So, 17:38 Uhr
24.02.2008
nnz-Forum: Selbstinszenierung
Unter dem Titel Primas organisiert hatte die nnz am Freitag über die politischen Aktivitäten des CDU-Landtagsabgeordneten Egon Primas berichtet, wonach der sich für Radwege einsetzen will. Dazu das Statement eines nnz-Lesers.
Verwundet reibt man sich die Augen. Ausgerechnet Egon Primas macht sich für Radwege stark? Wird aus Saulus hier Paulus? Wenn man den Artikel komplett liest merkt man jedoch, dass eine derartige Hoffnung unbegründet ist.
Ein im Straßenverkehr getöter Radfahrer ist Anlass energisches Handeln zu demonstrieren. Nun ist energisches Handeln niemandem vorzuwerfen. Wenn aber ein Landtagsabgeordneter über viele Jahre vorausschauendes und vorbeugendes Handeln unterläßt und dann das in den Brunnen gefallene Kind zur Selbstinszenierung benutzt, ist wohl Kritik angebracht.
Es wird eben nicht das Problem fehlender unzureichender Radwege angegangen, sondern ausschließlich die Straße Uthleben-Heringen-Auleben-Görsbach, jene Straße auf der vor Kurzem ein Radfahrer getötet wurde, auf die Tagesordnung gesetzt. Das Ergebnis ist bei Lichte betrachtet wohl auch eher mager. Wenn die kommunalen und kreislichen Vertreter in der Runde die im Artikel genannte Kompetenz besitzen, dann wußten sie das was am Ende des Artikels als Fazit festgestellt wurde vorher auch schon.
Mein Fazit fällt daher recht einfach und nüchtern aus: Es handelt sich hier wieder einmal um Aktionismus und Populismus. Denn folgt man der Handlungslogik eines Herrn Primas, nach einem furchtbaren Ereignis aktiv zu werden und betrachtet die Vielzahl existierender Problemstellen für Radfahrer, so verheißt das nichts Gutes für die Radfahrer.
Warum ich eingangs von Saulus und Paulus sprach? Im Jahr 2005 hatte es im Thüringer Landtag eine Anfrage zum Radwegenetz in Nordthüringen gegeben. Die Antwort war außerordentlich aufschlußreich, belegte sie doch die krasse Benachteiligung Nordhausens gegenüber dem Eichsfeld und führte vorübergehend zu einer gewissen öffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema Radwege. So durfte man auf die Verkehrskonferenz im EC-BIC im Oktober 2005 schon gespannt sein. Die DEGES informierte ausführlich über die Autobahnprojekte, das Straßenbauamt Leinefelde über die Ausbau- und Neubauprojekte an den Thüringer Bundesstraßen und Minister Trautvetter erwähnte in seinen Ausführungen sogar die Bahn.
Als die Konferenz schon fast zu Ende war, wurde die erste Frage zu Radwegen gestellt. Der seitens des Veranstalters als Moderator agierende Herr Pfeiffer reagierte recht unwirsch mit den Worten Das interessiert hier doch keinen. Das wollte das Straßenbauamt Nordthüringen so nun doch nicht im Raum stehen lassen. Nach der recht heftigen öffentlichen Kritik der vorausgegangenen Wochen und Monate hatte zumindest das Straßenbauamt das Bedürfniss zu den Radwegen im Landkreis Nordhausen etwas zu sagen. Was an Radwegen gebaut wird, wird mit den Landkreisen abgestimmt. Und wenn die Vertreter des Landkreises, es wurden namentlich die Herren Claus und Primas genannt, fordern wir wollen Straßen und Radwege sind nebensächlich so werden letztendlich natürlich auch keine Radwege gebaut.
Detlef Kiel, Nordhausen
Autor: nnzVerwundet reibt man sich die Augen. Ausgerechnet Egon Primas macht sich für Radwege stark? Wird aus Saulus hier Paulus? Wenn man den Artikel komplett liest merkt man jedoch, dass eine derartige Hoffnung unbegründet ist.
Ein im Straßenverkehr getöter Radfahrer ist Anlass energisches Handeln zu demonstrieren. Nun ist energisches Handeln niemandem vorzuwerfen. Wenn aber ein Landtagsabgeordneter über viele Jahre vorausschauendes und vorbeugendes Handeln unterläßt und dann das in den Brunnen gefallene Kind zur Selbstinszenierung benutzt, ist wohl Kritik angebracht.
Es wird eben nicht das Problem fehlender unzureichender Radwege angegangen, sondern ausschließlich die Straße Uthleben-Heringen-Auleben-Görsbach, jene Straße auf der vor Kurzem ein Radfahrer getötet wurde, auf die Tagesordnung gesetzt. Das Ergebnis ist bei Lichte betrachtet wohl auch eher mager. Wenn die kommunalen und kreislichen Vertreter in der Runde die im Artikel genannte Kompetenz besitzen, dann wußten sie das was am Ende des Artikels als Fazit festgestellt wurde vorher auch schon.
Mein Fazit fällt daher recht einfach und nüchtern aus: Es handelt sich hier wieder einmal um Aktionismus und Populismus. Denn folgt man der Handlungslogik eines Herrn Primas, nach einem furchtbaren Ereignis aktiv zu werden und betrachtet die Vielzahl existierender Problemstellen für Radfahrer, so verheißt das nichts Gutes für die Radfahrer.
Warum ich eingangs von Saulus und Paulus sprach? Im Jahr 2005 hatte es im Thüringer Landtag eine Anfrage zum Radwegenetz in Nordthüringen gegeben. Die Antwort war außerordentlich aufschlußreich, belegte sie doch die krasse Benachteiligung Nordhausens gegenüber dem Eichsfeld und führte vorübergehend zu einer gewissen öffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema Radwege. So durfte man auf die Verkehrskonferenz im EC-BIC im Oktober 2005 schon gespannt sein. Die DEGES informierte ausführlich über die Autobahnprojekte, das Straßenbauamt Leinefelde über die Ausbau- und Neubauprojekte an den Thüringer Bundesstraßen und Minister Trautvetter erwähnte in seinen Ausführungen sogar die Bahn.
Als die Konferenz schon fast zu Ende war, wurde die erste Frage zu Radwegen gestellt. Der seitens des Veranstalters als Moderator agierende Herr Pfeiffer reagierte recht unwirsch mit den Worten Das interessiert hier doch keinen. Das wollte das Straßenbauamt Nordthüringen so nun doch nicht im Raum stehen lassen. Nach der recht heftigen öffentlichen Kritik der vorausgegangenen Wochen und Monate hatte zumindest das Straßenbauamt das Bedürfniss zu den Radwegen im Landkreis Nordhausen etwas zu sagen. Was an Radwegen gebaut wird, wird mit den Landkreisen abgestimmt. Und wenn die Vertreter des Landkreises, es wurden namentlich die Herren Claus und Primas genannt, fordern wir wollen Straßen und Radwege sind nebensächlich so werden letztendlich natürlich auch keine Radwege gebaut.
Detlef Kiel, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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