Sa, 10:33 Uhr
27.04.2002
JS-special: Green Card für Hotels?
Nordhausen (nnz). Das deutsche Hotel- und Gastgewerbe musste in jüngerer Zeit empfindliche Einbußen hinnehmen und hofft nun auf ein besseres Sommergeschäft. Nun aber macht die Personalsituation Sorgen. nnz berichtet.
Die rund 220.000 Hotels und Gaststätten suchen nach einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Umfrage des Branchenverbandes Dehoga rund 65.000 Mitarbeiter und 20.000 Lehrlinge. "Akuter Notstand" heißt es im Fachverband, der besonderen Bedarf an Köchen, Hotelfachleuten sowie Nebenerwerbskräfte sieht. Die Branche verlangt daher eine Reform des 325-Euro-Gesetzes und eine "Green Card" für ausländische Kräfte.
Bei einer Konjunkturumfrage unter 2660 Firmen meldete gut die Hälfte für die abgelaufene Wintersaison Umsatzrückgänge, lediglich 13,6 Prozent konnte die Einnahmen steigern. Nicht einmal jedem siebten Gastwirt oder Hotelier gelang es nach der Umfrage, die Erträge spürbar anzuheben. Daher setzten die Mitglieder auf eine Belebung der Konjunktur im Sommer, erläuterte Verbandspräsident Ernst Fischer. Jedes vierte Unternehmen gehe dann von steigenden Umsätzen aus.
Fischers Angaben zufolge sind die Erlöse der Branche im ersten Quartal real um fünf Prozent gesunken. Man hoffe jedoch, im Gesamtjahr zumindest wieder den Vorjahreswert zu erreichen. 2001 setzte die Branche 59,1 Milliarden Euro um, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,8 Prozent. Die Auslastung der Herbergen schrumpfte leicht auf 34,5 Prozent.
Als Hauptgrund der Misere sieht Fischer weniger die Terroranschläge vom 11. September als vielmehr das schlechte Konsumklima. Die Politik müsse "die Notbremse ziehen" und die Rahmenbedingungen verbessern. Dazu gehöre die seit langem versprochene Halbierung des Mehrwertsteuersatzes im Hotelgewerbe. Hier seien die deutschen Anbieter im EU-Vergleich drastisch benachteiligt.
Die Branche räumt aber ein, dass auch die im Zuge der Euro-Umstellung teils deftigen Preisaufschläge manchen Gast vertrieben habe. "Wer da eins zu eins umstellte, dem ist nicht zu helfen", sagt Verbandsgeschäftsführer Christian Ehlers. Um aber dann anzufügen, dass es bei den Preisen durchaus "Nachholbedarf" gegeben habe.
Autor: nnzDie rund 220.000 Hotels und Gaststätten suchen nach einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Umfrage des Branchenverbandes Dehoga rund 65.000 Mitarbeiter und 20.000 Lehrlinge. "Akuter Notstand" heißt es im Fachverband, der besonderen Bedarf an Köchen, Hotelfachleuten sowie Nebenerwerbskräfte sieht. Die Branche verlangt daher eine Reform des 325-Euro-Gesetzes und eine "Green Card" für ausländische Kräfte.
Bei einer Konjunkturumfrage unter 2660 Firmen meldete gut die Hälfte für die abgelaufene Wintersaison Umsatzrückgänge, lediglich 13,6 Prozent konnte die Einnahmen steigern. Nicht einmal jedem siebten Gastwirt oder Hotelier gelang es nach der Umfrage, die Erträge spürbar anzuheben. Daher setzten die Mitglieder auf eine Belebung der Konjunktur im Sommer, erläuterte Verbandspräsident Ernst Fischer. Jedes vierte Unternehmen gehe dann von steigenden Umsätzen aus.
Fischers Angaben zufolge sind die Erlöse der Branche im ersten Quartal real um fünf Prozent gesunken. Man hoffe jedoch, im Gesamtjahr zumindest wieder den Vorjahreswert zu erreichen. 2001 setzte die Branche 59,1 Milliarden Euro um, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,8 Prozent. Die Auslastung der Herbergen schrumpfte leicht auf 34,5 Prozent.
Als Hauptgrund der Misere sieht Fischer weniger die Terroranschläge vom 11. September als vielmehr das schlechte Konsumklima. Die Politik müsse "die Notbremse ziehen" und die Rahmenbedingungen verbessern. Dazu gehöre die seit langem versprochene Halbierung des Mehrwertsteuersatzes im Hotelgewerbe. Hier seien die deutschen Anbieter im EU-Vergleich drastisch benachteiligt.
Die Branche räumt aber ein, dass auch die im Zuge der Euro-Umstellung teils deftigen Preisaufschläge manchen Gast vertrieben habe. "Wer da eins zu eins umstellte, dem ist nicht zu helfen", sagt Verbandsgeschäftsführer Christian Ehlers. Um aber dann anzufügen, dass es bei den Preisen durchaus "Nachholbedarf" gegeben habe.

