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Di, 13:14 Uhr
30.04.2002

nnz-Forum: Befürchtungen bestätigt

Heringen (nnz). In Heringen ist der Bau eines Holzkraftwerkes geplant. Dazu einige Gedanken der Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“.


Das, was jetzt im schönen Heringen passiert, scheint für unsere Region erst der Anfang dessen zu sein, was mit der Erschließung des Industriegebietes seine Fortsetzung finden kann. Daß das von einem Investor aus Hameln geplante Holzkraftwerk gerade in Heringen gebaut werden soll, wirft doch einige Fragen auf, die beim Informationsabend durch den Investor nicht beantwortet wurden. Gerade in einer Region, in der sich kaum bzw. keinerlei große Holzverarbeitungsfirmen (noch nicht?) befinden, eine Verbrennungsanlage für 40.000 Tonnen Holzabfälle zu errichten, mutet schon etwas merkwürdig an. Merkwürdig auch, daß teilweise schon Genehmigungen vorliegen, obwohl doch das Konzept bzw. die Beantragung erst im Februar eingereicht wurden.

Die Bevölkerung der Goldenen Aue wiedereinmal vor vollendete Tatsachen stellen, nennen wir dies. Hier müssen die Bürger der „Goldenen Aue“ massiven Widerspruch leisten. Denn es gibt keine „Heringer Luft“. Diese Luft atmen Alle, die Bürger von Auleben genauso wie die Bürger Görsbachs. Den zusätzlichen Krach durch den täglichen Schwerlastverkehr der LKW müssen die Windehäuser genauso ertragen, wie die Heringer- oder Uthleber Einwohner.

Daß, was vom Heringer Bürgermeister und Vorsitzenden des Planungsverbandes „Industriegebiet“, Herr Ahrend immer der Öffentlichkeit suggeriert wird, man will keine „Stinker“ in der Goldenen Aue ansiedeln, wird in diesem Zusammenhang ad absurdum geführt. Der Heringer Stadtrat hat noch nicht einmal die Chance in seiner eigenen Ortslage Ansiedlungen zu verhindern, die von den Bürgern massiv abgelehnt werden. Da stellt sich doch die Frage, wie man „Investoren“ ablehnen will, die aufgrund der Zielsetzung des B-Planes Industriegebiet, dort ausschließlich Industrie anzusiedeln, die aufgrund ihres „hohen Störgrades“ und Flächenintensivität in anderen Gebieten nicht angesiedelt werden können, hier ihre Produktion errichten wollen.

Wenn schon diese Art der „Industrie“ direkt in einem Ort zugelassen wird, dann möchten wir wissen, was sich erst auf einem „Industriegebiet“ mit wesentlich „großzügigeren“ Emissionswerten ansiedeln darf. Der Heringer Bürgermeister befindet sich in einer großen Zwickmühle: Lehnt er das Kraftwerk ab, das ja angeblich Arbeitsplätze schafft, verliert er seine Glaubwürdigkeit im Planungsverband Industriegebiet, der den Urbachern und den Windehäusern gerade eine derartige Belastung zumuten will, stimmt er dem Projekt zu, werden die Heringer auf die Barrikaden gehen. Schweigt er zu dieser Problematik, wird er seinem Amt als Bürgermeister und Vorsitzender des Planungsverbandes nicht gerecht.

Daß die Goldene Aue mehr als andere Gebiete in unserem Kreis belastet wird, hat unsere BI immer wieder deutlich gemacht. Aus diesem Grund fordert unsere BI die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens. In diesem Verfahren muß „großräumig“ und im Zusammenhang alle Belastungen und deren Grenzen verdeutlicht werden. Es ergeben sich für jeden einzelnen Belastungsfaktor zwar Emissionen, die im erlaubten Grenzbereich liegen, aber addiert man alle erlaubten Restbelastungen und Belästigungen, wird eine enorme Belastung unserer Region sichtbar. Vielleicht scheut man sich gerade aus diesem Grund und wehrt sich mit Händen und Füßen.

Die Autobahn an sich wird schon wesentlich mehr Lärm und Abgas-Emissionen in die Goldene Aue tragen, dazu kommen die Emissionen durch Kiesabbau, der die Ortslage Heringen in Zukunft heftig belasten wird, durch den Gipsabbau im Alten Stollberg und durch ein mögliches 100ha Industriegebiet wird die Situation noch verschlimmert. Das oberhalb der Ortschaft Uthleben eine Müllverbrennungsanlage errichtet werden kann, muß unbedingt in die Gesamtproblematik integriert werden. Das geplante Holzkraftwerk wird sein übriges tun, damit uns vor blankem Entsetzen über die Zerstörung unserer Heimat die „Luft wegbleibt“.
Klaus-Dieter Korb, BI „Rettung der Goldenen Aue

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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