänger KWU/Lok und Motor (West).
Wo findet man in der Fußballwelt heute noch diese Heimatverbundenheit und Treue zu einer Mannschaft? Akribisch führte er Buch über seine Einsätze vom ersten Spiel im November 1948 in der Schülermannschaft bis zum (vorläufig) letzten in der Traditionself am 21. April 2007. Alle 353 Mitspieler in jenen Begegnungen, alle Torschützen und damit alle Ergebnisse in den rund sechzig Jahren hat er akkurat festgehalten.
Für den Nordhäuser Fußball war es gut, dass ihn sein Bruder Richard schon als Knirps mit zum Training zu Willi Schönleiter nahm, der bald sein Talent erkannte und förderte. Zunächst als Feldspieler auf verschiedenen Positionen. Als Spielführer wurde er 1952 mit Motor West Schüler-Landesmeister und konnte damit an den DDR-Meisterschaften in Dresden teilnehmen, wo sein Verein erst im Spiel um den 3. Platz gegen Berlin knapp mit 1:2 unterlag.
Ottokars Elf nahm 1956 am Junge-Welt-Pokalturnier teil. Diese Südharzer Nachwuchsfußballer schlugen sich unter den 16 besten Mannschaften aus ganz Deutschland prächtig. Gegen den Pokalsieger Eintracht Braunschweig spielte Motor West 0:0 und belegte einen hervorragenden zweiten Platz in der Gruppe. Im selben Jahr erfolgte sein Übergang zum Männerbereich.
Doch plötzlich stand Ossi 1958 zwischen den Pfosten, als in der Reservemannschaft der Torwart fehlte – und er fand Gefallen daran, nicht nur Tore zu schießen (über 100 in seiner Laufbahn), sondern sie auch zu verhindern. Nur noch selten hat er diese Position mit der eines Feldspielers eingetauscht.
Erstmals wurde er 1960 in der Ersten als Schlussmann eingesetzt und gab dort bis 1969 bei jedem Einsatz sein Bestes. Ein Tormann hat es nicht leicht, denn er kann sich nicht verstecken. Jeder Fehler kann gnadenlos bestraft werden oder man wird zum Turm in der Schlacht. Ossi war oft ein Held, wie manche Schlagzeile in der Presse belegen kann:
Tormann Eisfeld wartete mit meisterhaften Paraden auf. Überragend in der Mannschaft war der im Tor eingesetzte Ottokar Eisfeld. Motor hatte in Eisfeld einen Mann zwischen den Pfosten, der einfach alles hielt. Eisfeld hatte bei einer Serie von Kopfballversuchen und Schüssen immer eine Faust dazwischen. Eisfeld meisterte selbst die gefährlichsten Bälle. Großartiger Eisfeld behielt die Nerven. Torsteher Eisfeld verdient Sonderlob.
Natürlich erlebte er auch Kurioses. Bei einem Spiel im Winter krachte plötzlich einmal ein Ball an die Latte. Die darauf liegenden Schneemassen purzelten herunter und machten aus dem Tormann einen Schneemann.
Oder ein Spiel bei starkem Wind in Altenburg. Der Ball stieg hoch und musste eigentlich über das Tor fliegen. Ossi begab sich schon auf den Weg hinter sein Gehäuse. Doch zum Entsetzen auch der Mitspieler stoppte eine Windböe den Flug des Balles, der sich ins Tor senkte.
Als seinen größten sportlichen Erfolg sieht er selbst die Erringung des Bezirksmeistertitels1969 und den Sprung in die DDR-Liga nach erfolgreicher Aufstiegsqualifikation. Danach spielte er noch lange in der zweiten Mannschaft, bei den Alten Herren und in der Traditionself des FSV Wacker 90 und stellte sich im Ehrenrat zur Verfügung.
Auch daran erinnert sich Ottokar Eisfeld: Nur mit einer intakten Familie waren Beruf und Sport unter einen Hut zu bringen. Seine leider inzwischen verstorbene Ehefrau und die Tochter standen ihm hundertprozentig zur Seite.
Für seine Verdienste um den Fußballsport in Nordhausen erhielt Ottokar Eisfeld 1979 die Ehrennadel des DFV der DDR in Bronze, 1987 die Ehrennadel des Vereins in Silber und 1998 die nur sehr selten vergebene Goldene Ehrennadel für seine fünfzigjährige aktive Vereinsmitgliedschaft. Auch für das Erscheinen der Chronik 100 Jahre Wacker Nordhausen hat er wertvolle Hilfe geleistet.
Präsidium, Mitglieder und Anhänger des Vereins danken Ottokar Eisfeld für seinen Beitrag zur Entwicklung des FSV Wacker 90 und wünschen ihm für die Zukunft noch viele Jahre bei bester Gesundheit sowie Freude in und an seinem Verein.
Klaus Verkouter gratuliert für Wacker und die nnz
Autor: oschWo findet man in der Fußballwelt heute noch diese Heimatverbundenheit und Treue zu einer Mannschaft? Akribisch führte er Buch über seine Einsätze vom ersten Spiel im November 1948 in der Schülermannschaft bis zum (vorläufig) letzten in der Traditionself am 21. April 2007. Alle 353 Mitspieler in jenen Begegnungen, alle Torschützen und damit alle Ergebnisse in den rund sechzig Jahren hat er akkurat festgehalten.
Für den Nordhäuser Fußball war es gut, dass ihn sein Bruder Richard schon als Knirps mit zum Training zu Willi Schönleiter nahm, der bald sein Talent erkannte und förderte. Zunächst als Feldspieler auf verschiedenen Positionen. Als Spielführer wurde er 1952 mit Motor West Schüler-Landesmeister und konnte damit an den DDR-Meisterschaften in Dresden teilnehmen, wo sein Verein erst im Spiel um den 3. Platz gegen Berlin knapp mit 1:2 unterlag.
Ottokars Elf nahm 1956 am Junge-Welt-Pokalturnier teil. Diese Südharzer Nachwuchsfußballer schlugen sich unter den 16 besten Mannschaften aus ganz Deutschland prächtig. Gegen den Pokalsieger Eintracht Braunschweig spielte Motor West 0:0 und belegte einen hervorragenden zweiten Platz in der Gruppe. Im selben Jahr erfolgte sein Übergang zum Männerbereich.
Doch plötzlich stand Ossi 1958 zwischen den Pfosten, als in der Reservemannschaft der Torwart fehlte – und er fand Gefallen daran, nicht nur Tore zu schießen (über 100 in seiner Laufbahn), sondern sie auch zu verhindern. Nur noch selten hat er diese Position mit der eines Feldspielers eingetauscht.
Erstmals wurde er 1960 in der Ersten als Schlussmann eingesetzt und gab dort bis 1969 bei jedem Einsatz sein Bestes. Ein Tormann hat es nicht leicht, denn er kann sich nicht verstecken. Jeder Fehler kann gnadenlos bestraft werden oder man wird zum Turm in der Schlacht. Ossi war oft ein Held, wie manche Schlagzeile in der Presse belegen kann:
Tormann Eisfeld wartete mit meisterhaften Paraden auf. Überragend in der Mannschaft war der im Tor eingesetzte Ottokar Eisfeld. Motor hatte in Eisfeld einen Mann zwischen den Pfosten, der einfach alles hielt. Eisfeld hatte bei einer Serie von Kopfballversuchen und Schüssen immer eine Faust dazwischen. Eisfeld meisterte selbst die gefährlichsten Bälle. Großartiger Eisfeld behielt die Nerven. Torsteher Eisfeld verdient Sonderlob.
Natürlich erlebte er auch Kurioses. Bei einem Spiel im Winter krachte plötzlich einmal ein Ball an die Latte. Die darauf liegenden Schneemassen purzelten herunter und machten aus dem Tormann einen Schneemann.
Oder ein Spiel bei starkem Wind in Altenburg. Der Ball stieg hoch und musste eigentlich über das Tor fliegen. Ossi begab sich schon auf den Weg hinter sein Gehäuse. Doch zum Entsetzen auch der Mitspieler stoppte eine Windböe den Flug des Balles, der sich ins Tor senkte.
Als seinen größten sportlichen Erfolg sieht er selbst die Erringung des Bezirksmeistertitels1969 und den Sprung in die DDR-Liga nach erfolgreicher Aufstiegsqualifikation. Danach spielte er noch lange in der zweiten Mannschaft, bei den Alten Herren und in der Traditionself des FSV Wacker 90 und stellte sich im Ehrenrat zur Verfügung.
Auch daran erinnert sich Ottokar Eisfeld: Nur mit einer intakten Familie waren Beruf und Sport unter einen Hut zu bringen. Seine leider inzwischen verstorbene Ehefrau und die Tochter standen ihm hundertprozentig zur Seite.
Für seine Verdienste um den Fußballsport in Nordhausen erhielt Ottokar Eisfeld 1979 die Ehrennadel des DFV der DDR in Bronze, 1987 die Ehrennadel des Vereins in Silber und 1998 die nur sehr selten vergebene Goldene Ehrennadel für seine fünfzigjährige aktive Vereinsmitgliedschaft. Auch für das Erscheinen der Chronik 100 Jahre Wacker Nordhausen hat er wertvolle Hilfe geleistet.
Präsidium, Mitglieder und Anhänger des Vereins danken Ottokar Eisfeld für seinen Beitrag zur Entwicklung des FSV Wacker 90 und wünschen ihm für die Zukunft noch viele Jahre bei bester Gesundheit sowie Freude in und an seinem Verein.
Klaus Verkouter gratuliert für Wacker und die nnz


